Goldener Hammer

No Nazis
ein Projekt mit zwei Zielrichtungen

Antirassismuskalender
2012 ist da!

Geheimwaffel gegen Nazis

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Abschiede sind traurig

Nach 25 Jahren Engagement verabschiedet sich SOS-Rassismus-NRW auch mit einem blauen Auge, nämlich meinem. Mein Name ist Xenia. Ich lebe mit Stefanie, Ralf-Erik, Maj-Leena, René, Emily und Oiva unter einem Dach. Im September, wenn dann noch all die Leute von SOS-Rassismus kommen und den Kalender machen, sitzen die in unserem Wohnzimmer an den Combjutern und diskutieren und lachen und quaken bis in die späte Nacht hinein und morgens werden sie dann nicht wach und schlafen einfach weiter und kümmern sich nicht richtig um uns Kinder.
Na ja, weil alle noch geschlafen haben wollte ich gestern zur Emily spielen gehen und habe das Kabel von dem Laptop nicht gesehen und da ist der heruntergekommen und hat mich angesprungen und jetzt habe ich eine dicke Beule und ein blaues Auge.
Da hab ich mal richtig Krach und Radau gemacht und alle erschreckt  – von wegen supergute Projekte machen und ganz toller Antirassismuskalender … wenn wir Kinder davon blaue Augen und lauter Macken am Kopf bekommen...
So geht das nicht weiter. Also haben wir ein Abkommen beschlossen, dass nämlich der nächste Kalender für das Jahr 2009 noch gemacht wird, dann aber ist Schluss, dann sind wir Kinder dran ...
Jetzt sucht SOS-Rassismus-NRW eine Gruppe, die den Antirassismuskalender selber macht und für alle herausgibt und dafür das Know-how und alle Datensätze bekommt. Wer sich so was vorstellen kann meldet sich direkt unter: kontakt@sos-rassismus-nrw.de beim Ralf-Erik, der hilft Euch und zeigt wie es geht.
Also, bitte denkt darüber nach und meldet Euch und wenn Ihr wollt könnt Ihr mir gerne wegen meinem Veilchen eine Tüte Gummibärchen schicken.
Herzerfrischende Grüße von Xenia

Ein Zebra* wird ausgewildert.

SOS-Rassismus-NRW verabschiedet sich.

Aufgabe von SOS-Rassismus-NRW war und ist es, sich mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu verständigen, um möglichst mit allen Sinnen zu begreifen, zu erfahren und zu verstehen, was Sinn macht, Wert hat, als Regel taugt und deshalb für alle gelten soll und kann.

Deshalb ging und geht es darum, Methodenrepertoires, Thematisierungswege und konstruktive Konfliktlösungen zu entwickeln, auszuprobieren und zu realisieren, damit Kinder, Jugendliche und Erwachsene selber herausfinden, was gut oder schlecht für sie ist und damit sie auf Gewalt und Rassismus als scheinbare Lösungsmittel nicht zurückgreifen müssen.

Vor 25 Jahren, 1983 entstand unter dem Dach des Amtes für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen in Haus Villigst die Initiative SOS-Rassismus-NRW (SOS-R-NRW), als zwei Jugendzentren in NRW angesichts rechtsextremistischer Entwicklungen gegenseitige Hilfe suchten. Die einen (Jugendzentrum (JUZ) Tempel in Duisburg) bekamen Probleme mit rechtsextremistischen Stahlarbeitern, die damals in Duisburg – Rheinhausen angesichts der Schließung des Krupp – Stahlwerkes drohten, bei einem Arbeitsplatzverlust „alle türkischen Arbeiter aus dem Werk zu knüppeln“. Die anderen (JUZ Ludwig – Steil – Haus in Wattenscheid) hatten Probleme, weil sich in ihrem Stadtteil die NPD – Landeszentrale angesiedelt hatte und mit gefährlichen Versprechungen und Parolen Jugendliche anlockte. Beide JUZ hatten gemeinsam ein Problem: nämlich die sich häufenden rassistischen und rechtsextremistischen Parolen und Wandschmierereien in der je eigenen Stadt. Gesagt, betrachtet und getan, nach einem langen Wochenende mit vielen Jugendlichen aus beiden JUZ gab es damals und für lange Zeit so gut wie keine rechtsextreme Parolen in den beiden Städten mehr …

Weil viele Gruppen, Menschen und JUZ solche oder ähnliche Probleme hatten, bildete sich schnell die Idee heraus, das oft geheime Wissen und „Know-how“ dieser zu sammeln, zu reflektieren, zu bündeln und weiter zu vermitteln.

Gemeinsame Treffen, gemeinsame Aktionen und Workshops waren der Start für eine Initiative und ein Bündnis von zuweilen weit über 250 Gruppen in NRW und darüber hinaus. Als ein wichtiges Motto in der oft schwierigen Arbeit, um Alltagsrassismus und Alltagsgewalt in all ihren Erscheinungsformen aufzugreifen, wahrzunehmen, beim Namen zu nennen und abzubauen war das Bemühen:

Klar in der Sprache - mässigend im Ton.

Ziel war es immer, durch für alle Beteiligten spannend - attraktive, erfahrungsbezogene, lösungsoffene, lebensweltorientierte, sozialräumlich angelegte, integrationsfördernde und perspektiveneröffnende Aktionen und Initiativen wirkungsvoll und nachhaltig zu sein. Hauptaugenmerk war dabei sehr häufig der Versuch, komplexe Zusammenhänge durch „didaktische Reduktion“ auf den Punkt zu bringen und von dort her neu zu eröffnen und zu bearbeiten.

Nach 25 Jahren bereiten wir heute gelassen den Abschied von SOS-Rassismus-NRW vor, weil

  • in der 25jährigen Begleitung von vor allem Jugendinitiativen und von mehreren Generationen von Jugendlichen die beteiligten (Haupt-) Akteure nicht jünger geworden sind …
  • die „Liebe uns oft in die Quere kam“ und viele engagierte Leute neue Horizonte entdeckten, überschritten und weit über das Land hinaus neue Initiativen selber ins Leben riefen (siehe z.B.: www.israel-international.de/SOS/index.html )
  • sich viele Akteure von SOS-R-NRW heute in eigenen und neuen, ausdifferenzierten Themenfeldern engagieren
  • das Hauptziel von SOS-Rassismus-NRW, die öffentliche Thematisierung von Rassismus in allen seinen Formen aus der Tabuzone (… Rassismus gibt es in Deutschland nicht – wir leben ja nicht mehr unter den Nazis …) erreicht ist
  • mit Unterstützung und in Kooperation von SOS-Rassismus-NRW sich viele neue Initiativen gegründet haben und erfolgreich wirksam sind
  • sich viele Initiativen und Menschen aus Zuwandererfamilien selber organisiert haben und sich mittlerweise selber zu helfen wissen
  • sich die Auseinandersetzung mit Rassismus (und dem dahinter liegenden Versuch, Gewalt zu rechtfertigen) heute sehr breit ausdifferenziert hat und von vielen unterschiedlichen (auch staatlichen) Initiativen getragen wird (so verleiht z.B. der Jugendminister NRW seit Jahren den „Goldenen Hammer“ für SOS-R-NRW, so gibt z.B. die Staatskanzlei NRW seit Jahren unseren Antirassismuskalender mit heraus und häufig greift das Innenministerium NRW auf Texte, Argumentationen und Materialien von SOS-R-NRW zurück) abschied_02
  • selbst z.B. in der CDU das Thema Rassismus angekommen ist und bearbeitet wird (siehe den Versuch von Angela Merkel 2005, den EU-Beitritt der Türkei und damit viele türkische Menschen als Wahlkampfmunition zu missbrauchen / Unterschriftenlistenaktion gegen den EU-Beitritt / und den erfolgreichen Stopp dieser Aktion von Mitgliedern der CDU aus der CDU heraus)
  • sich aus den Initiativen und Menschen von SOS-Rassismus-NRW eine neue, weiterreichende Initiative und Organisation, die Gewalt Akademie Villigst entwickelt hat und fachlich, professionell und offensiv Rassismus mit dem dahinter liegenden Themenfeld Gewalt konstruktiv bearbeitet
  • es einfach auch mal Zeit wird, dass neue Leute mit neuen Ideen neue Zugangswege und neue Szenen zur konstruktiven Bearbeitung von Gewalt und Rassismus entwickeln und auf den Weg bringen …


Wir werden uns in den Jahren 2007 - 2008 auf die Suche machen, um wichtige und beständige Initiativen von SOS-R-NRW verlässlichen Partner/innen anzuvertrauen; so geht das Marokko-Projekt in die Verantwortung des JUZ Tempel in Duisburg über, der „Goldene Hammer“ in die bewährten Hände des Landesjugendringes NRW, die Edition Zebra und die Seminar- und Trainingspraxis an die Gewalt Akademie Villigst, für den Antirassismuskalender suchen wir zur zeit eine neue Herausgebergruppe, die Ruhrkanaker wissen zwischenzeitlich selber was sie wollen; die jugend- und integrationspolitischen Aufgaben werden schon jetzt von vielen anderen Gruppen fachlich und verantwortungsvoll wahrgenommen.

SOS-Rassismus-NRW hat für viele Menschen und Initiativen als Orientierung, Mutmacher, zündender Impulsgeber und Ideenspender gewirkt. Wichtige Stationen der Geschichte lassen sich knapp benennen:

1983

Start mit der „Aktion Wandschmierereien“ in Wattenscheid und Duisburg / Erstes von ca. 20 Marokko-Projekten (siehe: www.jz-tempel.de )

1984

Aufbau einer eigenen Druckerei und erste Broschüren: „Neofaschistische Tendenzen in der Jugendszene …“, „Judenwitz-Türkenwitz-Auschwitz“ / Mitbegründung und Unterstützung des „Mädchenzentrums Gladbeck“ (siehe: www.mz-gladbeck.de )

1985

Erste von zwei Studienreisen mit 54 Jugendlichen in die Türkei und Besuch von zwangsweise rückgekehrten Jugendlichen / Interventionen im Innenministerium des Bundes und in NRW mit der Forderung für eine Wiederkehroption jugendlicher Ausländer / Kooperationen mit Sos-racisme - Touche pas a mon pote! / Start der Kampagne „Mach meinen Kumpel nicht an“ und Weitergabe der Initiative in die Hände des DGB (wegen damals noch mangelnder Infrastruktur- und Finanzmittel bei SOS-R-NRW).

1987

Initiativen in die Politik und die Medien zur Thematisierung der „Normalisierung von rassistischem Sprachgebrauch“ (Asylantenflut, Asylschmarotzer, Ausländer sind tickende Zeitbombe, siehe auch das Buch „Kotzbrocken“ in der Edition Zebra) / Tribunal zur Thematisierung rassistischer Sprache bei Politiker/innen auf dem Kirchentag in Frankfurt und Verurteilung rassistischer Politiker/innen.

1988

 

Der Innenminister NRW, Herbert Schnoor erlässt die „Wiederkehroption für junge Ausländer“ und erhält den ersten „Goldenen Hammer“ von SOS-Rassismus-NRW. Der Goldene Hammer wird danach jährlich in Zusammenarbeit mit dem Landesjugendring NRW an tolle Initiativen, Gruppen und Menschen vergeben (siehe: http://www.sos-rassismus-nrw.de / www.ljr-nrw.de )

1989

Vielfältige Initiativen zur Implementierung des Lernfeldes „Interkulturelles Lernen“ in die Jugendhilfe und im Landesjugendring NRW. Ralf-Erik Posselt von SOS-R-NRW wird (bis 2001) „Beauftragter für Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien“ des Landesjugendringes NRW / Herausgabe des Projekthandbuches: Rechtsextremismus.

1990


Kooperation mit dem Landesschüler/innenrat Brandenburg 1990 – 93) und Start der Kampagne: „Brandenburger Schülerinnen und Schüler sagen Nein zu Gewalt und Rechtsextremismus" / „Westfälischer Aufschrei“ zur Verschärfung des Ausländergesetzes / Aktion „Weihnachten fällt aus …“ / Herstellung des „Essener Infokoffer“ / Erstes Plädoyer für ein „Antirassismusgesetz“ in Deutschland / Mitbegründung der bundesweiten Fachstelle „IDA“

1991

Bundesweite Kampagne und Aktionen „Dem HASS keine Chance“.

1992

Mitbegründung der bundesweiten „Aktion Courage“ (siehe: www.aktioncourage.org ) / Thematisierung des Verwendung des Begriffes „Rasse“ in den Medien und in der Politik / Auszeichnung mit der „Theodor-Heuss-Medaille“ für die Initiative "Brandenburger Schüler/innen sagen Nein zu Gewalt und Rechtsextremismus".

1993

Herausgabe des Projekthandbuches „Gewalt und Rassismus“ / Aktion „Hau nicht drauf …“ / Durchführung des „Internationalen St. Martinszuges“ mit ca. 2.000 schützenden Schüler/innen und ca. 500 Flüchtlingskindern in Mülheim an der Ruhr / Gründung der Kinder- und Jugendinitiative „Ruhrkanaker“ (siehe: www.sos-rassismus-nrw.de/html/ruhrkanaker.html ) / Mitbegründung von ARIC-NRW

1994

Gründung der „Edition Zebra“ als Selbstverlag / Auszeichnung mit dem „Gustav-Heinemann-Friedenspreis“ des Landes NRW für das „Projekthandbuch Gewalt und Rassismus“ / Heftige juristische (und erfolgreiche) Auseinandersetzungen bis vor den Bundesgerichtshof mit dem Journalisten G. Löwenthal, weil wir seine Verbindungen zu rechtsextremistischen Organisationen aufgedeckt, benannt und öffentlich gemacht haben

1995

Erste Herausgabe (des dann jährlichen 1995 – 2008) „Interkultureller Antirassismuskalenders“ mit jeweils über ca. 100 Gruppen und einer Auflage von je ca. 15.000 Exemplaren / Gründung von „Schule Ohne Rassismus“ und Koordination des Projektes bis 2001 in Zusammenarbeit mit Aktion Courage.

1996

 

Die Ruhrkanaker, eine Kinder- und Jugendinitiative von SOS-R-NRW erhält für das Projekt „Was ist nur los in Feuerland?“ den ersten WDR - Kinderrechtepreis

1997

Initiativen zur Aufarbeitung rassistischer Klischees in der Duden - Redaktion:  „Ist der DUDEN rassistisch – oder sind die Juden Gauner?“ / Entwicklung des „Lexikon für die Antirassismusarbeit“ / Interventionen in die Innenministerien der Länder zur Bearbeitung des rassistischen Polizeierfassungsbogen „KP8“ und Korrektur.

1998

Starke Seminar- und Fortbildungsarbeit und Gründung des „Villigster Deeskalationsteams“ mit ca. 80 qualifizierten Praktiker/innen (Vorläufer der Gewalt Akademie Villigst).

1999

Projekt „Stadt X hat keinen Platz für Rassismus“ / Erdbebenhilfe (mit vielen türkischen Gruppen) in Yalova, Bursa und Istanbul / Realisierung des Projektes „Politik begreifen“ zur Partizipation von Jugendlichen in der Politik für den Landesjugendring NRW.

2001

Auszeichnung mit der „Buber-Rosenzweig-Medaille 2001“ für das Projekt „Schule Ohne Rassismus“

2002

Gründung der „Gewalt Akademie Villigst“ (siehe: www.gewaltakademie.de ).

2003

Entwicklung und Start der „Aktion Noteingang“ mit ca. 60 Gruppen in NRW (siehe: www.buendnis-ekvw.de ). Aktion „Friedenskreuz“ zum Irakkrieg.

2004

Herausgabe des „Europäischen Integrationspasses“

2005

 

Herausgabe des „Friedenspasses“ und des Curriculums zur Ausbildung von jugendlichen Friedensstiftern. Projekt „Couragiert Gewalt überwinden“.

2006

Projekt: „Jugendliche stiften Frieden“.

Neben dem „Interkulturellen Antirassismuskalender“ dokumentieren sich heute 25 Jahre von SOS-Rassismus-NRW vor allem in den vielfältigen Publikationen und dem Verlag „Edition Zebra“ www.sos-rassismus-nrw.de/html/edition_zebra.html
*Warum das Zebra? Auf der Suche nach einem einprägsamen und sympathischen Logo für SOS-Rassismus-NRW sind wir auf das Zebra durch die Idee der (damaligen) Kinderclique “Die Ruhrkanaker” gekommen. Die hatten näabschied_08mlich folgendes herausgefunden:

Die auffällige Streifenzeichnung ist für Zebras entscheidend über Leben und Tod. Der “größte” Feind der Zebras ist (einmal vom Menschen abgesehen) nämlich nicht der Löwe oder gar ein Nashorn, sondern die Tsetsefliege. Das Zebramuster schützt die Zebras vor der tödlichen Nagana - Seuche, die durch die Tsetsefliege übertragen wird. Der britische Zoologe Jeffrey Waage fand heraus, dass sich im Facettenauge der Insekten die Umrisse von Zebras (der Streifen wegen) auflösen. Die Fliege kann das Zebra nicht erkennen und findet es, wenn überhaupt, nur durch Zufall. Von daher macht sie sich auch lieber an andere Opfer heran.

Erstaunlich ist in diesem Zusammenhang, dass die Zebras in einem langen Anpassungsprozess je nach Region (und dem Vorhandensein von Tsetsefliegen) erst die Intensität ihrer Streifenzeichnung ausgeprägt haben. So gibt es fast schwarz-weiße Zebras (dort wo es viele Tsetsefliegen gibt) ebenso wie eher grau gemusterte (in trockeneren Regionen). Zebrafohlen prägen sich übrigens als Erkennungsmerkmal das Muster der Mutter (jedes Zebra hat ein anderes Muster) ein, um sie wieder zu finden. Ein blindes Zebrafohlen oder eines ohne diese “Prägung” läuft allem hinterher, was größer ist als es selbst, sogar einem Löwen.

Diese Recherche und die Idee, Zebrastreifen  (als Sinnbild für Schwarz-Weiß-Malerei, für oben und unten, für Machtmissbrauch und Verantwortung usw.) zum Logo zu machen, haben uns so gut gefallen, dass auf Worte Taten folgten. Außerdem fanden wir gut, durch ein einfaches schwarz-weißes Logo auf teure, farbige Druckbögen bei der Herstellung von Veröffentlichungen verzichten zu können.

In der Folge kam es zu vielfältigen neuen Initiativen in Deutschland und darüber hinaus, die das Zebra als eigenes Logo aufgegriffen haben und bis heute verwenden.

Wer heute das (heimliche) Zebra - Fell Logo zeigt, macht u.a. damit deutlich:

  • Ich fang in Sachen Gewalt und Rassismus bei mir selber an und verändere mein Handeln, mein Verhalten und meine Sprache.
  • Ich mach den Mund auf gegen rassistische Äußerungen.
  • Ich schütze Menschen vor Bedrohung und helfe jenen, die sich der Gewalt und
  • dem Rassismus in den Weg stellen.
  • Ich hole Hilfe bei Angriffen und Anfeindungen.
  • Ich beteilige mich an Initiativen, um Gewalttätern und Rassisten zu zeigen, dass sie zur Rechenschaft gezogen werden.
  • Ich gebe mich durch das (geheime) Zebrazeichen zu erkennen und helfe jenen, die bei Konflikten aktiv werden (z.B. indem ich Hilfe hole usw.).

Mit dem Abschied von SOS-Rassismus-NRW verbindet sich heute auch die „Auswilderung“ unseres Zebra – Fell Logos. Das Zebra Logo (Courage - Dreieck) ist und bleibt zwar geschützt; menschenfreundliche Gruppen, die dieses Logo verwenden wollen, erhalten nach Rücksprache in der Regel vom Amt für Jugendarbeit der EKvW die Erlaubnis dazu. Natürlich kann sich aber jede Gruppe selber ein eigenes neues Zebra – Logo entwerfen und danach nutzen.

Warum wir oft in einem Atemzug von „Gewalt und Rassismus“ sprechen?

Gewalt als (verletzende, schädigende, zerstörerische) Tat birgt immer die Frage nach ihrer Rechtfertigung in sich. Jeder Versuch, Gewalt zu legitimieren, wertet andere Menschen ab und leugnet die Gleichwertigkeit und Würde des (anderen, verletzten) Menschen.

Rassismus versucht, die Gewalt zu rechtfertigen und konstruiert dabei abwertende Merkmale und Eigenschaften, um Menschen scheinbar legitimiert schädigen und verletzen zu können.

Für das Sprecher/innenteam von SOS-Rassismus-NRW:

Ralf-Erik, Maj-Leena, Benjamin, Stefanie, Shirin, Klaus, Bernd, Malte, Silke, Feray, Neslihan, Sonja + Jörg.

Haus Villigst, Oktober 2007