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Lexikon Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Deine Worte. A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Impressum:
Redaktion: Erstes Vorwort Als andere Initiativen, Gruppen und Schulklassen von unserem Vorhaben erfuhren, ging es erst richtig los. Auf einmal buchstabierten nicht mehr wir alleine die Begriffe dieses Lexikons, sondern viele Gruppen in NRW und darüber hinaus. Einzelne Leute und Gruppen trafen sich, diskutierten, stritten und feierten Feten oft gleichzeitig. Unser Lexikonprojekt begleitete uns plötzlich bei vielfältigen Unternehmungen und wuchs, wurde bunter, präziser... Mit der Zeit stellte sich ein fast schon spielerischer Umgang ein, wenn es darum ging, bestimmten Begriffen und ihrer Geschichte auf die Spur zu kommen. Vor etwa einem Jahr haben wir dann beschlossen, als Jugendliche ein Anti-Rassismus-Lexikon für Jugendliche (und Erwachsene) zu schreiben. Unser Lexikonprojekt hat gezeigt, daß Anti-Rassismusarbeit nicht nur trockene, belastende Arbeit ist, sondern auch Spaß machen kann. Vor allem dann, wenn wir über uns selber lachen können, wenn wir heimliche Rassismen bei uns selber entdecken, entlarven und wenn wir freundschaftlich beginnen unsere Sprache, Verhalten und unser Handeln zu verändern. In unserem Lexikon haben wir alle definierten (eingegrenzten, erklärten) Begriffe fett gedruckt. Außerdem solche Begriffe, die in einer anderen Definition auftauchen und dort erklärt werden. In "Anführungszeichen" haben wir vor allem solche Begriffe gesetzt, die als sehr problematisch gelten und i.d.R. einen negativen Beigeschmack oder eine rassistische Bedeutung und Wirkung haben. Zweites Vorwort Anschrift:
Abschiebung, Aggression, Allah, Alltagsrassismus, Anarchie, Angst, Antifa, Anti-Rassismus-Arbeit, Antisemitismus, Apartheid, Asozial, Assimilation, Asyl, Asylbewerber/innen, Asylant/in, Asylantenflut, Asylkompromiss, Augen, Autoaggressionen, Autonom, Ausländer/innen, Ausländerfeindlichkeit, Ausländerkriminalität, Auschwitz, Auschwitzlüge, Ausweisung Abschiebung nennt sich die staatliche, zwangsweise Entfernung einer/s ‚Ausländers/in' in ein bestimmtes anderes Land. Als Gründe dafür gelten z.B. die ‚Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung' oder die ‚nicht erfolgte Ausreise' obwohl eine staatliche Aufforderung zur Ausreise (Ausreisepflicht) stattgefunden hat (siehe Duldung, Kirchenasyl, Asylkompromiss, Flüchtling, Ausweisung, Ausländer/in, Migrant/in) (siehe Ausländergesetz §§ 49 - 54) Aggression. Mit Aggression (lateinisch, aggredi = herangehen, heranschreiten) ist jedes Verhalten gemeint, das im wesentlichen das Gegenteil von Passivität (Untätigkeit) und Zurückhaltung (Lethargie) darstellt. Aggression ist eine dem Menschen innewohnende (lebensnotwendige) Eigenschaft und Energie. In der Vergangenheit wurde der Begriff Aggression häufig gleichgesetzt mit Gewalt, Zerstörung oder Verletzung. So wurde Aggression einerseits z.B. als Ausdruck eines gewalttätig-zerstörerischen Triebes (z.B. Sigmund Freud / Konrad Lorenz) gedacht, andererseits als Folge von Frustrationen (z.B. Dollard u.a.) oder als soziale Lernerfahrung (Lerntheorie) beschrieben. Alltagsrassismus ist die Übernahme von Rassismus in alltägliche Situationen durch Denk- und Handlungsformen, welche die dahinter liegenden Machtstrukturen stabilisieren und verfestigen. Es handelt sich dabei um einen Prozess, bei dem Rassismus in all seinen Ausformungen nicht mehr befragt wird und von den dominierenden Gruppen als "normal" und allgemein gebräuchliches Verhaltensmuster betrachtet wird. Anarchie. Aus dem Griechischen entlehnt als Bezeichnung für das Fehlen eines Anführers bzw. eines Heerführers. Heute wird Anarchie im Sinne von Herrschaftslosigkeit, Gesetzlosigkeit, Regellosigkeit verwendet. Menschen die Anarchie ablehnen, bezeichnen diese gerne als Chaos; jene, die sie eher befürworten, beschreiben sie eher als führerlose, herrschaftsfreie Gesellschaftsform, in der alle Menschen gleichwertig sind. Angst. Jede/r von uns hat Angst. Aber nicht jede/r will seine Angst wahrhaben und eingestehen. Angst als Warnsignal für Verdrängtes, in Unordnung oder außer Kontrolle Geratenes ist wie eine lebenswichtige Alarmglocke, die frühzeitig aufmerksam macht: ... wach auf, sei vorsichtig... Du musst etwas tun, und zwar jetzt... Angst ist ein "Lebensmittel" und Schutzmechanismus, den jeder Mensch braucht, um nicht in jede Falle oder in jeden Konflikt zu geraten... Antifa (Antifaschisten) nennen sich meist junge Leute, die sich als 'Links' (siehe Links/Rechts) bezeichnen (egal ob sie in einer politischen Gruppe organisiert sind oder nicht) und deren Hauptziel es ist, Neonazis (siehe 'Faschos') entgegenzutreten, deren öffentliches Auftreten zu behindern und die Öffentlichkeit gegen Neonazis in Bewegung zu setzen. Dabei geht es ihnen vor allem um den Schutz möglicher Opfer rechtsextremer Gewalt ('Ausländer/innen', 'Linke'). Viele Antifas zählen sich zu den Autonomen, manche zu den Punks. Anti-Rassismus-Arbeit ist die gezielte und wirksame Prävention (Vorbeugung) und Intervention (einmischen, vermitteln und handeln) zur Vermeidung und Verringerung von Rassismus. Dabei geht es darum, sich mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu verständigen, dass Rassismus die Gleichwertigkeit von Menschen leugnet, um Menschen "minderen Wertes" scheinbar legitimiert schädigen und verletzen zu können. Anti-Rassismus-Arbeit entwickelt, fördert, erprobt und realisiert Zivilcourage. Antisemitismus bezeichnet die Abneigung oder Feindschaft gegenüber Menschen jüdischen Glaubens und jüdischer Herkunft. Antisemiten behaupten, dass Juden sich grundsätzlich von anderen Menschen unterscheiden, dass sie die Welt beherrschen wollen und dieses Ziel durch eine weltweite Verschwörung zu erreichen versuchen. Diese vorurteilsbehaftete Intoleranz führt zur Diskriminierung einzelner Personen wie auch zur Verfolgung der Juden als Gruppe. Die schrecklichste Erscheinungsform des Antisemitismus wurde durch die nationalsozialistische "Rassenideologie" hervorgebracht. 1935 wurde von der deutschen Regierung (also den Nazis) ein Gesetz erlassen, welches den jüdischen Deutschen viele Rechte nahm; so wurde z.B. die Ehe zwischen jüdischen und nicht-jüdischen Deutschen als "Mischehe" und "Rassenschande" bezeichnet, verboten und schwer (im Extremfall mit dem Tode) bestraft. Dieses Gesetz rief bei den meisten Deutschen keinen Protest hervor. Die Nazis behaupteten sogar, dass Juden einer "blutsaugendenen Schmarotzerrasse" (siehe "Asylant/in") angehören würden und von daher ungestraft getötet werden müssten. Millionen Menschen jüdischen Glaubens oder Menschen, die den Juden zugeordnet wurden, wurden während des Krieges aus den von Deutschland beherrschten Staaten deportiert und starben als Opfer des Völkermordes in Konzentrationslagern. Apartheid nennt man die von der Republik Südafrika früher praktizierte rassistische Politik der "Rassentrennung" zwischen weißer, farbiger und schwarzer Bevölkerung. Asozial, Asi, siehe sozial. Assimilation bezeichnet die Angleichung von Menschen an herrschende Strukturen. Manchmal passen sich einzelne Personen aus freien Stücken an, doch meistens werden Gruppen gegen ihren Willen dazu gezwungen. Assimilation zwingt Menschen oder eine Gruppe dazu, die eigene Kultur zugunsten einer anderen aufzugeben. In der Regel muss dabei die Minderheit die Angewohnheiten der gesellschaftlichen Mehrheit übernehmen. Asyl heißt wörtlich Zuflucht, Schutz vor Verfolgung; Asyl gewähren kann einem Flüchtling ein Staat. Aber auch manche Kirchengemeinden gewähren Flüchtlingen Asyl wenn der Staat dazu nicht bereit ist (Kirchenasyl). Dieses Recht hatte die Kirche tatsächlich im Mittelalter, heute gilt es nicht mehr, aber meist scheut sich die Polizei, einen Flüchtling mit Gewalt aus einer Kirche zu holen. Asylbewerber/innen. Ein/e Asylbewerber/in ist eine Person, die in einem anderen Land Schutz vor Verfolgung sucht und den Status eines (durch den jeweiligen Staat) anerkannten Flüchtlings erwerben will. "Asylant/in" war früher der amtliche Begriff für einen anerkannten Flüchtling mit Bleiberecht. Der Begriff Asylant/in wurde seit den achtziger Jahren politisch missbraucht, um bestimmten Flüchtlingsgruppen das Recht auf Zuflucht abzusprechen. Vor allem in der Politik und in den Medien wurde dabei auf nationalsozialistische Sprache (und Wirkungen*) zurückgegriffen. Als Beispiel dafür kann das Wort "Asylschmarotzer" angeführt werden, das uns einreden soll, wir hätten es hier eher mit gefährlichen Schädlingen als mit Menschen zu tun. Auch in anderen Begriffen wie z.B. "Asylantenflut", "Asylantenschwemme" usw. werden Flüchtlinge als schlimme Bedrohung dargestellt. Auf diesem Hintergrund empfehlen wir heute, anstelle des Begriffes Asylant den Begriff Flüchtling zu verwenden. (*Die Nazis hatten Menschen nicht nur in "Herren- und Untermenschen" unterteilt sondern auch in solche, denen ihr Menschsein abgesprochen wurde und die deshalb als sogenannte "Volksschädlinge ausgerottet" wurden (siehe Konzentrationslager).) "Asylantenflut". Rassist/innen sprechen manchmal von Flüchtlingen menschenverachtend als von "der Asylantenflut" (siehe "Asylant/in"). Es ist ein großer Irrtum zu glauben, daß die meisten Flüchtlinge zu uns kommen: 75 % aller Deutschen glauben, dass Deutschland auf Platz 1, 2 oder 3 bei der Aufnahme von Flüchtlingen weltweit steht; dies ist falsch. Deutschland liegt - von Jahr zu Jahr verschieden - auf die Zahl der Einwohner bezogen irgendwo zwischen Platz 15 und 25 weltweit. Logischerweise flieht jemand, der z.B. in Afrika oder Lateinamerika von Bürgerkrieg, Hungersnot oder Verfolgung bedroht ist, meistens im eigenen Land von einer Region in eine andere oder eben in ein Nachbarland, weil er weder Mittel noch Möglichkeiten hat, mit einem Flugzeug nach Europa oder Nordamerika zu fliehen (siehe Asylkompromiss). 'Asylkompromiss' nennt sich die gesetzliche Regelung, die im Mai 1993 von einer großen Mehrheit aus CDU/CSU, SPD und FDP im Bundestag beschlossen wurde. Damit wurde ein Grundrecht unserer Verfassung im Kern verändert, Kritiker/innen sagen ausgehöhlt und entwertet. Über 40 Jahre lang stand im Art. 16 des Grundgesetzes: "Politisch Verfolgte genießen Asylrecht." Dieser großzügige Schutz für politisch Verfolgte war das Ergebnis aus der Erfahrung in der Nazizeit, als Millionen Deutsche vor Verfolgung aus politischen und rassistischen Gründen fliehen mussten und in anderen Ländern (von Amerika bis zur Türkei) Aufnahme fanden. Augen. Warum haben manche Menschen schmale Augen (beleidigend wird i.d.R. der Begriff "Schlitzauge" verwendet). Zwei Anpassungsleistungen können hier genannt werden: Menschen, die andauernd in Schneeregionen leben, tun gut daran, ihre Augen vor (reflektierendem) Sonnenlicht zu schützen. Bergsteiger/innen tragen deshalb besondere Schneebrillen mit einem dünnen Schlitz. Außerdem müssen Menschen ihre Augen vor zu großer Kälte schützen; sie fangen an, die Lider dichter zu schließen. Bergsteiger/innen benötigen eine künstliche Hilfe. Menschen, die schon lange in solchen Regionen leben, haben sich angepaßt. Autoaggressionen sind krankmachende Aggressionen, die jemand gegen sich selber richtet und Verletzungen bis hin zur Tötung zur Folge haben können. Typische Formen sind z.B. Nägelkauen, Haare ausreißen, Bulemie, Magersucht usw. bis hin zur Drogensucht incl. Alkoholismus. Zu fragen ist, ob z.B. Piercing, Tattoos usw. als Autoaggressionen angesehen werden müssen. 'Autonom' bedeutet unabhängig. 'Autonome' nennen sich (meist junge) Menschen, die sich i.d.R. als 'linksradikal' (siehe Links/Rechts) bezeichnen, aber keiner politischen Partei angehören. Sie fordern nicht nur eine grundsätzliche Veränderung der Gesellschaft (siehe Links), sondern eine Überwindung des Staates zur Befreiung des Einzelnen in der Gesellschaft (anarchistische Tendenz). Sie treten oft gegen staatliche Gewalt zur Durchsetzung wirtschaftlicher Großprojekte (z.B. Castor, Atomkraftwerke etc.) oder internationaler Großveranstaltungen (z.B. Weltwirtschaftsgipfel) auf; manche Autonome greifen dann selber zur Gewalt und erklären diese als 'Gegengewalt' für gerechtfertigt. Bei Demonstrationen treten sie oft als 'Schwarzer Block' (schwarz ist ihre Kleidung) auf. Viele Autonome zählen sich zu den Antifas. Ausländer/innen. Wer Ausländer/in ist, bestimmt der Pass, also letztlich unser Staatsbürgerschaftsrecht von 1913. Es ist nicht nur völlig veraltet, sondern auch menschenverachtend. Unser Staatsbürgerschaftsrecht beruht nämlich immer noch weitgehend auf dem Abstammungsprinzip (jus sanguinis - Deutscher ist, wer von Deutschen abstammt), und nicht auf dem Territorialprinzip (jus soli - Staatsbürger ist, wer hier geboren ist). Die meisten Länder kennen eine Mischung aus beiden Prinzipien (Grundsätze/Regeln); in Frankreich gilt z.B. weitgehend das Territorialprinzip, weshalb es mehrere Millionen moslemische Französinnen und Franzosen nordafrikanischer Herkunft gibt. Ähnliches gilt für Großbritannien mit Millionen Bürger/innen, deren Vorfahren aus Indien, Pakistan etc. eingewandert sind. In Amerika gilt ausschließlich das Territorialprinzip. Bei uns dagegen werden jedes Jahr ca. 100.000 Kinder geboren - und sind automatisch 'Ausländer/innen'. Dieser Zustand verhindert viele Möglichkeiten der Integration, besonders weil gerade für die größte Minderheit in unserem Land, für Menschen, deren Vorfahren aus der Türkei stammen, die Einbürgerung und besonders die Möglichkeit der Doppelstaatsbürgerschaft äußerst erschwert wird. Ausländerfeindlichkeit und Fremdenfeindlichkeit sind eher verschleiernde Begriffe für das hier gemeinte Problem. Es sind eben nicht die Ausländer/innen oder die Fremden, die angefeindet, angegriffen oder diskriminiert werden, sondern immer nur bestimmte Menschen mit bestimmten Merkmalen. Dabei geht es eben nicht (nur) um den Pass, entscheidend sind eher Merkmale (wie z.B. Armut, Hautfarbe, Herkunft, Religion usw.) auf Grund derer ihnen Fremdheit (oder andere Eigenschaften) zugeschrieben wird. Bei solchen Zuschreibungen handelt es sich um Rassismus. 'Ausländerkriminalität'. Wenn Menschen ohne deutschen Pass oder mit fremdem Aussehen tatsächlich eine Straftat begehen oder nur mutmaßlich begehen, sprechen Politiker/innen und Medien gerne von "Ausländerkriminalität". Heimlich ist damit ein Begriff eingeführt, der unterstellt, dass sogenannte Ausländer/innen krimineller seien als Deutsche. Tatsächlich gibt es unter 'Ausländer/innen' Kriminalität und doch ist der Begriff irreführend, denn niemand wird von 'Inländer/innenkriminalität' oder 'Deutschenkriminalität' sprechen, obwohl es die natürlich auch gibt. In einigen Ländern ist es übrigens verboten, in Medienberichten über Verbrechen die Nationalität, Herkunft, Religion etc. des/der (mutmaßlichen) Täters/in anzugeben. Bei uns steht häufig in der Zeitung 'der 20jährige Türke X. Y. hat ...' (auch wenn der Verdächtige hier geboren wurde), aber es heißt nie 'die 25jährige deutsche Bankräuberin ...' Auschwitz war das größte Vernichtungslager der Nazis. Dort wurden während des 2. Weltkriegs von Deutschen ca. 1,5 Millionen Menschen (meistens mit dem Gas Zyklon B) ermordet, darunter ca. 1 Million Juden aus allen europäischen Ländern, Polen nichtjüdischen Glaubens, Roma und Sinti, sowjetische Kriegsgefangene und Homosexuelle. Insgesamt gab es über 1000 Konzentrationslager. Neben Auschwitz lagen die größten in Polen und zwar in Belzec, Chelmno, Majdanek, Sobibor, Treblinka. Holocaust ist die englisch-sprachige Bezeichnung für die Vernichtung von ca. 6 Millionen europäischen Juden durch Deutsche im 2. Weltkrieg; dieser Völkermord (Genozid) wird auch mit dem hebräischen Wort 'Shoa' bezeichnet. Auschwitzlüge nennt man das Leugnen von 'Auschwitz' bzw. des 'Holocaust'. Neonazis behaupten heute, dass in Auschwitz nie Menschen systematisch ermordet, vor allem nicht vergast wurden; sie leugnen also die Existenz von Auschwitz als Vernichtungslager. Allenfalls, so erklären sie, seien in Auschwitz einige Tausend Menschen an Seuchen gestorben. Ausweisung nennt sich die Aufforderung des Staates gegenüber einer/m Ausländer/in, die Bundesrepublik zu verlassen. Ausgewiesen werden kann, wer z.B. die freiheitlich demokratische Grundordnung oder die Sicherheit der Bundesrepublik gefährdet, sich an Gewalttaten beteiligt oder dazu aufruft und damit droht, eine vorsätzliche Straftat begeht, gegen Rechtsvorschriften verstößt, drogenabhängig ist oder dealt, obdachlos ist oder Sozialhilfe in Anspruch nimmt usw. (siehe Ausländergesetz §§ 45 - 48) Berber ist die Selbstbezeichnung der Menschen, die oft abwertend und beleidigend "Penner" (weil sie oft unter Brücken oder auf Parkbänken schlafen ("pennen")) genannt werden. Der Begriff Berber leitet sich von dem Begriff der Berber-Völker in Nordafrika ab, die sich früher, einen großen Teil ihres Lebens, auf Wanderung befanden. "Boches" und "Moffen". In Frankreich werden manchmal Deutsche verächtlich als "Boches" und in den Niederlanden als "Moffen" bezeichnet. Frag mal nach, was die Leute dort unter diesen Begriffen verstehen und Dich selber, ob Du Dich danach noch gerne so bezeichnen lassen möchtest. Viele Menschen lehnen heute vorurteilsbeladene Bezeichnungen für sich selber ab - sie haben wie Du - ein Recht darauf. "Buschzulage". Weiße Europäer/innen und Nordamerikaner/innen haben schon vor Jahrhunderten die Vorstellung entwickelt, ihre Kultur sei anderen überlegen. Als besonders primitiv werden seit dieser Zeit Schwarze in Afrika dargestellt, als Inbegriff von Unterentwicklung und Minderwertigkeit gilt das Leben im Urwald, im "Busch". Chauvi ist der eher freundliche Begriff für einen Chauvinisten. Chauvinismus ist ein übersteigertes, selbstgefälliges, überhebliches Männlichkeitsgebaren. Früher wurde dieser Begriff, aus Frankreich stammend, häufig für fanatische Vaterlandsliebe eingesetzt. 'Coming Out' bedeutet das öffentliche Bekenntnis eines gleichgeschlechtlich orientierten Menschen zu seiner Neigung. Courage, siehe Zivilcourage. Deeskalation, Demokratie, Diktatur, Diskriminierung, Duldung Deeskalation, siehe Eskalation. Demokratie stammt aus dem Griechischen und bedeutet Volksherrschaft. Diese Bedeutung geht über das reine Abstimmen bei Wahlen hinaus. Demokratie bedeutet nämlich auch, mit den gleichen Rechten an gesellschaftlichen Vorgängen teilhaben zu können wie alle anderen Menschen auch. Teilhaben heißt, aktiv zusammen mit anderen beispielsweise in Jugendorganisationen zu arbeiten und an Entscheidungsprozessen beteiligt zu sein. Demokratie schließt das Anhören der Meinungen von und den Respekt vor Minderheiten ein, selbst wenn die Mehrheit eine andere Meinung vertritt. Demokratie heißt auch, mit Vielfalt umgehen und am Ende einen Kompromiss zum Wohle aller finden zu können. Diktatur ist das Gegenteil von Demokratie. Diktatur bedeutet i.d.R. die Herrschaft einer Minderheit oder einer einzigen Person über eine Mehrheit, wobei diese Herrschaft nicht auf Abstimmungen und Interessensausgleich beruht, sondern auf Terror und Gewalt. Diskriminierung ist die herabsetzende Behandlung von Menschen aufgrund von Merkmalen wie Herkunft, Hautfarbe, Aussehen, Nationalität, Geschlecht, sexuelle Orientierung, Kultur oder Religion. Diskriminierendes Verhalten kommt sowohl im Alltag, z.B. in der Schule, in der Disko, am Arbeitsplatz oder in öffentlichen Verkehrsmitteln, als auch in den Medien, Gesetzen oder öffentlichen Einrichtungen vor. Duldung ist der (zeitweilige) Verzicht auf die Abschiebung einer/s Migrantin/en oder eines Flüchtlings, der/die verpflichtet ist, Deutschland zu verlassen, weil er/sie ausgewiesen worden ist oder keine Aufenthaltsgenehmigung erhalten hat. Eine Duldung wird i.d.R. erteilt, wenn rechtliche, dringende humanitäre oder persönliche Gründe oder erhebliches öffentliches Interesse seine vorübergehende weitere Anwesenheit in der Bundesrepublik erfordert (siehe Ausweisung, Toleranz) (siehe Ausländergesetz §§ 55 - 56). Empathie, Endlösung, Eskalation, Eskimo, Ethnie, Ethnische Minderheit, Ethnisierung, Extremismus Empathie bezeichnet die Fähigkeit, sich in einen anderen hineinzufühlen, "in den Schuhen" eines anderen zu gehen und Dinge mit den Augen eines anderen sehen und beurteilen zu können. Empathie ist eine Grundfähigkeit für die interkulturelle Kommunikation. Wenn ich mich nicht in den anderen / die andere hineinversetzen kann, bin ich in Gefahr, ihn oder sie stereotyp, d.h. vorurteilsbehaftet zu beurteilen. Die Fähigkeit zur Empathie fällt Menschen leichter, wenn sie mit sich selbst identisch, also sich selber mit ihren Stärken und Fehlern mögen können. Endlösung. Ein von den Nazis eingeführter Begriff, der verharmlosen und verschleiern sollte, dass es sich dabei um die planmäßige Ermordung aller Juden handelt. Eskalation ist die stufenweise Steigerung und Verschärfung vorhandener Mittel (z.B. Gewalt), um ein Ziel zu erreichen. Dieser Begriff wird häufig im militärischen und politischen Bereich verwendet. Deeskalation bezeichnet exakt das Gegenteil. "Eskimo", siehe Inuit. Ethnie ist eine Menschengruppe, deren Mitglieder sich auf gleiche oder ähnliche kulturelle Traditionen (Religion, Verwandtschaft usw.) beziehen, welche die Vorstellung gemeinsamer Herkunft teilen, häufig auch die gleiche Sprache sprechen und i.d.R. in einer bestimmten Region gemeinsam leben. Zentral ist die Vorstellung der Mitglieder, sich auf Grund dieser Merkmale von anderen Gruppen / Ethnien zu unterscheiden. Ethnische Minderheit. Eine ethnische Minderheit ist eine Gruppe von Menschen, die in einer Gegend lebt, in der sie weniger als die Hälfte der Bevölkerung ausmacht, und deren Angehörige gemeinsame Merkmale aufweisen, die sie von der Mehrheitsbevölkerung unterscheiden. Eine Minderheit hat gegenüber der Mehrheit häufig einen niederen gesellschaftlichen Rang und ist oft in einer schlechteren wirtschaftlichen Lage. Ethnisierung findet immer dann statt, wenn bestimmten Gruppen wegen ihrer Herkunft bestimmte Merkmale zugeschrieben werden. Dabei geht es vor allem um die Verwandlung von sozialen oder kulturellen Unterschieden in herkunftsbezogene Merkmale. Extremismus bezeichnet eine am äußersten Rand unserer Gesellschaft angesiedelte (z.B. politische) Haltung oder Richtung. Das Wort extrem kommt aus dem Lateinischen und ist die Höchststufe der Steigerung von ‚aussen'. Fanatisch, Farbige, Faschist/in, Faschos, Flucht, Flüchtling, Fremdenfeindlichkeit, Fundamentalismus Fanatisch werden Menschen genannt, die versuchen, ihre Ideen und Ziele kompromisslos durchzusetzen und dabei ohne Rücksicht auf andere, oft blind vor Eifer, vorgehen. "Farbige". Auf die negative-bildhafte Sprache, die in der christlich-abendländischen Kultur mit der Farbe Schwarz verknüpft ist, hat die von Schwarzen in den USA ins Leben gerufene antirassistische Bewegung selbstbewusst reagiert - mit einer ausdrücklichen Umwertung der Farbe Schwarz in: "Black is beautiful". Die Selbstbezeichnung als Schwarze ist eine deutliche Abgrenzung von der Sprache, welche die Sklavenhaltergesellschaft geprägt hat. Verschiedene Gruppen wie die "Women of Colour" wählen den Begriff "Farbige" als eine positive Selbstbezeichnung. Die Idee dabei ist, die Unterschiede zwischen Frauen verschiedener "Hautfarben" nicht zu verwischen. Faschist/innen (Neofaschist/innen). Der Faschismus wurde 1919 durch B. Mussolini begründet. Er lebt von der Idee eines totalitären Staates unter der autoritären Führung eines einzelnen (Duce) und vom grundsätzlichen Gegensatz zur Demokratie.
Der Nationalsozialismus in Deutschland (1933-45) ist eine Form des Faschismus (siehe Nazis). 'Faschos' (siehe links/rechts) nennen sich heute junge Neonazis (siehe Nazis), oft aber auch Mitläufer/innen, die vom Faschismus noch nie ein Wort gehört haben. Sie alle eint oft dumpfer ‚Ausländer/innenhass' und einige Kennzeichen der rechten Skin-Szene (siehe Skin) wie z.B. Springerstiefel, Vorliebe für hasserfüllte, rechtsextreme OI-Musik, Bomberjacke, oft Glatze evtl. Baseballschläger usw.. Der Begriff Fascho wird auch als Schimpfwort von eher links orientierten Leuten für politisch rechts orientierte Gegner benutzt. Flucht. In diesem Moment befinden sich ca. 50 Millionen Menschen (weltweit) auf der Flucht. Sie fliehen vor Armut, Hunger, politischer Verfolgung und ökologischen Zerstörungen. 26 Millionen gelten als "Vertriebene innerhalb der Grenzen ihres Heimatlandes". 23 Millionen Menschen haben ihr Herkunftsland verlassen. Von diesen 23 Millionen Menschen sind 99 % Frauen und Kinder, die nun in Flüchtlingslagern an der Grenze ihrer Nachbarländer, vor allem in Afrika und Asien, leben. 700.000 Menschen "schaffen" es nach "Europa" (EU), davon sind 25 % Frauen. Flüchtling. Ein Flüchtling ist eine Person, die vor Gefahren oder lebensbedrohlichen Situationen flieht. Als Flüchtlinge werden auch Menschen definiert, die vor wirtschaftlicher Unsicherheit, Ausbeutung, Hunger und Elend fliehen (oft werden diese Flüchtlinge als "Wirtschaftsflüchtlinge" in Verruf gebracht). Die Flüchtlings-Definition der Genfer Konvention bezieht alle ein, die aufgrund ihrer Herkunft, Religion, Staatsangehörigkeit, Zugehörigkeit zu einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe oder ihrer politischen Überzeugung verfolgt werden. Die afrikanische Definition eines Flüchtlings schließt auch diejenigen mit ein, die vor Naturkatastrophen und Hungersnöten fliehen. Die jüngsten, in Dublin getroffenen (europäischen) Vereinbarungen, beschränken die Definition der Genfer Konvention ausschließlich auf von einem Staat verfolgte Einzelpersonen. Viele Menschen bei uns haben vergessen, dass Millionen von Deutschen in den letzten 200 Jahren als Flüchtlinge Deutschland verlassen mußten. Sie flohen vor Fürstenwillkür, religiöser oder politischer Verfolgung, vor Bürgerkrieg oder dem drohenden Hungertod. Sie fanden Aufnahme in Nachbarländern genauso wie in fernen Kontinenten. Allein in den USA führen ca. 50 Millionen Menschen ihre Herkunft auf deutsche Flüchtlinge und Auswanderer/innen zurück (siehe Migrant/in). Übrigens wandern auch heute noch jedes Jahr ca. 150.000 Deutsche aus - die meisten aus wirtschaftlichen Gründen. Fremdenfeindlichkeit, siehe Ausländerfeindlichkeit, Rassismus, Xenophobie. Fundamentalismus nennt man jede Form von fanatischem Extremismus, der zur Durchsetzung eigener (oft religiöser) Ziele gegen Andersdenkende auch mit Gewalt vorgeht. Genozid, Gewalt, Gewaltprävention, Gleichheit, Gott und Allah Genozid bezeichnet die geplante Ermordung bestimmter Ethnien (siehe Shoa). Gewalt tut weh. Gewalt verletzt und zerstört. Gewalt liegt immer dann vor, wenn Menschen gezielt oder fahrlässig physisch (körperlich) oder psychisch (seelisch) geschädigt werden. Gewalt ist immer an Macht geknüpft. Dazu gehört auch der Bereich der strukturellen Gewalt, also Ordnungssysteme und ökonomische Prinzipien (z.B. Arbeitslosigkeit, ungerechte Gesetze, Obdachlosigkeit, Armut usw.), die materielle, soziale und ideelle menschliche Entwicklungen beeinträchtigen oder verhindern. (siehe auch Aggression und Notwehr) Gewaltprävention ist die gezielte und erfolgreiche Vorbeugung und Intervention (einmischen, vermitteln und handeln) zur Vermeidung und Verringerung von Gewalt. Dabei geht es darum, sich mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu verständigen, dass Gewalt verletzt, schädigt und eskaliert. Frieden ist nur möglich, wenn wir uns auf Regeln des gewaltfreien Umgangs einigen, die für alle gelten können und sollen, und deshalb wirksam werden.
Gleichheit meint den Zustand der Gleichwertigkeit aller Menschen. Das heisst, dass keine Person mehr zählt als eine andere, unabhängig vom Beruf oder Reichtum der Eltern, von der gesellschaftlichen Stellung, der Geschlechtszugehörigkeit und Herkunft. Natürlich sind Menschen nicht identisch, was ihre Interessen, Fähigkeiten oder Lebensformen betrifft. Deshalb bedeutet Gleichheit, dass alle dieselben Rechte haben und dieselben Chancen besitzen sollen. Allen Menschen müssen die gleichen Möglichkeiten eingeräumt werden, damit z.B. Erfolg in der Schule oder am Arbeitsplatz nur von der eigenen Leistung abhängt. Gleichheit kann nur dann verwirklicht werden, wenn Menschen annähernd dieselben Voraussetzungen in Bezug auf Wohnen, soziale Sicherheit, Bürgerrechte, Bildung usw. haben. Gott und Allah, zwei Brüder? Auf die schriftliche Anfrage, ob Gott und Allah verwandt, möglicherweise sogar Brüder sind oder was, erhielt die Jugendclique 'Die Ruhrkanaker' aus der Evangelischen Kirche von Westfalen und vom Zentralrat der Muslime in Deutschland folgende Antworten:
Hautfarben, Heiden, Heterosexismus, Holocaust, Homosexualität Hautfarben. Der Mensch hat sich, wie jedes andere Lebewesen, immer an seine Umwelt und das ihn umgebende Klima angepasst. Dieser Prozess hat oft hunderte oder tausende Jahre gedauert und dabei sichtbare Merkmale, wie z. B. die Färbung der Haut, bewirkt. Solche Anpassungsprozesse waren nötig, um Menschen in der jeweiligen Region auf Dauer überleben zu lassen. Drei Wochen auf Mallorca zeigen Dir, wie dieser Prozess funktioniert. Offensichtlich waren die ersten Menschen sehr dunkel, da der Mensch seinen Ursprung in Afrika hat. Dunkle Haut ist ein Schutz gegen die Sonne. Als die Menschen nach Norden wanderten, gab es allerdings ein Problem; die Nahrungsmittel im damaligen Europa und in Asien enthielten nicht genügend Vitamin D. Der Körper kann dieses lebensnotwendige Vitamin allerdings selber produzieren, wenn die UV-Strahlung des Sonnenlichts tief genug in die Haut eindringen kann (und das kann sie bei heller Hautfarbe viel leichter). Deshalb haben Menschen ihre dunkle Hautfarbe verloren, um auf ihrer Wanderung in den Norden überleben zu können. Heiden. Der Begriff wurde offensichtlich aus dem Gotischen entlehnt und geht dort zurück auf das griechische Wort "tà éthne" mit der Bedeutung "die (anderen) Völker". Ursprünglich wurden mit diesem Begriff von den Juden die Nicht-Juden, später von den Christen die Nicht-Christen bezeichnet. Das Wort "Heiden" wird heute i.d.R. abwertend als Begriffs-Verstärkung benutzt: Heidenlärm, Heidenspaß, Heidengeld, Heidenangst. Am Beispiel Heidenlärm (besonders schlimmer Krach), kann deutlich werden, wie ‚Heiden' für etwas Negatives herhalten sollen oder den ‚Heiden' etwas Negatives in die Schuhe geschoben werden soll. Heterosexismus beschreibt die Diskriminierung von Schwulen und Lesben. Diese Diskriminierungen sind vielfältig, z.B. dumme Sprüche, Gewalt gegen homosexuelle Paare, ausgeübt von heterosexuellen Männern und Frauen, Nichtbeachtung homosexueller Lebensentwürfe und Lebensformen bis hin zu rechtlichen Diskriminierungen wie dem Verbot der Eheschließung für schwule und lesbische Paare. In unseren Gesellschaften werden Frauen und Männer in eine heterosexuelle Norm gepresst. Das bedeutet, daß alle Frauen und Männer heterosexuell zu sein haben und alle, die davon abweichen, als nicht "normal" gelten. Holocaust bedeutet ursprünglich etwa: Entsetzen, Erschrecken, Zerstörung und Verwüstung. Seit dem Nationalsozialismus wird mit diesem Begriff die planmäßige Ermordung vor allem der Juden, Roma und Sinti durch Deutsche in der Nazizeit beschrieben. Homosexualität nennt man die sexuelle Orientierung, die zum gleichen Geschlecht neigt. Heute weiß man, daß ca. 10 % aller Menschen homosexuell veranlagt sind. In manchen Zeiten galt Homosexualität unter Männern als etwas Erstrebenswertes (z.B. in manchen altgriechischen Gesellschaften). Später wurden Homosexuelle jahrhundertelang diskriminiert. Für die katholische Kirche ist z.B. Homosexualität immer noch eine 'Sünde'. Am schlimmsten war die Diskriminierung im Nationalsozialismus, wo Männer und Frauen allein schon wegen ihrer gleichgeschlechtlichen Orientierung in ein Konzentrationslager eingesperrt und dort z.T. sogar ermordet wurden. In unserer Gesellschaft ist die Diskriminierung Homosexueller offiziell abgeschafft worden, aber viele Menschen verachten Homosexuelle nach wie vor. 'Homophobie' nennt man die krankhafte Furcht vor Homosexualität und homosexuellen Menschen. Früher wurden homosexuelle Männer abwertend "Schwule" genannt; heute nennen sich viele stolz selber so. Homosexuelle Frauen nennen sich Lesben. 'Coming Out' bedeutet das öffentliche Bekenntnis eines gleichgeschlechtlich orientierten Menschen zu seiner Neigung. Heterosexualität ist die sexuelle Orientierung auf das jeweils andere Geschlecht. Illegal, Indianer, Institutioneller Rassismus, Integration, Interkulturelles Lernen, Interkulturalismus, Internationalismus, Interreligiöser Dialog, Intoleranz, Inuit, Islam Illegal. Die meisten Menschen, die sich im Bereich von Asyl und Menschenrechte engagieren, verwenden den Begriff 'illegal' nicht mehr. Statt dessen sprechen sie von 'sans-papiers' (wörtlich übersetzt aus dem französischen heißt das 'ohne Papiere'), also von Menschen, die nicht die notwendigen Papiere besitzen, um legal in dem Land zu leben, in welches sie geflüchtet oder eingewandert sind. Jemand kann "illegal" sein, weil er/sie ohne Einreiseerlaubnis ein Land betritt, weil er/sie ohne Aufenthaltserlaubnis in einem Land wohnt oder weil eine Regierung entscheidet, die Regeln für eine Aufenthaltserlaubnis zu ändern und plötzlich das Recht, in einem Land zu leben, nicht mehr gültig ist. All dies kann aber einen Menschen nicht illegal machen: Kein Mensch ist illegal! Indianer/innen. Warum sind Indianer/innen rot? Hast Du schon mal eine/n echte/n Indianer/in gesehen? Sie sind gar nicht rot - es sei denn, jemand hat sie mal wieder (für Touristen) angemalt oder aber sie stammen aus Regionen mit roter Erde und haben sich lange nicht gewaschen. Schau Dir mal die Gegend um den Grand Canyon in den USA an - rote Landschaften mit einer Urbevölkerung, deren Religion ("Mutter Erde") sich eng an die sie umgebende Natur anlehnt. Indianer/innen waren aufgrund des Klimas und der Lebensweise gut gebräunt, aber rote Indianer/innen gab es nur auf dem "Kriegspfad" oder bei religiösen Festen (bei denen sie sich aus Verbundenheit mit der "Mutter Erde" mit ihr einfärbten). Ganz anders sieht dies schon bei Indianer/innen in Kanada aus; diese ähneln in der Hautfarbe viel eher den Inuits. Institutioneller Rassismus. "Der Begriff institutioneller Rassismus soll deutlich machen, dass rassistische Denk- und Handlungsweisen nicht nur Sache der persönlichen Einstellungen von Menschen, sondern auch in der Organisation des gesellschaftlichen Miteinanders verortet sind, welche die Angehörigen der eigenen Gruppe systematisch gegenüber den Nicht-Dazugehörigen privilegieren (bevorzugen). Indem man sich solchen Bedingungen anpasst, die einen gegenüber anderen bevorzugen, beteiligt man sich an deren Diskriminierung, ohne dass persönliche Vorurteile im Spiel sein müssen." (Ute Osterkamp,1997) Integration bezeichnet den Vorgang der Eingliederung von Menschen in ein gesellschaftliches System (z.B. Behinderte in eine Regelschule) oder in eine Gesellschaft (z.B. Menschen anderer Herkunft). Integration heißt gesellschaftliche, gleichberechtigte Teilhabe bei gleichzeitiger Wahrung der je eigenen Identität, Religion und kulturellen Äußerungen aller Beteiligten (gerade der jeweiligen Minderheit). Integration löst dabei das Aufeinanderzugehen aller Beteiligten aus. Wenn diese Leistung nur einseitig auf die Minderheit bezogen erwartet wird, sprechen wir von Assimilation (Angleichung/Unterordnung). Interkulturelles Lernen. Interkulturelles Lernen will die Bedingungen aufzeigen und die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion gemeinsam leben sowie miteinander und voneinander lernen können. Interkulturalismus ist das Bestreben, den eigenen Horizont zu erweitern, so dass wir andere Kulturen kennenlernen und erfahren, dass durch Begegnungen mit anderen Kulturen unsere Persönlichkeit reift. Menschen, die sich voneinander unterscheiden, sollten in der Lage sein, miteinander zu leben, auch wenn sie verschiedene kulturelle Hintergründe haben. Interkulturalismus bedeutet das Akzeptieren und Respektieren von Unterschieden. Menschen, die Interkulturalismus bejahen, sind überzeugt, dass sie durch Begegnungen mit anderen Kulturen lernen und gewinnen können. Internationalismus ist eine Sicht der Welt, die das menschliche Leben, die Menschenrechte und die Menschenwürde als wichtiger und bedeutender einstuft als die Staatsangehörigkeit. Internationalismus ist die Weigerung, grundlegende Unterschiede zwischen Menschen, welcher Staatsangehörigkeit auch immer, anzuerkennen. Als logische Folge engagieren sich Menschen, die Internationalismus bejahen, gegen Nationalismus, Rassismus, Faschismus, Sexismus, Antisemitismus, Homophobie und andere Formen von Menschenverachtung (siehe auch Nation). Interreligiöser Dialog bezieht sich auf den Kontakt, das Gespräch und die Verständigung zwischen den religiösen Glaubensgemeinschaften, um sich zu begegnen und über Wert- und Lebensvorstellungen in einen Austausch zu treten. Intoleranz ist der Mangel an Respekt gegenüber der Kultur, den Gebräuchen und den Glaubenseinstellungen anderer. Sie wird gezeigt, wenn jemand nicht bereit ist, andere Menschen auf ihre Art leben zu lassen oder andere Meinungen zuzulassen. Intoleranz kann dazu führen, dass Menschen wegen ihres Glaubens, ihrer Sexualität, sogar ihrer Kleidung oder ihrer Haartracht diskriminiert werden. Intoleranz akzeptiert keine Unterschiede. Sie bildet den Grundstock für Rassismus, Antisemitismus, Feindbilder und Diskriminierung im allgemeinen. Sie kann leicht zu Gewalt führen. Inuit heißt Mensch und ist die Selbstbezeichnung der "Eskimos". Der Begriff "Eskimo" stammt aus der indianischen Sprache, bedeutet Rohfleischesser/in und wird von den Inuits abgelehnt. Die etwa 100 000 Inuits leben heute in Grönland, Sibirien und im arktischen Teil Nordamerikas. Islam. Der Islam entstand im 7. Jahrhundert als jüngste Weltreligion nicht weit von dem Gebiet, in welchem auch andere Religionen, wie das Judentum und das Christentum, ihren Anfang hatten. Verkünder des Islam war Muhammad (auch Mohammed) (ca. 570 - 632 nach christl. Zeitrechnung). Muslime glauben, dass er die von allen Propheten vermittelte Botschaft Gottes, die nach muslimischem Verständnis immer wieder von den Menschen verfälscht worden ist, endgültig im wahren Sinne Gottes übermittelt hat. Jude ist nach jüdischer Definition 'wer von einer jüdischen Mutter stammt'. Allerdings ist das gar nicht so leicht festzustellen, wenn jemand nicht religiös ist. Denn da es keine Rassen gibt (siehe Rasse, Rassismus) gibt es auch keine jüdische Rasse. Juden gibt es in ganz Europa (aber auch in Nordafrika und in allen anderen Teilen der Welt), seit sie im Altertum von den Römern aus Israel vertrieben wurden. Im Mittelalter gab es in vielen europäischen Städten jüdische Familien, die oft (wie in arabischen Städten) in eigenen Stadtvierteln lebten, die nach dem ersten solcher Viertel in Venedig 'Ghetto' genannt wurden. Das Zusammenleben zwischen Juden und Christen (und in vielen Städten zwischen Juden, Christen und Muslimen) verlief meist friedlich; allerdings kam es auch immer wieder zu Judenverfolgungen, in denen jüdische Familien von ihren (meistens christlichen) Nachbarn ermordet wurden, wenn es in einer Stadt soziale Probleme gab, für die man die Juden als religiöse Minderheit zum "Sündenbock" machte oder wenn sich einflussreiche Leute das Vermögen der Juden aneignen wollten und den 'Volkszorn' anheizten. Im 19. Jahrhundert kam es besonders in Osteuropa zu mehreren Massenverfolgungen von Juden, die mit dem russischen Wort 'Pogrom' (Sturm) bezeichnet wurden. Aber auch in Deutschland und Österreich wurde der Antisemitismus in dieser Zeit von christlichen Geistlichen, Politiker/innen, Militärs, Zeitungen etc. geschürt. Diese Hetze hat auch Adolf Hitler stark beeinflusst. Zu Beginn des Nationalsozialismus (1933) gab es in Deutschland ca. 500.000 Juden (Menschen die sich nach Herkunft oder Religion selber so bezeichneten); sie wurden zunächst stark benachteiligt und bald verfolgt, später kam es an ihnen und der jüdischen Bevölkerung in den von Deutschland besetzten Gebieten zum größten Massenmord in der Geschichte (siehe Auschwitz, Holocaust und Shoa). 1994 gab es in Deutschland mit einer Gesamtbevölkerung von 80 Mio. nur ca. 40.000 Menschen jüdischen Glaubens. Kanaken, Kanaksprak, Kirchenasyl, Konzentrationslager, Kopftuch, Koran, Kultur Kanaken nennen sich die Ureinwohner/innen Polynesiens und einiger Südseeinseln (das Wort bedeutet: 'Mensch'). Umgangssprachlich werden bei uns Angehörige von Minderheiten (insbesondere der türkischen Minderheit in Deutschland) oft als 'Kanaken' beschimpft. Einige Jugendinitiativen (z.B. die Ruhrkanaker aus dem Ruhrgebiet) und junge Deutsch-Türken (absurderweise in Deutschland mit einem türkischen Pass geboren, siehe Ausländer/innen) haben nun den Spieß umgedreht und bezeichnen sich selber stolz als 'Kanaken', um der deutschen Mehrheit das eigene Vorurteil vorzuhalten. Kanaksprak ist die Mischsprache von Migrantenjugendlichen, die Teile der Ursprungs- und der deutschen Sprache kreativ miteinander vernetzt. Kirchenasyl ist eine Form des öffentlichen, zivilen Ungehorsams, bei dem i.d.R. eine Kirchengemeinde einem von Abschiebung bedrohten Flüchtling (in der Kirche) Schutz gewährt. Das Kirchenasyl ist die allerletzte Möglichkeit, um Flüchtlinge vor einer voreiligen Abschiebung zu bewahren. Damit soll ein Zeitaufschub erreicht werden, der die Nutzung aller rechtlichen Möglichkeiten eröffnet. Konzentrationslager = KZ (siehe Auschwitz). Konzentrationslager werden gefängnisähnliche Einrichtungen zur massenhaften Gefangennahme von missliebigen Personen genannt. Konzentrationslager wurden erstmals um 1895 im revolutionären Kuba errichtet. Am bekanntesten sind jedoch die unter der Nazi-Herrschaft in Deutschland und Osteuropa errichteten Konzentrationslager, die vor allem als Vernichtungslager der planmäßigen Ermordung der Juden dienten. Kopftuch. Das Tragen eines Kopftuches ist keine ursprünglich islamische Vorschrift, sondern Ausdruck kultureller Verbundenheit. Je Region haben sich auch im Islam die kulturellen Besonderheiten unterschiedlich entwickelt. So ist z.B. in den islamischen Ländern Südostasiens, wie beispielsweise Indonesien, der Schleier fast unbekannt oder zumindest ungebräuchlich. Allein von daher verbietet es sich, Kopftuchtragen von vornherein herabzusetzen. Vielmehr geht es heute darum, für kulturelle Unterschiede und deren Ursachen zu sensibilisieren. Koran. Muslime glauben an Allah (Gott) und den Koran, den Allah an seinen Propheten Mohammed durch den Erzengel Gabriel offenbarte. Zum Weiterlesen siehe Muslime / Islam. Kultur sind alle geistigen, künstlerisch - schöpferischen, gesellschaftlichen und materiellen Lebensäußerungen eines Einzelnen oder einer Gemeinschaft, die zum Ziel haben, sich mit Menschen zu verständigen, um das friedliche Miteinander von Menschen und die Lust am Leben zu fördern. In diesem Prozess der Verständigung können sich Menschen ebenso wie Kulturen verändern. Links/Rechts. Die politischen Begriffe links und rechts beziehen sich ursprünglich auf die Sitzpositionen in der Nationalversammlung der ersten französischen Republik nach der französischen Revolution (1789). Mit der Zeit haben sie eine andere Bedeutung gewonnen und werden in Zukunft vielleicht noch ganz andere Bedeutungen erhalten. Gemeinhin bedeutet links soviel wie fortschrittlich, an die Möglichkeit einer Veränderung glaubend, der Idee der Gleichwertigkeit von Menschen anhängend und für den Schutz des/der Schwächeren eintretend. Rechts bedeutet dagegen eher bewahrend, an Bestehendes und Bewährtes glaubend, der Idee des Erfolgs des/der Tüchtigen anhängend und für eine starke Regierung weniger Auserlesener eintretend. Macht, Machtmissbrauch, Mauscheln, Menschenrechte, Migrant/in, Migrant/innen in der Sprache der Medien, Minderheit, Minderheitenschutz, Moffen, Multikulturalismus, Muselmann, Muslim/Muslima Macht ist zuerst einmal weder gut noch schlecht. Sie ist immer fragwürdig und rechtfertigungsbedürftig und kann grundsätzlich verstanden werden, als die Fähigkeit zu verändern und zu handeln. Macht wird Menschen anvertraut; wenn dieses Vertrauen missbraucht wird, sprechen wir von Machtmissbrauch. Machtmissbrauch liegt immer dann vor, wenn Macht ausgeübt wird, um andere zu schädigen, geltendes Recht zu beugen oder andere zu unterdrücken. "Mauscheln" ist ein Wort aus der (jiddischen) Sprache der Juden in Deutschland. Mauschel ist das jiddische Wort für Mose und mauscheln heißt nichts anderes, als in der Sprache des Mose (also: hebräisch) zu sprechen. In die deutsche Umgangssprache wurde das Wort allerdings mit einer ganz anderen Bedeutung aufgenommen - es steht hier eher für betrügerisches, unehrliches, undurchsichtiges Verhalten. Dieser Sprachgebrauch basiert auf der Behauptung: Jiddisch sprechende Menschen betrügen. Der Ausdruck "mauscheln" beinhaltet und transportiert somit ein antisemitisches Vorurteil. Menschenrechte sind die Rechte, auf die jeder Mensch ohne Ausnahme und ohne Vorbedingung oder Vorleistung ein Anrecht hat. Diese Rechte haben ihren Ursprung in den Ideen der Philosophen des Zeitalters der Aufklärung im 18. Jahrhundert. Menschenrechte beinhalten soziale Rechte (wie z.B. das Recht auf Arbeit, Wohnung, Nahrung) und politische Rechte (wie z.B. das Recht der freien Meinungsäußerung, den Schutz vor Folter). Alle demokratischen Staaten in Europa haben die Europäische Erklärung der Menschenrechte oder die UN-Deklaration der Menschenrechte, (die am 10. Dezember 1948 (Tag der Menschenrechte) als Folge der massenhaften, rassistischen Unterdrückung und Übergriffe veröffentlicht wurden) unterzeichnet. Migrant/in. Ein Migrant oder eine Migrantin ist eine Person, die von ihrem Heimatort dauerhaft an einen anderen Ort umsiedelt. Wir unterscheiden Binnenmigration (innerhalb des Landes) von Außenmigration (von einem Land in ein anderes). Nach dem zweiten Weltkrieg wurden viele Deutsche zu Migrant/innen, weil sie auf Grund des von der deutschen Regierung begonnenen Krieges und seiner Folgen ihren Heimatort verlassen mußten. Viele Menschen anderer Herkunft waren, bevor sie nach Deutschland kamen, Binnenmigrant/innen, weil sie auf der Suche nach Arbeit z.B. ihre bäuerliche Herkunft gegen ein Leben in der Großstadt eingetauscht haben. Vor der drohenden Verslumung flohen sie oft weiter in ein anderes Land, um ein Leben in Würde (und mit Arbeit) leben zu können. Eine Zeitlang hat die Bundesrepublik Deutschland Menschen aus anderen Ländern als Arbeitskräfte angeworben. Man spricht deshalb auch von Arbeitsmigrant/innen (siehe Wanderung - Migration). In unserer heutigen Sprachregelung sind alle Flüchtlinge (auch jene die (noch) nicht anerkannt sind), alle Aussiedler und alle wegen Arbeit Angeworbenen: Migrant/innen. Migrant/innen in der Sprache der Medien: Fluten und Ströme - Menschen als Problem. Eine Spezialität der Darstellung von Einwander/innen in vielen Medien ist es, diese als eine Bedrohung zu beschreiben. Immer wieder werden Bilder von Naturkatastrophen herangezogen, die den Eindruck erwecken, durch Zuwanderung werde die Gesellschaft ausgerottet und überflutet: Da ist die Rede von "Asylantenströmen", von "Asylantenfluten", von "Eindämmung der Asylantenspringflut" und ähnlichem. Als eine negative Form, bei der Abhilfe nottut, wird die Anwesenheit von Nichtdeutschen auch durch Begriffe wie "Asylantenproblem" oder "Ausländerproblematik" gekennzeichnet. Damit werden Menschen künstlich zum Problem gemacht. Minderheit. Menschen können aus verschiedenen Gründen als Minderheit gelten: Weil sie einer anderen Religion angehören als die Mehrheit (Juden oder Muslime sind in Deutschland religiöse Minderheiten), weil sie eine andere sexuelle Orientierung entwickeln als die Mehrheit (ca. 10 % der Menschen zeigen eher homosexuelle als heterosexuelle Orientierung), oder weil sie aus einer anderen Volkszugehörigkeit (oft an sprachlichen, kulturellen oder religiösen Merkmalen deutlich) stammen als die Mehrheit (sog. 'ethnische Minderheiten'). Die demokratische Reife einer Gesellschaft zeigt sich immer auch an ihrem Umgang mit Minderheiten (auch mit Minderheitenmeinungen). Wer unter Demokratie nur die Regel 'Mehrheit entscheidet' versteht, der vergisst die Minderheiten und ihre Rechte, deren Berücksichtigung oft den 'fairen Kompromiss' erfordert. Dass dies in der Praxis meist nicht beachtet wird, zeigt ein Blick auf viele Gesellschaften, die sich 'demokratisch' nennen und nichts dabei finden, dass Angehörige ihrer Minderheiten deutlich unterprivilegiert sind, also weniger Macht, Einkommen, Rechte etc. als Mitglieder der Mehrheit haben. Minderheitenschutz. In der Europäischen Union gibt es Bestimmungen, welche die Rechte von Minderheiten gewährleisten sollen. Besonderen Schutz genießen dabei ethnische Minderheiten, denen die Mehrheitsbevölkerung eines Landes die Pflege ihrer besonderen Kultur, Sprache, evtl. Religion ermöglichen muss, auch wenn dies zu besonderen Kosten und zu einer (scheinbaren) Bevorzugung der Minderheit führt (schließlich hat die Minderheit es ja auch besonders schwer, ihre Kultur inmitten einer anderen Mehrheitskultur zu bewahren). Leider werden diese Bestimmungen nicht überall ausreichend beachtet, obwohl Minderheiten für eine Mehrheit immer eine Bereicherung bedeuten. "Moffen", siehe "Boches". Multikulturalismus bedeutet die Existenz und den Austausch verschiedener Kulturen mit- und nebeneinander in einem Land. Viele verwenden diesen Begriff ideell, wenn sie von einer sich gegenseitig bereichernden (antirassistischen) Zukunft reden. Multikulturalismus kann aber auch eine gegenseitige Isolierung von Kulturen bedeuten. Manche Rassist/innen glauben an eine Art Multikulturalismus ähnlich dem früheren 'Apartheid'-System in Südafrika, wo die verschiedenen Kulturen auf grausame und ungerechte Weise voneinander getrennt wurden. Wir schlagen vor, die multikulturelle Gesellschaft als eine Gesellschaft zu definieren, in der Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur mit- und nebeneinander leben lernen. Dazu gehört: Konflikte wahrnehmen und bearbeiten können und manchmal, Fremdes auch getrost fremd sein zu lassen. Die Idee einer 'multikulturellen' Gesellschaft geht davon aus, dass Kulturen lebendig sind, sich verändern und sich auch gegenseitig befruchten können. Dabei begegnen sich Mehrheit und Minderheiten in Respekt und Achtung und in der Bereitschaft voneinander zu lernen. Multikultur will 'Einheit in der Vielfalt', also eine kulturelle Buntheit auf der Basis von Gleichberechtigung, Respekt, Solidarität und Gerechtigkeit. Muselmann. Dieser Begriff für Muslime wurde aus dem Italienischen (Musulmano) und dem Türkischen (Musliman) entlehnt. Im Deutschen wurde der Begriff oft herabsetzend gebraucht (z.B. in dem Kinderlied "CAFFEE" mit dem Text: "...sei doch kein Muselmann, der das nicht lassen kann"). Weil der Begriff heute kaum noch gebräuchlich ist empfehlen wir, ganz auf ihn zu verzichten und von Muslimen zu reden. Muslim (männlich), Muslima (weiblich) bedeutet: "der/die sich Gott ergeben hat". Muslime glauben an Allah (Gott) und den Koran, den Allah an seinen Propheten Mohammed durch den Erzengel Gabriel offenbarte. Weder Inhalt noch Wortlaut des Koran stammen von Mohammed oder seinen Gefährten. Für Muslime stellt der Koran die letzte Offenbarung Gottes dar, die deshalb unverändert bleiben wird, weil sie nicht nur als Urtext niedergeschrieben, sondern in jeder Generation von Abertausenden auswendig gelernt wurde. Der Koran beinhaltet allgemeine Aussagen zu Moral und Ethik, Fundamente des Glaubens, Grundsätze der Gottesdienstlehre, der zwischenmenschlichen Beziehungen, des Erlaubten und Verbotenen sowie Geschichten der anderen Propheten und Religionsgemeinschaften. Da der Koran fast nur Grundsätze und allgemein gefasste Aussagen beinhaltet, bedarf er der Auslegung. Die Interpretation des Koran begann schon zu Lebzeiten des Propheten und musste sich immer wieder den veränderten Zeiten und Gegebenheiten anpassen. Dies ist nicht nur erlaubt und erforderlich, sondern auch islamisch vorgeschrieben. Alle Auslegungen können als islamisch akzeptiert werden, solange sie die Fundamente der Religion und die Grundsätze der Lehre beachten. Es gibt Übersetzungen des Koran in allen Sprachen. Im rituellen Gebet kann aber nur vom arabischen Urtext des Koran rezitiert (vorgetragen) werden. Nasen, Nation, Nationalismus, Nationalsozialismus, Nazis, Neger, Neonazis, Neue Rechte, Nikolaus, Notwehr Nasen. Warum haben manche Menschen eine schmale und andere eine breite Nase? Verschiedenartige Nasen sind eine Anpassungsleistung des Menschen an seine Umwelt; schmale Nasen haben dort einen Sinn, wo die Luft sehr kalt ist, damit sie genug Zeit hat, sich auf dem Weg in die Lunge zu erwärmen; ist die Luft dagegen warm und feucht wie im Urwald, müssen Temperatur und Feuchtigkeit nicht durch den Filter der Nase reguliert werden; breite Nasenflügel sind hier sinnvoll. Vermutlich haben sich lange Nasen ursprünglich in staubigen Wüstenregionen ausgebildet. Die Nase hilft uns nicht nur, Atemluft zu wärmen oder abzukühlen, durch die Schleimhäute reinigt sie auch die Luft. Du weißt es selber, wenn Dein Finger in der Nase stecken geblieben ist, was Du dort gesucht hast. Menschen mit einem "ordentlichen Zinken" haben in staubiger Landschaft weniger Probleme mit staubiger Luft (in den Lungen). Nation. Eine Nation ist eine Gruppe von Menschen, die den Wunsch haben, als eine Gemeinschaft betrachtet zu werden. Sie bekennen sich i.d.R. zu gemeinsamen Vorfahren, einer gemeinsamen Geschichte und häufig auch zu einem gemeinsamen Siedlungsgebiet. Nationen sind keine organischen, biologischen oder natürlichen Einheiten. Sie existieren, weil bestimmte Menschen oder Gruppen es so wollen. Sie existieren in der Vorstellung. Die Vorstellung von der Existenz von Nationen ist recht neu; sie entstand im 19. Jahrhundert. Staaten, welche die Menschen auf ihrem Gebiet vereinen wollten, schufen die Idee der Nation mit einer Geschichte, einer Sprache und einem festumrissenen Staatsgebiet. Nationalismus ist eine politische Ideologie (politisches System), die das Interesse einer "Nation" oder einer bestimmten nationalen Gruppe über die Interessen anderer und auch über alle anderen Bindungen, egal ob familiärer, freundschaftlicher, geschlechtsspezifischer Natur, stellt. Nationalismus macht einen Unterschied zwischen Menschen aufgrund einer Grenze, die oft nichts mit den Menschen, die in der Region leben, zu tun hat, sondern durch eine/n Herrscher/in oder eine Regierung mittels eines Federstrichs auf einer Karte gezogen wurde. Diese politische Bewegung beansprucht die Überlegenheit der Bürger/innen einer Nation über die einer anderen und ruft meistens Argwohn, Misstrauen und Feindschaft anderer Nationen hervor. Nationalsozialismus. Die nationalsozialistische Weltanschauung gründet vor allem auf zwei Texten: Hitlers "Mein Kampf" und A. Rosenbergs "Der Mythos des 20. Jahrhunderts". Der Nationalsozialismus ist eine Form des Faschismus. Er unterscheidet sich vom historischen Faschismus (Mussolinis, Italien) durch den Rassismus (den Wahn einer "arischen" Überlegenheit), den Antisemitismus und seine industrialisierte Mordpraxis. Er entspricht dem Faschismus in jeder anderen Hinsicht, besonders in seinem fanatischen Feindbild gegenüber z.B. Demokrat/innen und Andersdenkenden. Nazis (Neonazis). Wer heute immer noch oder schon wieder das politische System (Ideologie) und die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse des Nationalsozialismus für erstrebenswert, verteidigungswürdig und nachahmenswert hält bzw. sie in seinen Worten, Schriften und Taten verherrlicht, gleichviel ob als "Einzelkämpfer/in" oder als Organisation, der muss zur Gruppe der Neonazis gerechnet werden. "Neger". Der Ausdruck "Neger" entstand in den Zeiten von Kolonialismus und Sklavenhandel, und stammt aus dem spanischen "negro" = Schwarz. Damals wurde von Europäern die Vorstellung von einer unterentwickelten, primitiven und wilden Menschen-"Rasse", den "Negern" geprägt, die sich durch ihre schwarze Hautfarbe kennzeichnete. Im Gegensatz zu den Weißen galten schwarze Menschen als minderwertig - was sich bis in die heutige Zeit fortsetzt. Davon zeugen Redewendungen wie "Ich bin doch nicht dein Neger!" (will sagen: Ich bin doch nicht dein/e Handlanger/in, dein/e Diener/in bzw. dein/e Dumme/r). In anderen Zusammenhängen werden die angeblich unterentwickelten Menschen als niedlich und süß dargestellt: Als "Negerkuss" oder "Eisneger" können sie vernascht werden. Ernstgenommen oder als ebenbürtig akzeptiert werden sie auf diese Weise ebensowenig wie durch Bilder von Schwarzen, die diese zum exotischen Einsprengsel in Europa machen. Gleichzeitig dient die Farbe schwarz in der christlich-abendländischen 'Kultur' nach wie vor zur Bezeichnung des Bösen, Unheimlichen, Gefährlichen. In der Umgangssprache schlägt sich dies in Ausdrücken wie "schwarzfahren", "Schwarzhandel", "schwarze Magie" oder "schwarzsehen" nieder (siehe Farbige). Neonazis (siehe auch Nazis). Als Neonazis werden i.d.R. Leute und Organisationen bezeichnet, die sich in Anlehnung an den Nationalsozialismus, aber erst nach 1945 neu entwickelt haben. ‚Neo' im Sinne von ‚Neu' ist an den Neonazis eigentlich nichts, weil auch sie sich an den drei Hauptmerkmalen der Faschisten orientieren und zu erkennen geben (siehe Rechtsextremismus).
Nikolaus. Byzantinischer Bischof von Myra aus dem vierten Jahrhundert, der sich sehr um die Armen und Kinder kümmerte. Myra heißt heute Demre und liegt an der Südküste der Türkei. Byzanz heißt heute Istanbul. Als Türke hätte der Nikolaus gegenwärtig kaum eine Chance, Kultfigur zu werden. Notwehr (§ 32 Strafgesetzbuch (StGB)) OI Musik ist eine eher männlich dominierte musikalische Stilrichtung mit sehr rauhen verbalen und körperlichen Umgangsformen (Pogo und Pöbel). OI Musik wurde in den achtziger Jahren sehr stark von rechtsextremistischen Gruppen vereinnahmt, heute wird OI sowohl von rechten wie linken Szenen gehört. OI Neonazis haben in den 80er Jahren begonnen, eine eigene Schreibweise einzuführen, die sich besonders in der von ihnen beeinflussten Musik, dem Rechts-Rock bzw. der OI-Musik durchgesetzt hat. Die Bands hießen dann auch 'Kraft durch Froide', 'Noie Werte' usw. Pazifismus, Penner, Pervers, Pogrom, Pogromnacht, Politik, Punks, Pygmäen Pazifismus versteht sich allgemein als die Absage an den Krieg, kennzeichnet jedoch insbesondere den Weg zur Befreiung von der Gewalt. Dabei wird davon ausgegangen, dass das Ziel mit dem Mittel, mit welchem es erreicht werden soll, identisch sein muss. Gewaltlosigkeit lässt sich folglich nicht mit Gewalt erreichen. "Penner", siehe Berber. Pervers bezeichnet sexuellen Lustgewinn durch die Zufügung von Schmerzen oder Verletzungen gegenüber anderen oder sich selber. Der Duden definiert pervers als: "[lat.(-fr.); "verdreht"]: andersartig veranlagt, empfindend; von der Norm abweichend, bes. in sexueller Hinsicht." Viele, vor allem jüngere Menschen benutzen diesen Begriff heute sinnentstellt in der Bedeutung von toll, schaurig, ungeheuerlich, faszinierend. Bedrohlich ist dabei, dass einerseits z.B. Autoaggressionen zuzunehmen scheinen und andererseits Begriffe, die diese Verhaltensweisen beim Namen nennen, verloren gehen. Pogrom. Das Wort Pogrom entstammt dem russischen und bedeutet etwa Sturm, Verwüstung, Unwetter. Heute steht dieser Begriff für staatlich gelenkte oder geduldete Ausschreitungen fanatisierter Gruppen gegen Minderheiten. 1881 fanden Pogrome in Russland statt, nachdem revolutionäre Anarchisten Zar Alexander II. ermordet hatten. Nach dem Scheitern der Revolution von 1905 kam es in etwa 600 russischen Dörfern und Städten zu Pogromen. Tausende von Juden wurden umgebracht, ihr Eigentum geplündert und vernichtet. Ein weiteres großes Pogrom, die sogenannte Pogromnacht, fand in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 im nationalsozialistischen Deutschland statt. Der Pogromnacht folgte die systematische Ermordung der Juden während der nationalsozialistischen Herrschaft. Ihr fielen etwa sechs Millionen Menschen zum Opfer. Pogromnacht. Die Ermordung des deutschen Botschaftsangehörigen in Paris‚ 'von Rath' nahmen die Nazis zum Anlass, mit einer reichsweiten Terroraktion am 9. 11. 1938 gegen die deutschen Juden vorzugehen. Dieses Pogrom wurde als "spontaner Ausbruch der Volkswut" ausgegeben, war aber das Werk der SA (Nazi-Sturmabteilung) und anderer Nazi-Gruppen. In dieser Nacht hatte die Polizei Befehl, nicht einzugreifen, die Feuerwehr sollte nur verhindern, daß die Brände nicht auf "deutsche Häuser" übergriffen. Etwa 7.500 jüdische Geschäfte wurden demoliert und zum Teil geplündert, etwa 30.000 Juden wurden festgenommen und in Konzentrationslager verschleppt, etwa 100 jüdische Menschen wurden in dieser Nacht ermordet. Politik; der Begriff entstammt dem griechischen ‚polis' und bedeutete soviel wie Stadt oder Stadtbürger. Heute bezeichnet dieser Begriff berechnendes, zielgerichtetes Verhalten und Vorgehen sowie die Durchsetzung bestimmter Ziele besonders im staatlichen Bereich. Dabei geht es um die Gestaltung des öffentlichen Lebens durch Regierungen, Parlamente, Parteien, Organisationen, Gruppen und Einzelne. Punks (= engl. für Schmutz / Müll) Jugendbewegung aus England. Junge Leute kleideten sich mit 'Müll', färbten sich die Haare möglichst schrill, behängten sich mit Ketten, schockten mit 'Piercing' und Nieten, um 'brave Bürger/innen' zu verschrecken und sich von geschniegelten jungen Krawattenträgern ('Yuppies') abzugrenzen. Punks verstehen sich z.T. als unpolitisch, z.T. als 'links' und minderheitenfreundlich. Für viele Neonazis und rechte Skins sind sie 'der Feind', ‚Zecken' weil sie 'undeutsch sind'. Rechte Skins fühlen sich dagegen 'ächt doitsch' (obwohl auch ihre Vorbilder aus England stammen, siehe Skin). Pygmäen. Warum sind eigentlich Pygmäen so klein? Alle Menschen, die schon lange im feuchten tropischen Klima leben, sind im allgemeinen kleinwüchsig. Dies gilt z. B. für Indonesien, die Philippinen, Neuguinea, die Mayas, die Bewohner der tropischen Wälder Brasiliens; die Pygmäen sind allerdings die Kleinsten von allen. Im Äquatorialwald herrscht ein besonderes Klima, an das sich die Menschen angepasst haben; es ist zwar nicht extrem heiß, aber die Luftfeuchtigkeit beträgt fast immer 100 Prozent. Um sich zu kühlen, kann der Mensch durch Schwitzen die Ableitung von Körperwärme erreichen. Durch die Verdunstung des Schweißes entsteht wie bei einem Kühlschrank Kälte. Um sich am Leben zu erhalten, muss der Mensch also schwitzen und aufpassen, dass die Körpertemperatur nicht über 37 Grad steigt bzw. die lebensbedrohenden 43 Grad übersteigt. Durch ihre Entwicklung und Anpassung an die Umwelt haben sich die Pygmäen deshalb durch Kleinwüchsigkeit vor "Überhitzung" geschützt. Kleine Menschen haben nämlich im Verhältnis zu ihrem Körpervolumen (Inhalt) sehr viel mehr Körperaußenfläche und können deshalb bei Hitze (verschärft bei hoher Luftfeuchtigkeit) viel besser Kühlung durch Schwitzen erzeugen als große Menschen. Ramadan, Rassen, Rassismen, Rassismus, Rassistische Witze, Rechts, Rechtsextremismus, Reichskristallnacht, Respekt, Roma und Sinti Ramadan. Der Fastenmonat Ramadan (türkisch: Ramazan) sowie das dreitägige Fest (Seker Bayrami = Zuckerfest) am Ende des Ramadans stellen einen Höhepunkt des islamischen Jahreskalenders (Mondkalender) dar. Der Ramadan geht auf eine Vorschrift des Korans zurück. Fasten nach islamischer Auffassung bedeutet, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nicht zu essen, zu trinken und zu rauchen und auch sexuelle Enthaltsamkeit zu üben. Nach Sonnenuntergang ist die Befriedigung dieser Bedürfnisse wieder erlaubt, aber Enthaltsamkeit sollte in der gesamten 30tägigen Fastenzeit geübt werden. Rassen. In der Geschichte und Biologie wurden Menschengruppen aufgrund unterschiedlicher körperlicher Merkmale wie z. B. Schädelform, Körperbau oder Hautfarbe in menschliche "Rassen" unterteilt. Diese Unterteilung der Menschen finden wir auch heute noch manchmal in Unterscheidungen wie schwarze, weiße, rote oder gelbe "Menschenrassen". Inzwischen werden solche oder ähnliche Unterscheidungskriterien in der Biologie nicht mehr benutzt, da sie sich als irreführend, nicht trennscharf und willkürlich herausgestellt haben. Eine aktuelle Methode der Unterscheidung ist heute die Häufigkeit, mit der bestimmte Genkombinationen in einer Bevölkerungsgruppe vorkommen. Dabei hat sich allerdings herausgestellt, dass es in einer genetisch gleich definierten Gruppe größere Unterschiede zwischen den Menschen geben kann, als zwischen den Menschen genetisch verschieden definierter Gruppen. Oder anders ausgedrückt: Ein Mensch aus Nordrhein-Westfalen kann unter Umständen mehr genetische Ähnlichkeit mit einem Aborigine aus Australien haben, als mit einer/einem "Landsfrau/mann" aus Bayern. Rassismen sind kleine, oft kaum spürbare Anteile von Rassismus. Als Beispiel kann das Wort "dämlich" gelten, bei dem kaum noch jemand an ‚Dame' oder ‚damenhaft' denkt. Rassistisch (und sexistisch) ist dieser Begriff vor allem deswegen, weil es oft üblich ist, Negatives in weibliche Begriffe zu kleiden. So verwundert es auch kaum, dass aus dem entsprechenden Begriff ‚Herr'‚ "herrlich" geworden ist. Rassismus liegt immer dann vor, wenn bestimmte Merkmale von Menschen (z.B. Hautfarbe, Herkunft, Geschlecht usw.) mit bestimmten Eigenschaften gekoppelt werden (z.B. wenn von der Herkunft auf die geistige, sexuelle oder kriminelle Energie o.ä. geschlossen wird) und durch diese Konstruktion eine Abwertung praktiziert wird. Rassistische Witze "Was wir lachend lernen, lernen wir gut" - das ist die Erfahrung eines Lehrers, der begeistert davon berichtet, wie mühelos seine Schüler/innen mit Hilfe von Witzen lernen (vgl. Riepe 1995, S. 69). Was aber lernen wir von Witzen, in denen z.B. ein Missionar das Opfer von Kannibalen wird? Die Botschaft ist: Schwarze sind ohne Zivilisation, sind gefährlich, sind Bösewichte. Die Weißen jedenfalls müssen sich vor ihnen in acht nehmen. Doch werden die Fremden nicht nur als bedrohlich charakterisiert, sondern auch als lächerlich - als dumm und primitiv (einfach/zurückgeblieben). Rechts, siehe Links. Rechtsextremismus liegt immer dann vor, wenn die beiden Grundelemente der Ungleichwertigkeit von Menschen und der Gewaltakzeptanz zusammenfließen. Ungleichwertigkeit findet sich in rechtsextremistischen Ideologien z.B. in folgenden Bereichen: Nationalistische bzw. "völkische" Selbstübersteigerung, Rassistische Sichtweisen, Unterscheidung von "lebenswertem" und "unwertem Leben", Behauptung natürlicher Hierarchien, Totalitäres "Norm"-Verständnis und Ausgrenzung des "Andersseins". Gewaltakzeptanz findet sich z.B. in folgenden Bereichen: Ablehnung rationaler Auseinandersetzungen, Betonung des "Kampfes ums Dasein", Ablehnung demokratischer Regelungsformen, Betonung autoritärer und militärischer Umgangsformen und Stile. "Reichskristallnacht" ist der von den Nazis eingeführte Begriff für die Pogromnacht am 9. November 1938. Mit diesem, eher Edleres andeutenden Begriff, sollte davon abgelenkt werden, daß die Nazis begonnen hatten, Juden planmäßig zu ermorden. Respekt bedeutet Beachtung, Achtung, Wertschätzung. Roma und Sinti werden noch oft "Zigeuner" genannt. Das Volk der Roma ist vor mehr als tausend Jahren von Indien nach Westen gewandert. Auf mehreren europäischen Kongressen haben Vertreter/innen der verschiedenen Gruppen, für die Gesamtgruppe den gemeinsamen Namen "ROM" gewählt. Sie teilen sich in Europa in drei große Gruppen: Die 'Cales' in Südwesteuropa (z.B. Spanien und Frankreich); (die französische Bezeichnung "Gitanos" leitet sich von dem früheren Wort "Egiptanos" ab und behauptet, das die Cales aus Ägypten gekommen sind, was so ganz falsch ja gar nicht ist). Die 'Sinti' (Einzahl Sinto), die z.T. schon seit ca. sechshundert Jahren bei uns in Mitteleuropa und Deutschland zu Hause sind und in ihrer Sprache viele deutsche Worte aufgenommen haben. Die 'Roma' in Südosteuropa (z.B. Rumänien). 'Romanes' ist die Sprache der Rom ('Rom' = 'Mensch'). In Mittel- und Südosteuropa sind Roma und Sinti immer wieder Verfolgungen ausgesetzt gewesen. Von den Nazis wurden sie wie die Juden verfolgt. 500.000 Roma und Sinti wurden ermordet. Als Minderheit ist diese Volksgruppe in Deutschland bis heute nicht anerkannt.
Schmarotzer, Schwarze, schwarzfahren, Semiten, Sexismus, Shoa, Skin = Skinhead, Solidarität, Sozial, Soziale Ausgrenzung, Stereotypen, Staatsbürgerschaftsrecht, Stolz "Schmarotzer" oder Parasiten werden Lebewesen in der Tierwelt genannt, die auf Kosten anderer in oder auf ihnen leben, diese zwar nicht töten aber durch Nahrungsentzug, Ausscheidungen und Krankheiten schädigen. Ähnlich wie die Begriffe "Zecken" und "Ratten" werden so häufig politische Gegner/innen oder abwertend Menschen bezeichnet. Diese diskriminierenden Begriffe lehnen sich an die nationalistische Rassenlehre an, die Menschen eingeredet hat, dass "bestimmte Menschen" gar keine sind, und deshalb ungestraft "ausgerottet" oder getötet werden dürfen und müssen (siehe Antisemitismus und "Asylant/in"). Schwarze (siehe Farbige). Haben Schwarze Rhythmus im Blut? Manche Rassist/innen behaupten dies und sogar, dass Deutsche besonders gut denken könnten und dass es "Deutsches Blut" geben soll. Das alles ist der größte Blödsinn und hat eigentlich nur den Zweck, Menschen mit bestimmten Merkmalen (z. B. Hautfarbe, Geschlecht, Pass, Religion usw.) heimlich zu diskriminieren. Wenn verallgemeinernd "Schwarzen" z. B. zugesprochen wird, besonders musikalisch* zu sein, wird heimlich die Absicht mitbegründet, dass sie deshalb in anderen Bereichen nicht so gut entwickelt sind und deshalb z. B. als Politiker/innen, Industrielle usw. nicht erfolgreich sein können. Aus diesen heimlichen Diskriminierungen hat sich in der Vergangenheit immer ein Teufelskreis gebildet, der bestimmten Menschen bestimmte Eigenschaften zu- oder abgesprochen hat, um damit heimlich oder offen Macht über sie ausüben zu können. (*Es stimmt, dass viele Schwarze musikalisch sind, aber eben nicht alle; und vor allem nicht deshalb, weil sie schwarz sind (siehe Stereotypen)). "schwarzfahren". In der christlich-abendländischen Kultur sind die Farben schwarz und weiß Metaphern (bildhafte Übertragungen) für Gut und Böse, Erfreuliches und Negatives. Schwarz ist beispielsweise der Teufel, weiß sind die Engel. Schwarze Menschen werden auf diese Weise dämonisiert und in ihrem Menschsein abgewertet. Das geschieht auch durch zahlreiche Ausdrücke aus der Umgangssprache "schwarzsehen", "Schwarzhandel", "schwarzfahren" usw. Semiten. Der Begriff (enthalten in dem Begriff Antisemitismus) geht zurück auf den ältesten Sohn Noahs (Arche Noah) im Alten Testament. Heute nennen sich so Gruppen und Völker im Nahen Osten und in Nordafrika, die sich in ihrer sprachlichen oder geschichtlichen Herkunft auf Sem berufen. So sind Arabisch und Hebräisch z.B. semitische Sprachen. Der Begriff Antisemitismus wurde 1879 von dem nationalistischen Journalisten Wilhelm Marr erfunden, der in seiner Schrift "Der Sieg des Judentums über das Germanentum" beweisen wollte, dass Germanen und Juden unterschiedliches Blut haben. Sexismus kennzeichnet sich durch "Verhaltensweisen, die einen Menschen aufgrund seines Geschlechtes benachteiligen. Mit Sexismus kennzeichnet insbesondere die Frauenbewegung das diskriminierende Verhalten von Männern gegenüber Frauen in Politik, Arbeitswelt und Gesellschaft. Sexismus beruht auf dem Vorurteil, dass die Frau aufgrund ihrer biologischen Geschlechtszugehörigkeit dem Mann körperlich und intellektuell unterlegen sei. Sexismus wird überall dort deutlich, wo Frauen zuerst als Geschlechtswesen und erst dann als Menschen betrachtet und behandelt werden."(aus: "Aktuell-Lexikon", Chronik Verlag). Sexismus ist der Glaube an die Höherwertigkeit des männlichen und die Minderwertigkeit des weiblichen Geschlechts. Er bezieht sich nicht nur auf individuelle Vorurteile, sondern auch auf institutionalisierte Diskriminierung. Sexismus zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte und die alltäglichen Lebensbereiche von Frauen. Die verharmlosende Begriffserklärung "Benachteiligung der Frau" ist bei weitem nicht ausreichend für eine von Männern beherrschte Kultur, die andauernd Herrschaft und Gewalt gegen Frauen ausübt. Shoa ist die hebräische Bezeichnung für das Leiden der jüdischen Bevölkerung in Vertreibung und Krieg. Heute wird dieser Begriff für die Ermordung der Juden in der Zeit des Nationalsozialismus verwendet. Siehe auch Auschwitz. Skin = Skinhead nach der 'Frisur': engl. 'Kahlkopf'. Die Skinheadbewegung kommt aus England und war ursprünglich eine Protestbewegung junger Arbeiter gegen die langhaarigen Hippies, die meist Student/innen waren. Kennzeichen der Skins: Glatze und Arbeitsschuhe mit Stahlkappe ('Docs'), dazu 'Spaß' am Saufen und Prügeln in der Gruppe. Englischen Rechtsextremisten gelang es, größere Teile dieser (zunächst unpolitischen) Jugendszene zu beeinflussen, indem sie ihnen einen Sündenbock für die wachsende Arbeitslosigkeit nannte: das Feindbild waren die jungen farbigen Einwanderer/innen aus den ehemaligen Kolonien. Als die Skin-Bewegung Ende der 70er Jahre die westdeutschen Großstädte erreichte, bemühten sich sofort westdeutsche Neonazis um Einfluß auf diese Gruppen. Trotzdem wäre es falsch 'die Skins' als Neonazis zu bezeichnen. Es gibt nämlich nicht 'die Skins', sondern ganz verschiedene Gruppen von Skins, obwohl es den Neonazis immer wieder gelingt größere Skingruppen zum 'Türkenklatschen' oder zum 'Zeckenaufmischen' zu bringen. Neben diesen gibt es auch Skins, die sich selber als unpolitisch verstehen und sogar solche die sich als antifaschistisch und antirassistisch bezeichnen, sog. 'Red-Skins' oder 'Sharps' (Skinheads against racial prejudice = Skins gegen rassistische Vorurteile). Manchmal kann man sie an unterschiedlichen Merkmalen wie Schuhbändern auseinanderhalten. Solidarität erklärt sich als Sinn für Gemeinschaft, als eine Art von Für- und Miteinander (Sympathie, moralische Unterstützung, materielle Hilfe, Zusammenarbeit) von Staaten, Nationen, Gruppen oder Einzelpersonen. Solidarität kann sich in passiver (Sympathie) und aktiver (materielle Hilfe, Zusammenarbeit) Form ausdrücken. Im Kern geht es stets darum, einzelne nicht ihren individuellen Schicksalen zu überlassen, sondern Belastungen auf zahlreiche Schultern zu verteilen. Solidarität wird auch die 'Zärtlichkeit der Völker' genannt. Damit soll ausgedrückt werden, dass nur die gegenseitige Hilfe der Menschen als Solidarität bezeichnet werden kann und nicht etwa die Zusammenarbeit von zwei Diktatoren zum Schaden der Menschen. Sozial bedeutet: Die Gesellschaft betreffend, gesellig, gesellschaftsfähig zu sein. Gesellschaftliches (soziales) Zusammenleben ist nur möglich, wenn wir uns auf bestimmte Formen des Umgangs miteinander einigen. Es ist daher notwendig, sich miteinander zu verständigen, um Regeln zu entwickeln, die für alle gelten können und sollen und deshalb wirksam werden. Dazu gehört der Streit ebenso wie der vertraute Umgang miteinander. Asozial bedeutet: Nicht gesellschaftsfähig zu sein. Als asozial gilt, wenn der o.g. Verständigungsprozess nicht beschritten und soziales Verhalten nicht gelernt wurde. Als unsozial gilt, wenn soziales Verhalten zwar gelernt wurde, aber vereinbarte Regeln nicht eingehalten werden. Das bei einigen Jugendlichen z.Z. gebräuchliche Schimpfwort Asi entstammt dem Begriff asozial, wird in der Regel falsch angewendet, und erniedrigt Menschen. Soziale Ausgrenzung (Segregation) ist das Gegenteil von sozialer Integration. Sie wird gewöhnlich als das Ergebnis von Rechtsungleichheit und Diskriminierung aufgrund des kulturellen Hintergrundes, der ethnischen Herkunft, Behinderungen oder sexuellen Neigungen angesehen. Häufige Folgen sind Armut, Feindschaften zwischen Gruppen und Ausschluss von lebenswichtigen Einrichtungen in unserer Gesellschaft wie Erziehungs-, Gesundheits- oder Sozialwesen. Ein solcher Ausschluss erfolgt nicht immer auf der Grundlage von Gesetzen (obwohl das häufig der Fall ist), sondern aufgrund von Einstellungen und Verhaltensweisen: So werden manche Richtlinien so hoch angesetzt, dass gewisse Gruppen sie nicht erreichen können, oder es wird eine Kleidungsvorschrift erlassen, die einzuhalten einer bestimmten Gruppe unmöglich ist. Ein Beispiel für eine ausgrenzende Kleidungsvorschrift wäre das Verbot des Kopftuchtragens einer Muslima, die in einem Krankenhaus arbeiten will. Stereotypen und Vorurteile. Menschen werden oft in Gruppen eingeteilt: Aufgrund ihrer Kultur, ihres Glaubens, ihrer Herkunft oder an Hand äußerlicher Merkmale wie Hautfarbe, Körpergröße, Haartracht oder Kleidung. Oft geht diese Gruppeneinteilung mit der Zuschreibung bestimmter Eigenschaften einher, die jeweiligen Gruppen werden mit bestimmten Bildern verbunden. Wenn diese Bilder so übertrieben sind, daß sie kaum noch etwas mit der Wirklichkeit zu tun haben, sprechen wir von Stereotypen. Staatsbürgerschaftsrecht. Unser deutsches Staatsbürgerschaftsrecht beruht auf dem Abstammungsprinzip (jus sanguinis - Deutsche/r ist, wer von Deutschen abstammt), und nicht auf dem Territorialprinzip (jus soli - Staatsbürger ist, wer hier geboren ist). Die meisten Länder kennen eine Mischung aus beiden Prinzipien; in Frankreich gilt z.B. weitgehend das Territorialprinzip, weshalb es mehrere Millionen (z.B. moslemischer) Franzosen/Französinnen nordafrikanischer Herkunft gibt. Ähnliches gilt für Großbritannien mit Millionen Bürger/innen, deren Vorfahren aus Indien, Pakistan etc. eingewandert sind. In Amerika gilt ausschließlich das Territorialprinzip. Bei uns dagegen werden jedes Jahr ca. 100.000 Kinder geboren - und sind automatisch 'Ausländer/in'. Weil unser Staatsbürgerschaftsrecht auf das "Blutsrecht" zurückgeht (Deutsch ist wer deutsches Blut hat) wird es dringend Zeit, dieses Recht zu verändern und unserer veränderten Lebenswelt und Lebenssituation anzupassen. Ein Ziel könnte es sein, allen Menschen, die in Deutschland ihren dauerhaften Lebensmittelpunkt gefunden haben, den deutschen Pass zu geben (z.B. nach 5 oder 8 Jahren Aufenthalt). Stolz. Von seinem Ursprung her deutet dieser Begriff ‚hochtrabendes' oder ‚törichtes' Verhalten an. In einem altdeutschen Sprichwort heißt es: "Dummheit und Stolz wachsen auf gleichem Holz". Stolz ist auch deshalb ein schwieriger Begriff, weil sehr häufig Neonazis ihn gebrauchen. Das Problem liegt hier vor allem in der Verallgemeinerung, wenn Neonazis z.B. behaupten: "Stolz auf Deutschland zu sein". Diese Behauptung ist deshalb erlogen, weil sie eben nicht stolz auf unsere Demokratie, unser Parlament, unsere Parteienvielfalt, das Zusammenleben mit Migrant/innen und Flüchtlingen usw. sind, sondern viel eher auf die Angst und den Schrecken den sie um sich verbreiten und den Deutsche schon mehrfach in dieser Welt verbreitet haben. Stolz im Sinne von z.B. "froh über etwas sein", "etwas Tolles gemacht oder erreicht zu haben", "etwas wertschätzen" erscheint dagegen eher unproblematisch zu sein. Toleranz bedeutet eigentlich "Duldung" und wird heute vor allem verstanden als Respektierung, Anerkennung und Wertschätzung der reichen Vielfalt unserer Kulturen, unserer Ausdrucksformen und unseres Menschseins. Sie wird gefördert durch Wissen, Offenheit, Kommunikation sowie Gewissens-, Gedanken- und Glaubensfreiheit. Toleranz bedeutet, andere sie selbst sein zu lassen, ohne dass ihr Anderssein Dir aufgezwungen wird. Toleranz bedeutet nicht Nachgeben oder Aufgeben, sondern eine aktive Grundhaltung, die durch das Akzeptieren der weltweit geltenden Menschenrechte und der Freiheit des anderen erworben wird. Die Ausübung von Toleranz bedeutet nicht die Hinnahme sozialer Ungerechtigkeit oder die Aufgabe oder Schwächung der eigenen Überzeugung. Ursprünglich wurde Toleranz nicht immer nur positiv verstanden. Die traditionelle Bedeutung des Wortes (Toleranz = Duldung) beinhaltet weder Respekt noch Anerkennung. Totalitär werden in der Regel solche Staaten genannt, die Menschen mit allem, was sie sind und besitzen, beanspruchen und beherrschen. Im Totalitarismus wird der Mensch den Interessen des Staates (bzw. der Staatsführung) völlig unterworfen: Der Mensch gilt nichts, der Staat ist alles. "Vergasen" ist ein von den Nazis entwickelter Begriff mit dem Ziel, zu verharmlosen und zu leugnen, dass es sich bei der planmäßigen Ermordung von Menschen, um Mord und um Menschen handelt (siehe Konzentrationslager). Aus diesem Grund haben sie in ihrer Rassenlehre Menschen zu Untermenschen und Unmenschen erklärt. Die Unmenschen haben sie dann (z.B. Menschen jüdischen Glaubens und Herkunft oder Sinti und Roma) sogar als Schmarotzer bezeichnet. Weil Schmarotzer auch als Seuche bezeichnet wurden, behaupteten die Nazis dann, die Pflicht zu haben diese Seuche ausrotten zu müssen. Offensichtlich haben viele Menschen damals den Nazis geglaubt, und damit den Holocaust erst ermöglicht. Wenn heute wieder Leute leichtfertig, "nur so aus Spaß" oder ernsthaft von "vergasen" reden, wird es höchste Zeit, sie mit der Würde von Menschen und den Ursachen und Wirkungen der mörderischen Nazis zu konfrontieren. Vorurteile sind Vorstellungen, die ohne Prüfung auf deren Richtigkeit übernommen werden. Wenn diese Vorstellungen dauerhafte Form annehmen, werden sie Stereotype genannt. Wenn jemand voreingenommen ist, neigt er/sie dazu, nur die Dinge zu sehen, die seine/ihre Vorstellungen bestätigen, er/sie sieht nur noch das, was er/sie sehen will und seine/ihre Vorurteile oder Stereotypen bestätigt. Vorurteile sind verletzend. Vor allem, wenn sie dazu gebraucht werden, um jemanden ungerecht zu behandeln. Vorurteile nehmen anderen Menschen die Möglichkeit zu zeigen, wer sie sind und was sie können. Zum Beispiel der Unternehmer, der keine Schwedinnen einstellen will, weil er gehört hat, daß "sie" immer zu spät kommen. Manche Menschen halten hartnäckig an Vorurteilen und Stammtischgeschwätz fest, obwohl sie selber überhaupt niemanden kennen, auf den oder die diese negativen Bilder zutreffen. Vorurteile sind hartnäckig und daher schwer zu bekämpfen. Aber es gibt Hoffnung: Niemand wird mit Vorurteilen geboren. Sie sind angelernt und können deswegen auch wieder verlernt werden. Bevor Du über jemanden urteilst, kannst Du ihn oder sie besser fragen, warum er oder sie sich so oder so verhält. Denk daran, dass es Dir bestimmt auch nicht gefallen würde, wenn Du von anderen ständig über Deinen Kopf hinweg beurteilt würdest. Wanderung - Migration. Das Wort "migrare" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet wandern. Xenophobie. Wörtlich genommen bedeutet Xenophobie "krankhafte Angst vor Fremden". Der Begriff wird verwendet, um eine ablehnende Haltung gegenüber Menschen zu beschreiben, die aus anderen Ländern kommen oder anderen ethnischen Gruppen angehören. Dabei werden z.B. andere Traditionen, Kulturen oder Religionen als furchteinflößend empfunden und als bedrohlich bewertet. Zigeuner, Zivilcourage, Ziviler Ungehorsam "Zigeuner", siehe Roma und Sinti.
"Handle so, daß Du die Menschheit, Damit beschreibt der Kategorische Imperativ eine verinnerlichte, selbsterkannte und an der Menschenwürde orientierte Haltung oder Pflicht, menschlich zu handeln. Dies setzt die Achtung des Menschen vor sich selber, die Achtung des anderen Menschen voraus, oder einfacher gesagt: Ziviler Ungehorsam ist ein gewaltloser und öffentlich begründeter Akt und Appell, der im Widerspruch zum Gesetz, aber im Einklang mit dem Gewissen begangen wird, wenn alle legalen Mittel ausgeschöpft sind. Ziviler Ungehorsam ist an den Gerechtigkeitssinn der Bevölkerung gerichtet, um diese dazu zu bringen, von neuem über die Maßnahmen nachzudenken, gegen die protestiert wird. Ziviler Ungehorsam zielt ab auf den Erhalt oder die Wiederherstellung von Menschenwürde und nimmt bewusst eigene mögliche Nachteile oder Bestrafung in Kauf. Beratung, Hilfe und Informationen AG gegen internationale sexuelle und rassistische Ausbeutung (agisra) Amt für Multikulturelle Angelegenheiten AntidiskriminierungsBüro Düsseldorf & Antidiskriminierungsrat NRW AntidiskriminierungsBüro Herford AntidiskriminierungsBüro Siegen Anti-Rassismus-Büro Bremen Anti-Rassismus Informations-Centrum (ARIC-NRW) Antirassismus-Plenum Göttingen c/o Buchladen Rote Straße Antirassistische Initiative (ARI) Mannheim c/o Bücherladen Antirassistisches Aktionsbündnis Rhein-Neckar (AARN) c/o Arbeitsgruppe SOS-Rassismus - Haus Villigst Büro für Chancengleichheit gegen Diskriminierungen Büro für Einwanderer, Flüchtlinge und ausländische Arbeitnehmer des Landes Hessen DGB - Bundesvorstand, Referat Migration, Düsseldorfer Appell eye to eye (Brown-Eyed/ Blue-Eyed-Workshops) Forschungsgesellschaft Flucht und Migration Forum Interkulturelles Zusammenleben c/o Arbeitsgruppe gegen Fremdenhaß des DGB Infobüro gegen Rassismus - Antirassistisches Telefon Erlangen Informationszentrum für Rassismusforschung (D.I.R.) Initiative Antirassistisches Büro Lübeck Interkulturelles Büro zur Gleichstellung von Ausländern und Deutschen Projekt Koservatismus und Wissenschaft Projekt 20: Flucht und Migration im neuen Europa SOS-Rassismus Berlin, SOS-Rassismus Frankfurt, Villigster Deeskalationsteam Gewalt und Rassismus Zentrum demokratische Kultur Die Arbeitsgruppe SOS-Rassismus-NRW ist eine Initiative von ca. 20 Profis in der Anti-Rassismus-Arbeit mit ca. 250 Partnergruppen in NRW. Wir Ruhrkanaker sind eine türkisch-finnisch-tamilisch-belgisch-bosnisch-jugoslawisch-marokkanisch-rheinisch-westfälische Jugendclique aus dem Ruhrgebiet. Wir nennen uns Ruhrkanaker weil "Kanaker" Mensch bedeutet und weil wir keine Lust mehr haben, uns als Kanaker beschimpfen zu lassen. Immer wenn jemand von uns (ca. 26 Leuten) eine scharfe Idee hat, sucht sie oder er sich einige Leute (von uns oder andere neue) zusammen und dann ziehen wir die Aktion durch oder machen ein Projekt oder Theater oder ein Buch oder fahren weg. |