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Lexikon für die Anti-Rassismusarbeit
Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Deine Worte. Achte auf Deine Worte, denn sie werden Deine Handlungen. Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten. Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter. Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal. (Klosterinschrift in England)
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Impressum: Lexikon für die Anti-Rassismusarbeit © Ruhrkanaker & © Arbeitsgruppe SOS-Rassismus NRW Silvia Triphaus, Sabine Schlüter, Ralf-Erik Posselt c/o Amt für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen Haus Villigst, 58239-Schwerte Tel.: 02304-755190 Fax.: 02304-755248, e-mail: kontakt@sos-rassismus-nrw.de
Erarbeitet und Herausgegeben in Zusammenarbeit von: Aktionsgemeinschaft Junge Flüchtlinge NW Aktionskreis für Frieden Erfurt Amt für Jugendarbeit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern Amt für Jugendarbeit des Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken AntiDiskriminierungsBüro Bielefeld Arbeitskreis Gesamtschule Kamen - Schule Ohne Rassismus ARIC-Berlin / ARIC-NRW Ausschuß für Gerechtigk., Frieden und Bewahrung der Schöpfung im KK Münster BDKJ - Diözesanverband Aachen Büro gegen ethnische Diskriminierung in Berlin und Brandenburg Christlich - Islamische Arbeitsgemeinschaft Marl CVJM Velbert-Dalbecksbaum DGB-Bildungswerk Thüringen DOJO 2000 Sicherheitstraining Münster Dokumentations- und Informationszentrum für Rassismusforschung D.I.R. Marburg Evangelische Jugend Frömern Evangelische Jugend Rheinland Evangelische Jugend Westfalen Evangelische Jugendarbeit im Kirchenkreis Halle Evangelische Jugendbildungsstätte Hackhauser Hof Solingen Evangelisches Jugendhaus OT Dinslaken-Lohberg Evangelische Jugend Köln und Umgebung Evangelisches Jugendpfarramt Bielefeld Evangelisches Jugendpfarramt Iserlohn Evangelisches Jugendpfarramt Köln Evangelisches Jugendreferat des Kirchenkreises Siegen Evangelisches Jugendzentrum TEMPEL Duisburg Evangelisches Kinder und Jugendzentrum Enger Evangelisches Kinder und Jugendzentrum Valdorf ESM - Jugendreferat Marl Fachwerk Gievenbeck der Stadt Münster Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Landesverband NRW IDA - NRW Katholische Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NW Kinder- und Jugendhaus Rottmannshof Wulfen-Barkenberg KIK, Verein Kriminalprävention im Kreis Gütersloh Kirchenkreis Herne - Informationszentrum 3. Welt Kirchenkreis Niederberg - Jugendreferat Kölner Appell gegen Rassismus Kontaktstelle Evangelische Jugend Dortmund Mitte Kontaktstelle Evangelische Jugend Dortmund Nordost Kreisjugendring Herford Landeszentrum für Zuwanderung NRW Lobby - Jugend u. Begegnungszentrum Detmold Mädchenzentrum Gladbeck RAA Hauptstelle NRW, RAA Wuppertal, RAA Oberhausen, RAA Bielefeld, RAA Köln SOS-Rassismus NRW SOS-Rassismus Solingen SOS-Rassismus Frankfurt Süd - Süd - Gruppe Stuttgart Synodaljugendpfarramt Recklinghausen Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder Westfalen
Redaktion: Benjamin, Katja, Haris, Ali, Malte, Kostia, Boris, Sonja, Silke, Sylvia, Iskender, Stefanie, Andre, Monika, Shirin, Yuluk, Figen, Maj-Leena, Simone, Yamamoto, Tuncai, Turgai, Jürgen, Brigitte, Ulla, Klaus, Sigrun, Jens, Sandra, Mimoun, Bahi, Christian, Frederic, Sabine, Silvia, Martin, Markus, Conny, Anke, Steffi, Ralf-Erik. Dank: Für die fachliche und kritische Begleitung bei der Erstellung dieser Broschüre bedanken wir uns insbesondere bei: Dr. Ulla Siebert und Michael Jänecke (IDA-NRW), Stefanie Jansen (sci:moers), Monika Springer-Geldmacher (RAA-NRW), Renate Schmitz (Aktion Courage), Sabine Schlüter und Silvia Triphaus (Villigster Deeskalationsteam Gewalt), Dr. Nadeem Ata Elyas (Zentralrat der Muslime), Iskender Yildrim (Landeszentrum für Zuwanderung NRW). Villigst 1999
Erstes Vorwort Auf der Suche nach wirkungsvollen Möglichkeiten zur Bekämpfung von Gewalt und Rassismus sind wir Ruhrkanaker (wir sind so 26 Leute und zwischen 17 und 20 Jahre alt) immer wieder auf Begriffe gestoßen, die uns kaum jemand eindeutig erklären konnte. Weil wir selber oft Begriffe verwendet haben, die (heimlich) andere herabsetzen und verletzen, haben wir vor etwa zwei Jahren angefangen, alle kritischen Begriffe zu sammeln, zu untersuchen und möglichst verständlich zu beschreiben.
Als andere Initiativen, Gruppen und Schulklassen von unserem Vorhaben erfuhren, ging es erst richtig los. Auf einmal buchstabierten nicht mehr wir alleine die Begriffe dieses Lexikons, sondern viele Gruppen in NRW und darüber hinaus. Einzelne Leute und Gruppen trafen sich, diskutierten, stritten und feierten Feten oft gleichzeitig. Unser Lexikonprojekt begleitete uns plötzlich bei vielfältigen Unternehmungen und wuchs, wurde bunter, präziser... Mit der Zeit stellte sich ein fast schon spielerischer Umgang ein, wenn es darum ging, bestimmten Begriffen und ihrer Geschichte auf die Spur zu kommen.
Vor etwa einem Jahr haben wir dann beschlossen, als Jugendliche ein Anti-Rassismus-Lexikon für Jugendliche (und Erwachsene) zu schreiben. Unser Lexikonprojekt hat gezeigt, daß Anti-Rassismusarbeit nicht nur trockene, belastende Arbeit ist, sondern auch Spaß machen kann. Vor allem dann, wenn wir über uns selber lachen können, wenn wir heimliche Rassismen bei uns selber entdecken, entlarven und wenn wir freundschaftlich beginnen unsere Sprache, Verhalten und unser Handeln zu verändern.
In unserem Lexikon haben wir alle definierten (eingegrenzten, erklärten) Begriffe fett gedruckt. Außerdem solche Begriffe, die in einer anderen Definition auftauchen und dort erklärt werden. In "Anführungszeichen" haben wir vor allem solche Begriffe gesetzt, die als sehr problematisch gelten und i.d.R. einen negativen Beigeschmack oder eine rassistische Bedeutung und Wirkung haben. Bei den Leuten von SOS-Rassismus bedanken wir und für die Gelassenheit und Geduld, uns ertragen zu haben, allein weil man unsere Lust aufs Leben kaum ändern kann. Marstrand/Schweden - Villigst im Januar 1999
Zweites Vorwort Unser Anti-Rassismus-Lexikon ist noch lange nicht fertig. Ganz im Gegenteil, wir haben eigentlich gerade erst angefangen. Wir beabsichtigen nämlich in ein - zwei Jahren ein neues, überarbeitetes und verbessertes Anti-Rassismus-Lexikon herauszugeben. Dafür brauchen wir Dich. Bitte überprüfe unser Lexikon und schicke uns Deine Kritik mit Verbesserungsvorschlägen, Ergänzungen, Fehlermeldungen usw. zurück. Dafür bekommst Du, wenn wir Deinen Vorschlag aufnehmen können, von uns eines der ersten Exemplare der zweiten Auflage zugeschickt. Also, schneide den unteren Abschnitt aus und schreib uns, damit wir drucken können was Dich drückt. Benjamin, Sonja, Haris, Kostia, Katja, Anke von den Ruhrkanakern
Anschrift: Ruhrkanaker / e-mail: kontakt@sos-rassismus-nrw c/o www.SOS-Rassismus-NRW.de Haus Villigst 58239 Schwerte
Lexikon für die Anti-Rassismus-Arbeit
Abschiebung, Aggression, Allah, Alltagsrassismus, Anarchie, Angst, Antifa, Anti-Rassismus-Arbeit, Antisemitismus, Apartheid, Asozial, Assimilation, Asyl, Asylbewerber/innen, Asylant/in, Asylantenflut, Asylkompromiss, Augen, Autoaggressionen, Autonom, Ausländer/innen, Ausländerfeindlichkeit, Ausländerkriminalität, Auschwitz, Auschwitzlüge, Ausweisung
Abschiebung nennt sich die staatliche, zwangsweise Entfernung einer/s ‚Ausländers/in' in ein bestimmtes anderes Land. Als Gründe dafür gelten z.B. die ‚Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung' oder die ‚nicht erfolgte Ausreise' obwohl eine staatliche Aufforderung zur Ausreise (Ausreisepflicht) stattgefunden hat (siehe Duldung, Kirchenasyl, Asylkompromiss, Flüchtling, Ausweisung, Ausländer/in, Migrant/in) (siehe Ausländergesetz §§ 49 - 54)
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Aggression. Mit Aggression (lateinisch, aggredi = herangehen, heranschreiten) ist jedes Verhalten gemeint, das im wesentlichen das Gegenteil von Passivität (Untätigkeit) und Zurückhaltung (Lethargie) darstellt. Aggression ist eine dem Menschen innewohnende (lebensnotwendige) Eigenschaft und Energie. In der Vergangenheit wurde der Begriff Aggression häufig gleichgesetzt mit Gewalt, Zerstörung oder Verletzung. So wurde Aggression einerseits z.B. als Ausdruck eines gewalttätig-zerstörerischen Triebes (z.B. Sigmund Freud / Konrad Lorenz) gedacht, andererseits als Folge von Frustrationen (z.B. Dollard u.a.) oder als soziale Lernerfahrung (Lerntheorie) beschrieben. Heute nimmt der unterscheidende Gebrauch des Begriffes Aggression als aktives Verhalten und Handeln und des Begriffes Gewalt als zerstörendes und verletzendes Mittel zu. So gehört zur Aggression durchaus der Streit, die Auseinandersetzung, der Konflikt, ebenso wie die Liebe, die Zärtlichkeit, eben alles was den Menschen aktiv werden läßt. Aggression ist somit zuerst einmal die Kennzeichnung für handlungsbezogene Energien. Mangelnde Aggression drückt sich beim Menschen in Passivität bis hin zur Trägheit, Gleichgültigkeit und Teilnahmslosigkeit aus. Heute geht es vor allem um den Umgang (Steuerung) der uns innewohnenden Aggressionen (und Energien). Vor allem Kinder und Jugendliche beklagen sich immer häufiger, daß sie ihre Aggressionen (z.B. durch Mangel an Bewegungsfreiräumen oder 'Bolzplätzen') nicht mehr ausleben können. Die Unterdrückung von Aggressionsenergien (z.B. durch Arbeitslosigkeit, fehlenden Raum für Jugendliche, mangelnde Action, Langeweile, zu kleinen Wohnungen und Armut) führt leicht zu eigenen Kontrollverlusten und damit oft zum Rückgriff auf Gewalt, um Aggressionen überhaupt noch ausleben zu können.
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Allah, siehe Gott und Allah.
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Alltagsrassismus ist die Übernahme von Rassismus in alltägliche Situationen durch Denk- und Handlungsformen, welche die dahinter liegenden Machtstrukturen stabilisieren und verfestigen. Es handelt sich dabei um einen Prozess, bei dem Rassismus in all seinen Ausformungen nicht mehr befragt wird und von den dominierenden Gruppen als "normal" und allgemein gebräuchliches Verhaltensmuster betrachtet wird.
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Anarchie. Aus dem Griechischen entlehnt als Bezeichnung für das Fehlen eines Anführers bzw. eines Heerführers. Heute wird Anarchie im Sinne von Herrschaftslosigkeit, Gesetzlosigkeit, Regellosigkeit verwendet. Menschen die Anarchie ablehnen, bezeichnen diese gerne als Chaos; jene, die sie eher befürworten, beschreiben sie eher als führerlose, herrschaftsfreie Gesellschaftsform, in der alle Menschen gleichwertig sind.
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Angst. Jede/r von uns hat Angst. Aber nicht jede/r will seine Angst wahrhaben und eingestehen. Angst als Warnsignal für Verdrängtes, in Unordnung oder außer Kontrolle Geratenes ist wie eine lebenswichtige Alarmglocke, die frühzeitig aufmerksam macht: ... wach auf, sei vorsichtig... Du musst etwas tun, und zwar jetzt... Angst ist ein "Lebensmittel" und Schutzmechanismus, den jeder Mensch braucht, um nicht in jede Falle oder in jeden Konflikt zu geraten... Wer Angst verleugnet, sie nicht mehr als Alarmsignale in seinen eigenen Träumen erkennt, wird erst viel später merken, dass sich seine Angst zum Trauma entwickelt hat, das er/sie selber gar nicht mehr bearbeiten kann. (Trauma: starke seelische Verletzung, die zu Zwangshandlungen führen kann) Wer nicht lernt, mit seiner Angst umzugehen, der/die neigt zu Vorurteilen und falschen Schuldzuweisungen, um sich selbst und andere von ihrer/seiner Angst abzulenken. Diese Flucht vor sich selbst kann von anderen ausgenutzt werden, z.B. von religiösen Fanatiker/innen (Fundamentalismus), politischen Verführer/innen (Demagogen), auch von Neonazis, die verunsicherten jungen Menschen ein scheinbar klares Weltbild mit eindeutigen Feindbildern anbieten.
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Antifa (Antifaschisten) nennen sich meist junge Leute, die sich als 'Links' (siehe Links/Rechts) bezeichnen (egal ob sie in einer politischen Gruppe organisiert sind oder nicht) und deren Hauptziel es ist, Neonazis (siehe 'Faschos') entgegenzutreten, deren öffentliches Auftreten zu behindern und die Öffentlichkeit gegen Neonazis in Bewegung zu setzen. Dabei geht es ihnen vor allem um den Schutz möglicher Opfer rechtsextremer Gewalt ('Ausländer/innen', 'Linke'). Viele Antifas zählen sich zu den Autonomen, manche zu den Punks.
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Anti-Rassismus-Arbeit ist die gezielte und wirksame Prävention (Vorbeugung) und Intervention (einmischen, vermitteln und handeln) zur Vermeidung und Verringerung von Rassismus. Dabei geht es darum, sich mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu verständigen, dass Rassismus die Gleichwertigkeit von Menschen leugnet, um Menschen "minderen Wertes" scheinbar legitimiert schädigen und verletzen zu können. Anti-Rassismus-Arbeit entwickelt, fördert, erprobt und realisiert Zivilcourage. Dazu gehört - das Erkennen und Benennen von (alltäglichen) rassistischen Situationen und Ereignissen - die Überprüfung und Korrektur eigener Positionen, Rassismen und Widersprüchlichkeiten - die Entwicklung und Erprobung von Eingreif- und Handlungsmöglichkeiten in rassistischen Situationen - die Entwicklung von deeskalierenden Maßnahmen - die Erweiterung von deeskalierenden Handlungsmöglichkeiten - die Entwicklung eines sozialen Klimas zur Überwindung von Rassismus - die Entwicklung und Stabilisierung einer andauernden gesellschaftlichen Auseinandersetzung (Diskurs) über Ursachen und Wirkungen von Rassismus - die Entwicklung eines gerechten, menschenwürdigen gesellschaftlichen Zusammenlebens aller.
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Antisemitismus bezeichnet die Abneigung oder Feindschaft gegenüber Menschen jüdischen Glaubens und jüdischer Herkunft. Antisemiten behaupten, dass Juden sich grundsätzlich von anderen Menschen unterscheiden, dass sie die Welt beherrschen wollen und dieses Ziel durch eine weltweite Verschwörung zu erreichen versuchen. Diese vorurteilsbehaftete Intoleranz führt zur Diskriminierung einzelner Personen wie auch zur Verfolgung der Juden als Gruppe. Die schrecklichste Erscheinungsform des Antisemitismus wurde durch die nationalsozialistische "Rassenideologie" hervorgebracht. 1935 wurde von der deutschen Regierung (also den Nazis) ein Gesetz erlassen, welches den jüdischen Deutschen viele Rechte nahm; so wurde z.B. die Ehe zwischen jüdischen und nicht-jüdischen Deutschen als "Mischehe" und "Rassenschande" bezeichnet, verboten und schwer (im Extremfall mit dem Tode) bestraft. Dieses Gesetz rief bei den meisten Deutschen keinen Protest hervor. Die Nazis behaupteten sogar, dass Juden einer "blutsaugendenen Schmarotzerrasse" (siehe "Asylant/in") angehören würden und von daher ungestraft getötet werden müssten. Millionen Menschen jüdischen Glaubens oder Menschen, die den Juden zugeordnet wurden, wurden während des Krieges aus den von Deutschland beherrschten Staaten deportiert und starben als Opfer des Völkermordes in Konzentrationslagern.
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Apartheid nennt man die von der Republik Südafrika früher praktizierte rassistische Politik der "Rassentrennung" zwischen weißer, farbiger und schwarzer Bevölkerung.
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Asozial, Asi, siehe sozial.
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Assimilation bezeichnet die Angleichung von Menschen an herrschende Strukturen. Manchmal passen sich einzelne Personen aus freien Stücken an, doch meistens werden Gruppen gegen ihren Willen dazu gezwungen. Assimilation zwingt Menschen oder eine Gruppe dazu, die eigene Kultur zugunsten einer anderen aufzugeben. In der Regel muss dabei die Minderheit die Angewohnheiten der gesellschaftlichen Mehrheit übernehmen.
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Asyl heißt wörtlich Zuflucht, Schutz vor Verfolgung; Asyl gewähren kann einem Flüchtling ein Staat. Aber auch manche Kirchengemeinden gewähren Flüchtlingen Asyl wenn der Staat dazu nicht bereit ist (Kirchenasyl). Dieses Recht hatte die Kirche tatsächlich im Mittelalter, heute gilt es nicht mehr, aber meist scheut sich die Polizei, einen Flüchtling mit Gewalt aus einer Kirche zu holen.
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Asylbewerber/innen. Ein/e Asylbewerber/in ist eine Person, die in einem anderen Land Schutz vor Verfolgung sucht und den Status eines (durch den jeweiligen Staat) anerkannten Flüchtlings erwerben will.
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"Asylant/in" war früher der amtliche Begriff für einen anerkannten Flüchtling mit Bleiberecht. Der Begriff Asylant/in wurde seit den achtziger Jahren politisch missbraucht, um bestimmten Flüchtlingsgruppen das Recht auf Zuflucht abzusprechen. Vor allem in der Politik und in den Medien wurde dabei auf nationalsozialistische Sprache (und Wirkungen*) zurückgegriffen. Als Beispiel dafür kann das Wort "Asylschmarotzer" angeführt werden, das uns einreden soll, wir hätten es hier eher mit gefährlichen Schädlingen als mit Menschen zu tun. Auch in anderen Begriffen wie z.B. "Asylantenflut", "Asylantenschwemme" usw. werden Flüchtlinge als schlimme Bedrohung dargestellt. Auf diesem Hintergrund empfehlen wir heute, anstelle des Begriffes Asylant den Begriff Flüchtling zu verwenden. (*Die Nazis hatten Menschen nicht nur in "Herren- und Untermenschen" unterteilt sondern auch in solche, denen ihr Menschsein abgesprochen wurde und die deshalb als sogenannte "Volksschädlinge ausgerottet" wurden (siehe Konzentrationslager).)
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"Asylantenflut". Rassist/innen sprechen manchmal von Flüchtlingen menschenverachtend als von "der Asylantenflut" (siehe "Asylant/in"). Es ist ein großer Irrtum zu glauben, daß die meisten Flüchtlinge zu uns kommen: 75 % aller Deutschen glauben, dass Deutschland auf Platz 1, 2 oder 3 bei der Aufnahme von Flüchtlingen weltweit steht; dies ist falsch. Deutschland liegt - von Jahr zu Jahr verschieden - auf die Zahl der Einwohner bezogen irgendwo zwischen Platz 15 und 25 weltweit. Logischerweise flieht jemand, der z.B. in Afrika oder Lateinamerika von Bürgerkrieg, Hungersnot oder Verfolgung bedroht ist, meistens im eigenen Land von einer Region in eine andere oder eben in ein Nachbarland, weil er weder Mittel noch Möglichkeiten hat, mit einem Flugzeug nach Europa oder Nordamerika zu fliehen (siehe Asylkompromiss).
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'Asylkompromiss' nennt sich die gesetzliche Regelung, die im Mai 1993 von einer großen Mehrheit aus CDU/CSU, SPD und FDP im Bundestag beschlossen wurde. Damit wurde ein Grundrecht unserer Verfassung im Kern verändert, Kritiker/innen sagen ausgehöhlt und entwertet. Über 40 Jahre lang stand im Art. 16 des Grundgesetzes: "Politisch Verfolgte genießen Asylrecht." Dieser großzügige Schutz für politisch Verfolgte war das Ergebnis aus der Erfahrung in der Nazizeit, als Millionen Deutsche vor Verfolgung aus politischen und rassistischen Gründen fliehen mussten und in anderen Ländern (von Amerika bis zur Türkei) Aufnahme fanden. Als in den 80er Jahren, besonders aber in den 90er Jahren immer wieder Flüchtlinge (siehe Asylant/innen) aus Osteuropa, nach dem Jugoslawienkrieg oder aus der 'Dritten Welt' zu uns kamen und gleichzeitig die politischen Probleme in unserem Land wuchsen (z.B. Dauerarbeitslosigkeit, wachsende Staatsverschuldung und Kürzung der Sozialleistungen etc.), war es für viele Politiker/innen bequem, Flüchtlinge zu Sündenböcken zu machen und die Einschränkung des Grundrechts auf Asyl zu fordern und durchzusetzen. Heute gibt es zwar weniger Flüchtlinge bei uns als vor 1993, aber die Probleme Arbeitslosigkeit, Sozialabbau etc. sind immer noch da. Tatsächlich kann heute bei uns fast niemand mehr legal Asyl beantragen, weil seit dem 'Asylkompromiss' eine Ergänzung des Grundgesetzes durch Art 16a behauptet, dass Deutschland durch 'sichere Drittstaaten' umgeben ist, in die jeder Flüchtling, der durch diese eingereist ist auch sofort wieder abgeschoben wird. Was dort dann mit ihm oder ihr geschieht 'geht uns nichts an'. Dass sich Flüchtlinge, die mit Gewalt in ihre 'sichere Heimat' oder in den 'sicheren Drittstaat' abgeschoben werden sollen, mit letzter Verzweiflung dagegen wehren, ist ein ständiger Appell an unser Gewissen.
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Augen. Warum haben manche Menschen schmale Augen (beleidigend wird i.d.R. der Begriff "Schlitzauge" verwendet). Zwei Anpassungsleistungen können hier genannt werden: Menschen, die andauernd in Schneeregionen leben, tun gut daran, ihre Augen vor (reflektierendem) Sonnenlicht zu schützen. Bergsteiger/innen tragen deshalb besondere Schneebrillen mit einem dünnen Schlitz. Außerdem müssen Menschen ihre Augen vor zu großer Kälte schützen; sie fangen an, die Lider dichter zu schließen. Bergsteiger/innen benötigen eine künstliche Hilfe. Menschen, die schon lange in solchen Regionen leben, haben sich angepaßt.
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Autoaggressionen sind krankmachende Aggressionen, die jemand gegen sich selber richtet und Verletzungen bis hin zur Tötung zur Folge haben können. Typische Formen sind z.B. Nägelkauen, Haare ausreißen, Bulemie, Magersucht usw. bis hin zur Drogensucht incl. Alkoholismus. Zu fragen ist, ob z.B. Piercing, Tattoos usw. als Autoaggressionen angesehen werden müssen.
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'Autonom' bedeutet unabhängig. 'Autonome' nennen sich (meist junge) Menschen, die sich i.d.R. als 'linksradikal' (siehe Links/Rechts) bezeichnen, aber keiner politischen Partei angehören. Sie fordern nicht nur eine grundsätzliche Veränderung der Gesellschaft (siehe Links), sondern eine Überwindung des Staates zur Befreiung des Einzelnen in der Gesellschaft (anarchistische Tendenz). Sie treten oft gegen staatliche Gewalt zur Durchsetzung wirtschaftlicher Großprojekte (z.B. Castor, Atomkraftwerke etc.) oder internationaler Großveranstaltungen (z.B. Weltwirtschaftsgipfel) auf; manche Autonome greifen dann selber zur Gewalt und erklären diese als 'Gegengewalt' für gerechtfertigt. Bei Demonstrationen treten sie oft als 'Schwarzer Block' (schwarz ist ihre Kleidung) auf. Viele Autonome zählen sich zu den Antifas.
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Ausländer/innen. Wer Ausländer/in ist, bestimmt der Pass, also letztlich unser Staatsbürgerschaftsrecht von 1913. Es ist nicht nur völlig veraltet, sondern auch menschenverachtend. Unser Staatsbürgerschaftsrecht beruht nämlich immer noch weitgehend auf dem Abstammungsprinzip (jus sanguinis - Deutscher ist, wer von Deutschen abstammt), und nicht auf dem Territorialprinzip (jus soli - Staatsbürger ist, wer hier geboren ist). Die meisten Länder kennen eine Mischung aus beiden Prinzipien (Grundsätze/Regeln); in Frankreich gilt z.B. weitgehend das Territorialprinzip, weshalb es mehrere Millionen moslemische Französinnen und Franzosen nordafrikanischer Herkunft gibt. Ähnliches gilt für Großbritannien mit Millionen Bürger/innen, deren Vorfahren aus Indien, Pakistan etc. eingewandert sind. In Amerika gilt ausschließlich das Territorialprinzip. Bei uns dagegen werden jedes Jahr ca. 100.000 Kinder geboren - und sind automatisch 'Ausländer/innen'. Dieser Zustand verhindert viele Möglichkeiten der Integration, besonders weil gerade für die größte Minderheit in unserem Land, für Menschen, deren Vorfahren aus der Türkei stammen, die Einbürgerung und besonders die Möglichkeit der Doppelstaatsbürgerschaft äußerst erschwert wird. Viele Menschen in unserem Land fordern deshalb seit Jahren neben einem neuen Staatsbürgerschaftsrecht auch ein Einwanderungsgesetz. (Zur Zeit (1999) bereitet die Bundesregierung ein verändertes Staatsbürgerschaftsrecht, dass die erleichterte Einbürgerung und eine doppelte Staatsbürgerschaft vorsieht, vor). Weil heute der Begriff Ausländer/innen auch als Schimpfwort benutzt wird, empfehlen wir eine etwas genauere Wortwahl, z.B.Migrant/in, Flüchtling, Amerikaner/in usw.
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Ausländerfeindlichkeit und Fremdenfeindlichkeit sind eher verschleiernde Begriffe für das hier gemeinte Problem. Es sind eben nicht die Ausländer/innen oder die Fremden, die angefeindet, angegriffen oder diskriminiert werden, sondern immer nur bestimmte Menschen mit bestimmten Merkmalen. Dabei geht es eben nicht (nur) um den Pass, entscheidend sind eher Merkmale (wie z.B. Armut, Hautfarbe, Herkunft, Religion usw.) auf Grund derer ihnen Fremdheit (oder andere Eigenschaften) zugeschrieben wird. Bei solchen Zuschreibungen handelt es sich um Rassismus.
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'Ausländerkriminalität'. Wenn Menschen ohne deutschen Pass oder mit fremdem Aussehen tatsächlich eine Straftat begehen oder nur mutmaßlich begehen, sprechen Politiker/innen und Medien gerne von "Ausländerkriminalität". Heimlich ist damit ein Begriff eingeführt, der unterstellt, dass sogenannte Ausländer/innen krimineller seien als Deutsche. Tatsächlich gibt es unter 'Ausländer/innen' Kriminalität und doch ist der Begriff irreführend, denn niemand wird von 'Inländer/innenkriminalität' oder 'Deutschenkriminalität' sprechen, obwohl es die natürlich auch gibt. In einigen Ländern ist es übrigens verboten, in Medienberichten über Verbrechen die Nationalität, Herkunft, Religion etc. des/der (mutmaßlichen) Täters/in anzugeben. Bei uns steht häufig in der Zeitung 'der 20jährige Türke X. Y. hat ...' (auch wenn der Verdächtige hier geboren wurde), aber es heißt nie 'die 25jährige deutsche Bankräuberin ...' Sinnvoll ist es, nur das kriminelle Verhalten der Wohnbevölkerung in Deutschland zu untersuchen, d.h. Ausländer/innen, die eigens nach Deutschland einreisen, um einen Scheckbetrug zu begehen oder hier Autos zu klauen, um dann wieder auszureisen, müssen zwar verfolgt und ggf. bestraft werden, aber es ist nicht sinnvoll, sie in die Statistik der ausländischen Wohnbevölkerung aufzunehmen. (Umgekehrt wird auch der/die deutsche Scheckbetrüger/in, der/die auf Tour durch Frankreich ist, nicht in einer französischen Ausländerstatistik erfasst). Es gibt ein eigenes, sehr kompliziertes Recht, gegen das nur Ausländer/innen verstoßen können: das Ausländergesetz mit über 100 Paragraphen. Dabei geht es nicht um Verbrechen, sondern um Verstöße gegen Vorschriften, die ein/e Deutsche/r gar nicht begehen kann, (z.B. Aufenthaltsverlängerung zu spät beantragt: Bußgeld). Diese Verstöße werden von der Polizei verfolgt und statistisch erfasst, aber es ist nicht sinnvoll, sie der 'Ausländerkriminalität' zuzurechnen und mit der 'deutschen Kriminalität' zu vergleichen. Die ausländische Wohnbevölkerung lebt besonders häufig in Großstädten, ist im Durchschnitt jünger und in der Regel ärmer als die deutsche Bevölkerung. Da sich Äpfel nicht mit Birnen vergleichen lassen, müsste also zum Vergleich eine ähnlich zusammengesetzte (relativ junge und arme) deutsche Großstadtbevölkerung herangezogen werden. Im Durchschnitt finden in der Stadt mehr Gesetzesübertretungen statt als auf dem Land. Die kriminell aktivste Bevölkerungsgruppe ist die der jungen Männer (Mutproben, Gewaltbereitschaft). Ärmere Menschen werden leichter kriminell als reichere oder genauer: ärmere werden häufiger erwischt, weil sich die Kriminalität der Reichen hinter "Weißen Kragen" gut verstecken lässt.
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Auschwitz war das größte Vernichtungslager der Nazis. Dort wurden während des 2. Weltkriegs von Deutschen ca. 1,5 Millionen Menschen (meistens mit dem Gas Zyklon B) ermordet, darunter ca. 1 Million Juden aus allen europäischen Ländern, Polen nichtjüdischen Glaubens, Roma und Sinti, sowjetische Kriegsgefangene und Homosexuelle. Insgesamt gab es über 1000 Konzentrationslager. Neben Auschwitz lagen die größten in Polen und zwar in Belzec, Chelmno, Majdanek, Sobibor, Treblinka. Holocaust ist die englisch-sprachige Bezeichnung für die Vernichtung von ca. 6 Millionen europäischen Juden durch Deutsche im 2. Weltkrieg; dieser Völkermord (Genozid) wird auch mit dem hebräischen Wort 'Shoa' bezeichnet.
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Auschwitzlüge nennt man das Leugnen von 'Auschwitz' bzw. des 'Holocaust'. Neonazis behaupten heute, dass in Auschwitz nie Menschen systematisch ermordet, vor allem nicht vergast wurden; sie leugnen also die Existenz von Auschwitz als Vernichtungslager. Allenfalls, so erklären sie, seien in Auschwitz einige Tausend Menschen an Seuchen gestorben. Das Ziel der Auschwitz-Leugner/innen (sie werden auch Revisionisten genannt, weil sie die Geschichte 'umschreiben' wollen) ist es, die Nazis, (also den Nationalsozialismus und Adolf Hitler) reinzuwaschen und besonders für junge Menschen wieder attraktiv zu machen ("damals gab es keine Arbeitslosigkeit" etc.). Für ihre Behauptung bringen die Auschwitz-Leugner/innen zahlreiche angeblich 'wissenschaftliche' Beweise, (die sämtlich falsch sind), die leider auch von einigen wenigen gebildeten, aber verblendeten Menschen vertreten werden. Auschwitz war die "größte Menschen-Vernichtungs-Anlage aller Zeiten". So bezeichnete Auschwitz-Kommandant Höß selber das Konzentrationslager (KZ) Auschwitz, das von der SS (Nazi-Schutzstaffel) im besetzten Polen errichtet wurde.
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Ausweisung nennt sich die Aufforderung des Staates gegenüber einer/m Ausländer/in, die Bundesrepublik zu verlassen. Ausgewiesen werden kann, wer z.B. die freiheitlich demokratische Grundordnung oder die Sicherheit der Bundesrepublik gefährdet, sich an Gewalttaten beteiligt oder dazu aufruft und damit droht, eine vorsätzliche Straftat begeht, gegen Rechtsvorschriften verstößt, drogenabhängig ist oder dealt, obdachlos ist oder Sozialhilfe in Anspruch nimmt usw. (siehe Ausländergesetz §§ 45 - 48)
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Berber, Boches, Buschzulage
Berber ist die Selbstbezeichnung der Menschen, die oft abwertend und beleidigend "Penner" (weil sie oft unter Brücken oder auf Parkbänken schlafen ("pennen")) genannt werden. Der Begriff Berber leitet sich von dem Begriff der Berber-Völker in Nordafrika ab, die sich früher, einen großen Teil ihres Lebens, auf Wanderung befanden.
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"Boches" und "Moffen". In Frankreich werden manchmal Deutsche verächtlich als "Boches" und in den Niederlanden als "Moffen" bezeichnet. Frag mal nach, was die Leute dort unter diesen Begriffen verstehen und Dich selber, ob Du Dich danach noch gerne so bezeichnen lassen möchtest. Viele Menschen lehnen heute vorurteilsbeladene Bezeichnungen für sich selber ab - sie haben wie Du - ein Recht darauf.
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"Buschzulage". Weiße Europäer/innen und Nordamerikaner/innen haben schon vor Jahrhunderten die Vorstellung entwickelt, ihre Kultur sei anderen überlegen. Als besonders primitiv werden seit dieser Zeit Schwarze in Afrika dargestellt, als Inbegriff von Unterentwicklung und Minderwertigkeit gilt das Leben im Urwald, im "Busch". Der Ausdruck "Buschzulage" spiegelt somit die Arroganz und Missachtung gegenüber Afrika und afrikanischen Kulturen. Zugleich diskriminiert er Menschen in Ostdeutschland, wo West-Staatsbedienstete eine "Buschzulage" zu ihrem normalen Gehalt erhielten: Ostdeutschland wird als zutiefst unzivilisiert und unterentwickelt hingestellt.
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Chauvi, Coming Out, Courage
Chauvi ist der eher freundliche Begriff für einen Chauvinisten. Chauvinismus ist ein übersteigertes, selbstgefälliges, überhebliches Männlichkeitsgebaren. Früher wurde dieser Begriff, aus Frankreich stammend, häufig für fanatische Vaterlandsliebe eingesetzt.
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'Coming Out' bedeutet das öffentliche Bekenntnis eines gleichgeschlechtlich orientierten Menschen zu seiner Neigung.
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Courage, siehe Zivilcourage.
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Deeskalation, Demokratie, Diktatur, Diskriminierung, Duldung
Deeskalation, siehe Eskalation.
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Demokratie stammt aus dem Griechischen und bedeutet Volksherrschaft. Diese Bedeutung geht über das reine Abstimmen bei Wahlen hinaus. Demokratie bedeutet nämlich auch, mit den gleichen Rechten an gesellschaftlichen Vorgängen teilhaben zu können wie alle anderen Menschen auch. Teilhaben heißt, aktiv zusammen mit anderen beispielsweise in Jugendorganisationen zu arbeiten und an Entscheidungsprozessen beteiligt zu sein. Demokratie schließt das Anhören der Meinungen von und den Respekt vor Minderheiten ein, selbst wenn die Mehrheit eine andere Meinung vertritt. Demokratie heißt auch, mit Vielfalt umgehen und am Ende einen Kompromiss zum Wohle aller finden zu können.
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Diktatur ist das Gegenteil von Demokratie. Diktatur bedeutet i.d.R. die Herrschaft einer Minderheit oder einer einzigen Person über eine Mehrheit, wobei diese Herrschaft nicht auf Abstimmungen und Interessensausgleich beruht, sondern auf Terror und Gewalt.
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Diskriminierung ist die herabsetzende Behandlung von Menschen aufgrund von Merkmalen wie Herkunft, Hautfarbe, Aussehen, Nationalität, Geschlecht, sexuelle Orientierung, Kultur oder Religion. Diskriminierendes Verhalten kommt sowohl im Alltag, z.B. in der Schule, in der Disko, am Arbeitsplatz oder in öffentlichen Verkehrsmitteln, als auch in den Medien, Gesetzen oder öffentlichen Einrichtungen vor. Nicht jede Ungleichbehandlung ist gleich Diskriminierung: Wenn z.B. Jugendlichen unter 18 Jahren Alkohol in der Diskothek verweigert wird oder jemand nicht Taxifahrer/innen werden kann, weil er oder sie keinen Führerschein hat, ist das völlig in Ordnung. Wenn aber einem Menschen der Eintritt in die Disko oder ein Job verweigert wird, z.B. weil er oder sie keinen deutschen Pass hat, eine Frau, schwarz oder homosexuell ist, dann handelt es sich um Diskriminierung. Diskriminierung ist also die ungerechtfertigte Benachteiligung oder Schlechterbehandlung Einzelner oder Gruppen. Die deutsche Verfassung wendet sich ausdrücklich gegen Diskriminierung: Gemäß Artikel 3, Absatz 3 des Grundgesetzes darf niemand "wegen seines Geschlechts, seiner Abstammung, seiner "Rasse", seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden". So klar dieser Grundgesetzartikel klingt, in der Praxis bietet er Betroffenen leider kaum rechtlichen Schutz, um gegen Diskriminierung vorzugehen. Dazu wären eigene Anti-Diskriminierungsgesetze erforderlich, wie sie z.B. in Großbritannien oder den Niederlanden bestehen und seit Jahren von verschiedenen Anti-Diskriminierungs- und Menschenrechtsgruppen in Deutschland gefordert werden. Dennoch, wer andere diskriminiert, verstößt eindeutig gegen die Grundwerte der deutschen Verfassung. Der Begriff 'Rassismus' in einer sehr allgemeinen Form wird oft gleichbedeutend mit 'Diskriminierung' verwendet.
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Duldung ist der (zeitweilige) Verzicht auf die Abschiebung einer/s Migrantin/en oder eines Flüchtlings, der/die verpflichtet ist, Deutschland zu verlassen, weil er/sie ausgewiesen worden ist oder keine Aufenthaltsgenehmigung erhalten hat. Eine Duldung wird i.d.R. erteilt, wenn rechtliche, dringende humanitäre oder persönliche Gründe oder erhebliches öffentliches Interesse seine vorübergehende weitere Anwesenheit in der Bundesrepublik erfordert (siehe Ausweisung, Toleranz) (siehe Ausländergesetz §§ 55 - 56).
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Empathie, Endlösung, Eskalation, Eskimo, Ethnie, Ethnische Minderheit, Ethnisierung, Extremismus
Empathie bezeichnet die Fähigkeit, sich in einen anderen hineinzufühlen, "in den Schuhen" eines anderen zu gehen und Dinge mit den Augen eines anderen sehen und beurteilen zu können. Empathie ist eine Grundfähigkeit für die interkulturelle Kommunikation. Wenn ich mich nicht in den anderen / die andere hineinversetzen kann, bin ich in Gefahr, ihn oder sie stereotyp, d.h. vorurteilsbehaftet zu beurteilen. Die Fähigkeit zur Empathie fällt Menschen leichter, wenn sie mit sich selbst identisch, also sich selber mit ihren Stärken und Fehlern mögen können.
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Endlösung. Ein von den Nazis eingeführter Begriff, der verharmlosen und verschleiern sollte, dass es sich dabei um die planmäßige Ermordung aller Juden handelt.
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Eskalation ist die stufenweise Steigerung und Verschärfung vorhandener Mittel (z.B. Gewalt), um ein Ziel zu erreichen. Dieser Begriff wird häufig im militärischen und politischen Bereich verwendet. Deeskalation bezeichnet exakt das Gegenteil.
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"Eskimo", siehe Inuit.
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Ethnie ist eine Menschengruppe, deren Mitglieder sich auf gleiche oder ähnliche kulturelle Traditionen (Religion, Verwandtschaft usw.) beziehen, welche die Vorstellung gemeinsamer Herkunft teilen, häufig auch die gleiche Sprache sprechen und i.d.R. in einer bestimmten Region gemeinsam leben. Zentral ist die Vorstellung der Mitglieder, sich auf Grund dieser Merkmale von anderen Gruppen / Ethnien zu unterscheiden.
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Ethnische Minderheit. Eine ethnische Minderheit ist eine Gruppe von Menschen, die in einer Gegend lebt, in der sie weniger als die Hälfte der Bevölkerung ausmacht, und deren Angehörige gemeinsame Merkmale aufweisen, die sie von der Mehrheitsbevölkerung unterscheiden. Eine Minderheit hat gegenüber der Mehrheit häufig einen niederen gesellschaftlichen Rang und ist oft in einer schlechteren wirtschaftlichen Lage.
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Ethnisierung findet immer dann statt, wenn bestimmten Gruppen wegen ihrer Herkunft bestimmte Merkmale zugeschrieben werden. Dabei geht es vor allem um die Verwandlung von sozialen oder kulturellen Unterschieden in herkunftsbezogene Merkmale.
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Extremismus bezeichnet eine am äußersten Rand unserer Gesellschaft angesiedelte (z.B. politische) Haltung oder Richtung. Das Wort extrem kommt aus dem Lateinischen und ist die Höchststufe der Steigerung von ‚aussen'. Als extremistisch werden i.d.R. heute solche politischen Gruppen bezeichnet, die am äußersten Rande unserer Gesellschaft angesiedelt sind oder diese Grenze schon überschritten haben ( z.B. durch verfassungsfeindliche Gesetzesübertretungen, Mordanschläge usw.)
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Fanatisch, Farbige, Faschist/in, Faschos, Flucht, Flüchtling, Fremdenfeindlichkeit, Fundamentalismus
Fanatisch werden Menschen genannt, die versuchen, ihre Ideen und Ziele kompromisslos durchzusetzen und dabei ohne Rücksicht auf andere, oft blind vor Eifer, vorgehen.
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"Farbige". Auf die negative-bildhafte Sprache, die in der christlich-abendländischen Kultur mit der Farbe Schwarz verknüpft ist, hat die von Schwarzen in den USA ins Leben gerufene antirassistische Bewegung selbstbewusst reagiert - mit einer ausdrücklichen Umwertung der Farbe Schwarz in: "Black is beautiful". Die Selbstbezeichnung als Schwarze ist eine deutliche Abgrenzung von der Sprache, welche die Sklavenhaltergesellschaft geprägt hat. Verschiedene Gruppen wie die "Women of Colour" wählen den Begriff "Farbige" als eine positive Selbstbezeichnung. Die Idee dabei ist, die Unterschiede zwischen Frauen verschiedener "Hautfarben" nicht zu verwischen. Als Fremdbezeichnung ist der Begriff allerdings sehr problematisch, weil er rassistische Vorstellungen transportiert: Er unterstellt, daß Weiße keine Farbe hätten, daß sie damit grundsätzlich anders seien als Schwarze. Auch durch die im südafrikanischen Apartheidsystem entwickelte Hierarchie der Hautfarben hat der Begriff "Farbige" einen negativen Beigeschmack: Im rassistischen Südafrika hatten "Farbige" nämlich mehr Rechte als "Schwarze" wenngleich auch sie stark diskriminiert waren und in der Rangfolge unter den Weißen standen.
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Faschist/innen (Neofaschist/innen). Der Faschismus wurde 1919 durch B. Mussolini begründet. Er lebt von der Idee eines totalitären Staates unter der autoritären Führung eines einzelnen (Duce) und vom grundsätzlichen Gegensatz zur Demokratie. Alle jene, die z.B. Antisemitismus und Judenvernichtung als Abweichung vom ansonsten "richtigen (deutschen) faschistischen Weg" ablehnen und für die Wiederherstellung faschistischer Herrschaft oder (in ihren Worten) des "einzig wahren Volkssozialismus" eintreten, werden als Neofaschisten bezeichnet. Faschist/innen erkennt man in aller Regel daran, daß sie offen oder heimlich drei Grundprinzipien verfolgen:
- Der Stärkere hat immer Recht (und weil das ihrer Meinung nach so ist, ist natürlich auch immer das Recht auf Seiten
des Stärkeren). Gewalt ist ein erlaubtes Mittel, um das Recht des Stärkeren durchzusetzen.
- Menschen sind von Natur aus ungleichwertig. Es gibt welche, die stehen von Natur aus immer oben (z.B. Leute mit
blauen Augen), und andere, die (willkürlich) 'von Natur aus' nach unten definiert werden (z.B. Brillenträger, Frauen oder Flüchtlinge etc.).
- Weil das so ist, brauchen Faschisten einen Führer, der oben an der Spitze steht und der durch seine Macht all jenen Kraft und Stärke vermittelt, die zu ihm halten und die ihm (bis in den Tod) folgen wollen.
Der Nationalsozialismus in Deutschland (1933-45) ist eine Form des Faschismus (siehe Nazis).
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'Faschos' (siehe links/rechts) nennen sich heute junge Neonazis (siehe Nazis), oft aber auch Mitläufer/innen, die vom Faschismus noch nie ein Wort gehört haben. Sie alle eint oft dumpfer ‚Ausländer/innenhass' und einige Kennzeichen der rechten Skin-Szene (siehe Skin) wie z.B. Springerstiefel, Vorliebe für hasserfüllte, rechtsextreme OI-Musik, Bomberjacke, oft Glatze evtl. Baseballschläger usw.. Der Begriff Fascho wird auch als Schimpfwort von eher links orientierten Leuten für politisch rechts orientierte Gegner benutzt.
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Flucht. In diesem Moment befinden sich ca. 50 Millionen Menschen (weltweit) auf der Flucht. Sie fliehen vor Armut, Hunger, politischer Verfolgung und ökologischen Zerstörungen. 26 Millionen gelten als "Vertriebene innerhalb der Grenzen ihres Heimatlandes". 23 Millionen Menschen haben ihr Herkunftsland verlassen. Von diesen 23 Millionen Menschen sind 99 % Frauen und Kinder, die nun in Flüchtlingslagern an der Grenze ihrer Nachbarländer, vor allem in Afrika und Asien, leben. 700.000 Menschen "schaffen" es nach "Europa" (EU), davon sind 25 % Frauen.
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Flüchtling. Ein Flüchtling ist eine Person, die vor Gefahren oder lebensbedrohlichen Situationen flieht. Als Flüchtlinge werden auch Menschen definiert, die vor wirtschaftlicher Unsicherheit, Ausbeutung, Hunger und Elend fliehen (oft werden diese Flüchtlinge als "Wirtschaftsflüchtlinge" in Verruf gebracht). Die Flüchtlings-Definition der Genfer Konvention bezieht alle ein, die aufgrund ihrer Herkunft, Religion, Staatsangehörigkeit, Zugehörigkeit zu einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe oder ihrer politischen Überzeugung verfolgt werden. Die afrikanische Definition eines Flüchtlings schließt auch diejenigen mit ein, die vor Naturkatastrophen und Hungersnöten fliehen. Die jüngsten, in Dublin getroffenen (europäischen) Vereinbarungen, beschränken die Definition der Genfer Konvention ausschließlich auf von einem Staat verfolgte Einzelpersonen. Viele Menschen bei uns haben vergessen, dass Millionen von Deutschen in den letzten 200 Jahren als Flüchtlinge Deutschland verlassen mußten. Sie flohen vor Fürstenwillkür, religiöser oder politischer Verfolgung, vor Bürgerkrieg oder dem drohenden Hungertod. Sie fanden Aufnahme in Nachbarländern genauso wie in fernen Kontinenten. Allein in den USA führen ca. 50 Millionen Menschen ihre Herkunft auf deutsche Flüchtlinge und Auswanderer/innen zurück (siehe Migrant/in). Übrigens wandern auch heute noch jedes Jahr ca. 150.000 Deutsche aus - die meisten aus wirtschaftlichen Gründen.
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Fremdenfeindlichkeit, siehe Ausländerfeindlichkeit, Rassismus, Xenophobie.
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Fundamentalismus nennt man jede Form von fanatischem Extremismus, der zur Durchsetzung eigener (oft religiöser) Ziele gegen Andersdenkende auch mit Gewalt vorgeht. Bei uns wird Fundamentalismus oft in Verbindung mit dem Islam genannt. Manche Bücher oder Fernsehsendungen zeichnen das Schreckgespenst von fundamentalistischen Muslimen, die Europa bedrohen. Dieses Feindbild soll offensichtlich dazu dienen, Menschen Angst einzujagen und von den eigentlichen Problemen unserer Gesellschaft abzulenken. Tatsache ist, dass es auch unter Muslimen sehr radikale, fundamentalistisch eingestellte Menschen und Gruppen gibt, von denen einige sogar zur Gewalt gegen Menschen bereit sind. Solche Menschen gibt es aber leider auch bei den Anhänger/innen anderer Religionen, also z.B. bei Juden, Hindus, Buddhisten und nicht zuletzt unter Christen (und zwar sowohl in den Kirchen (z.B. in Nordirland), als auch in sog. 'Sekten'). Oder genauer: Es gibt Anhänger/innen aller Religionen, die aus eigener Verblendung, oder häufiger verführt durch andere, die Botschaft ihrer Religion zur Versöhnung und Respekt (alle genannten Religionen beinhalten diese Botschaft) nicht zur Kenntnis nehmen und sich selber, bzw. ihre (einseitige, engstirnige) Auslegung ihrer Religion zur alleinigen Richtschnur ihres Handelns machen. Das kann dazu führen, dass sie für ihre 'höheren Ziele' bereit sind, sogar 'über Leichen zu gehen'.
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Genozid, Gewalt, Gewaltprävention, Gleichheit, Gott und Allah
Genozid bezeichnet die geplante Ermordung bestimmter Ethnien (siehe Shoa).
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Gewalt tut weh. Gewalt verletzt und zerstört. Gewalt liegt immer dann vor, wenn Menschen gezielt oder fahrlässig physisch (körperlich) oder psychisch (seelisch) geschädigt werden. Gewalt ist immer an Macht geknüpft. Dazu gehört auch der Bereich der strukturellen Gewalt, also Ordnungssysteme und ökonomische Prinzipien (z.B. Arbeitslosigkeit, ungerechte Gesetze, Obdachlosigkeit, Armut usw.), die materielle, soziale und ideelle menschliche Entwicklungen beeinträchtigen oder verhindern. (siehe auch Aggression und Notwehr)
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Gewaltprävention ist die gezielte und erfolgreiche Vorbeugung und Intervention (einmischen, vermitteln und handeln) zur Vermeidung und Verringerung von Gewalt. Dabei geht es darum, sich mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu verständigen, dass Gewalt verletzt, schädigt und eskaliert. Frieden ist nur möglich, wenn wir uns auf Regeln des gewaltfreien Umgangs einigen, die für alle gelten können und sollen, und deshalb wirksam werden. Dazu gehören:
- das Erkennen und Benennen von Bedrohungs-, Konflikt- und Gewaltsituationen,
- die Thematisierung von Gewalt in allen Erscheinungsformen,
- die Einbeziehung authentischer (glaubwürdiger, echter) Personen, die in der Lage sind, verletzende und zerstörerische Erfahrungen empathisch zu vermitteln,
- die Eröffnung von (sozialen) Erfahrungsfeldern, in denen junge Menschen selber herausfinden und begreifen können, welche Ursachen, Wirkungen und Spuren Gewalt hat und hinterlässt,
- die Entwicklung eines sozialen Klimas zur Ächtung von Gewalt,
- die Überprüfung und Korrektur eigener Positionen, Widersprüchlichkeiten und Gewaltpotentiale,
- die Entwicklung und Erprobung von Flucht- und Interventionsmöglichkeiten in Bedrohungs- und Gewaltprozessen,
die Weiterentwicklung von deeskalierenden Verhaltens- und Handlungsmöglichkeiten,
- die Entwicklung und Stabilisierung eines andauernden gesellschaftlichen Diskurses (andauernde Auseinandersetzung) zur Gewalt, ihrer Ursachen und Wirkungen und zu realisierbaren Gewalt-Deeskalations-Maßnahmen.
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Gleichheit meint den Zustand der Gleichwertigkeit aller Menschen. Das heisst, dass keine Person mehr zählt als eine andere, unabhängig vom Beruf oder Reichtum der Eltern, von der gesellschaftlichen Stellung, der Geschlechtszugehörigkeit und Herkunft. Natürlich sind Menschen nicht identisch, was ihre Interessen, Fähigkeiten oder Lebensformen betrifft. Deshalb bedeutet Gleichheit, dass alle dieselben Rechte haben und dieselben Chancen besitzen sollen. Allen Menschen müssen die gleichen Möglichkeiten eingeräumt werden, damit z.B. Erfolg in der Schule oder am Arbeitsplatz nur von der eigenen Leistung abhängt. Gleichheit kann nur dann verwirklicht werden, wenn Menschen annähernd dieselben Voraussetzungen in Bezug auf Wohnen, soziale Sicherheit, Bürgerrechte, Bildung usw. haben.
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Gott und Allah, zwei Brüder? Auf die schriftliche Anfrage, ob Gott und Allah verwandt, möglicherweise sogar Brüder sind oder was, erhielt die Jugendclique 'Die Ruhrkanaker' aus der Evangelischen Kirche von Westfalen und vom Zentralrat der Muslime in Deutschland folgende Antworten: Antwort vom Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche von Westfalen: Liebe Ruhrkanaker. Die Frage, die Ihr gestellt habt, lässt sich nicht einfach mit ja oder nein beantworten. Der christliche Glaube ruht auf dem jüdischen. Wir sind überzeugt, dass der Gott, den wir als Vater Jesu Christi bekennen, der Gott ist, von dem das alte Testament berichtet. Jesus hat von diesem Gott gesprochen und von keinem anderen. Der Islam ist ca. 600 Jahre nach Christus entstanden und hat vieles aus dem Judentum und dem Christentum übernommen. Das kann man feststellen, wenn man die Bibel und den Koran miteinander vergleicht. Insofern kann man sagen, dass der Gott der Juden und der Christen und der Gott der Moslems 'etwas miteinander zu tun haben'. Allah heißt übrigens nichts anderes als Gott. Der große Unterschied liegt darin, wie wir Jesus Christus verstehen. Als Christen glauben wir, dass er Gottes Sohn ist, der durch sein Sterben und seine Auferstehung uns den Weg zu Gott eröffnet hat. Die Moslems sehen in ihm einen Propheten, einen Vorläufer Mohammeds. Darin liegt der große Unterschied im Glauben zwischen Christentum und Islam. Ich hoffe, dass ich Euch mit dieser Antwort ein wenig weitergeholfen habe und wünsche Euch für Euren Einsatz und weitere Gespräche alles Gute. Mit frdl. Grüßen i.V. Weide LKR. Antwort vom Zentralrat der Muslime in Deutschland: Wir Muslime glauben an denselben Gott der Christen und der Juden, wir glauben an alle Propheten Gottes und an die Offenbarung, die ihnen von Gott zuteil geworden ist. Das Wort Allah ist die arabische Bezeichnung für Gott, diese wird auch von den arabischen Christen benutzt. Nichtarabische Muslime haben wiederum jeweils in ihrer Sprache andere Bezeichnungen für Gott. Im Koran heißt es: "Und sagt: Unser Gott und euer Gott ist einer. Und wir sind Ihm ergeben." (29/46). Wichtige Unterschiede finden wir im Gottesbild bei den Christen und den Muslimen. So ist Gott für uns Muslime in seinem Wesen und Erscheinungsbild eins und unteilbar. Ausgehend von diesem Monotheismusverständnis kennen wir keine Dreifaltigkeit und keine Menschwerdung Gottes. Alle Propheten und Gesandte Gottes werden von uns als auserwählte Menschen verehrt, darunter auch Jesus Christus, den wir Isa, den Sohn Marias nennen. Ihnen allen wünschen wir nach der Nennung ihrer Namen Gottes Frieden und Heil. Die Anhänger aller Propheten Gottes werden von uns nicht als Ungläubige, sondern als Andersgläubige bezeichnet und als Diener des einen und selben Gottes angesehen. "Diejenigen, die glauben, und diejenigen, die Juden sind, und die Christen und die Sabier, all die, die an Gott und den Jüngsten Tag glauben und Gutes tun, erhalten ihren Lohn bei ihrem Herrn, sie haben nichts zu befürchten und sie werden nicht traurig sein." (2/62). Dr. Nadeem Elyas
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Hautfarben, Heiden, Heterosexismus, Holocaust, Homosexualität
Hautfarben. Der Mensch hat sich, wie jedes andere Lebewesen, immer an seine Umwelt und das ihn umgebende Klima angepasst. Dieser Prozess hat oft hunderte oder tausende Jahre gedauert und dabei sichtbare Merkmale, wie z. B. die Färbung der Haut, bewirkt. Solche Anpassungsprozesse waren nötig, um Menschen in der jeweiligen Region auf Dauer überleben zu lassen. Drei Wochen auf Mallorca zeigen Dir, wie dieser Prozess funktioniert. Offensichtlich waren die ersten Menschen sehr dunkel, da der Mensch seinen Ursprung in Afrika hat. Dunkle Haut ist ein Schutz gegen die Sonne. Als die Menschen nach Norden wanderten, gab es allerdings ein Problem; die Nahrungsmittel im damaligen Europa und in Asien enthielten nicht genügend Vitamin D. Der Körper kann dieses lebensnotwendige Vitamin allerdings selber produzieren, wenn die UV-Strahlung des Sonnenlichts tief genug in die Haut eindringen kann (und das kann sie bei heller Hautfarbe viel leichter). Deshalb haben Menschen ihre dunkle Hautfarbe verloren, um auf ihrer Wanderung in den Norden überleben zu können.
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Heiden. Der Begriff wurde offensichtlich aus dem Gotischen entlehnt und geht dort zurück auf das griechische Wort "tà éthne" mit der Bedeutung "die (anderen) Völker". Ursprünglich wurden mit diesem Begriff von den Juden die Nicht-Juden, später von den Christen die Nicht-Christen bezeichnet. Das Wort "Heiden" wird heute i.d.R. abwertend als Begriffs-Verstärkung benutzt: Heidenlärm, Heidenspaß, Heidengeld, Heidenangst. Am Beispiel Heidenlärm (besonders schlimmer Krach), kann deutlich werden, wie ‚Heiden' für etwas Negatives herhalten sollen oder den ‚Heiden' etwas Negatives in die Schuhe geschoben werden soll.
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Heterosexismus beschreibt die Diskriminierung von Schwulen und Lesben. Diese Diskriminierungen sind vielfältig, z.B. dumme Sprüche, Gewalt gegen homosexuelle Paare, ausgeübt von heterosexuellen Männern und Frauen, Nichtbeachtung homosexueller Lebensentwürfe und Lebensformen bis hin zu rechtlichen Diskriminierungen wie dem Verbot der Eheschließung für schwule und lesbische Paare. In unseren Gesellschaften werden Frauen und Männer in eine heterosexuelle Norm gepresst. Das bedeutet, daß alle Frauen und Männer heterosexuell zu sein haben und alle, die davon abweichen, als nicht "normal" gelten.
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Holocaust bedeutet ursprünglich etwa: Entsetzen, Erschrecken, Zerstörung und Verwüstung. Seit dem Nationalsozialismus wird mit diesem Begriff die planmäßige Ermordung vor allem der Juden, Roma und Sinti durch Deutsche in der Nazizeit beschrieben.
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Homosexualität nennt man die sexuelle Orientierung, die zum gleichen Geschlecht neigt. Heute weiß man, daß ca. 10 % aller Menschen homosexuell veranlagt sind. In manchen Zeiten galt Homosexualität unter Männern als etwas Erstrebenswertes (z.B. in manchen altgriechischen Gesellschaften). Später wurden Homosexuelle jahrhundertelang diskriminiert. Für die katholische Kirche ist z.B. Homosexualität immer noch eine 'Sünde'. Am schlimmsten war die Diskriminierung im Nationalsozialismus, wo Männer und Frauen allein schon wegen ihrer gleichgeschlechtlichen Orientierung in ein Konzentrationslager eingesperrt und dort z.T. sogar ermordet wurden. In unserer Gesellschaft ist die Diskriminierung Homosexueller offiziell abgeschafft worden, aber viele Menschen verachten Homosexuelle nach wie vor. 'Homophobie' nennt man die krankhafte Furcht vor Homosexualität und homosexuellen Menschen. Früher wurden homosexuelle Männer abwertend "Schwule" genannt; heute nennen sich viele stolz selber so. Homosexuelle Frauen nennen sich Lesben. 'Coming Out' bedeutet das öffentliche Bekenntnis eines gleichgeschlechtlich orientierten Menschen zu seiner Neigung. Heterosexualität ist die sexuelle Orientierung auf das jeweils andere Geschlecht.
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Illegal, Indianer, Institutioneller Rassismus, Integration, Interkulturelles Lernen, Interkulturalismus, Internationalismus, Interreligiöser Dialog, Intoleranz, Inuit, Islam
Illegal. Die meisten Menschen, die sich im Bereich von Asyl und Menschenrechte engagieren, verwenden den Begriff 'illegal' nicht mehr. Statt dessen sprechen sie von 'sans-papiers' (wörtlich übersetzt aus dem französischen heißt das 'ohne Papiere'), also von Menschen, die nicht die notwendigen Papiere besitzen, um legal in dem Land zu leben, in welches sie geflüchtet oder eingewandert sind. Jemand kann "illegal" sein, weil er/sie ohne Einreiseerlaubnis ein Land betritt, weil er/sie ohne Aufenthaltserlaubnis in einem Land wohnt oder weil eine Regierung entscheidet, die Regeln für eine Aufenthaltserlaubnis zu ändern und plötzlich das Recht, in einem Land zu leben, nicht mehr gültig ist. All dies kann aber einen Menschen nicht illegal machen: Kein Mensch ist illegal!
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Indianer/innen. Warum sind Indianer/innen rot? Hast Du schon mal eine/n echte/n Indianer/in gesehen? Sie sind gar nicht rot - es sei denn, jemand hat sie mal wieder (für Touristen) angemalt oder aber sie stammen aus Regionen mit roter Erde und haben sich lange nicht gewaschen. Schau Dir mal die Gegend um den Grand Canyon in den USA an - rote Landschaften mit einer Urbevölkerung, deren Religion ("Mutter Erde") sich eng an die sie umgebende Natur anlehnt. Indianer/innen waren aufgrund des Klimas und der Lebensweise gut gebräunt, aber rote Indianer/innen gab es nur auf dem "Kriegspfad" oder bei religiösen Festen (bei denen sie sich aus Verbundenheit mit der "Mutter Erde" mit ihr einfärbten). Ganz anders sieht dies schon bei Indianer/innen in Kanada aus; diese ähneln in der Hautfarbe viel eher den Inuits.
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Institutioneller Rassismus. "Der Begriff institutioneller Rassismus soll deutlich machen, dass rassistische Denk- und Handlungsweisen nicht nur Sache der persönlichen Einstellungen von Menschen, sondern auch in der Organisation des gesellschaftlichen Miteinanders verortet sind, welche die Angehörigen der eigenen Gruppe systematisch gegenüber den Nicht-Dazugehörigen privilegieren (bevorzugen). Indem man sich solchen Bedingungen anpasst, die einen gegenüber anderen bevorzugen, beteiligt man sich an deren Diskriminierung, ohne dass persönliche Vorurteile im Spiel sein müssen." (Ute Osterkamp,1997) Das Wort institutionell bedeutet in diesem Zusammenhang 'eingerichtet'. Damit sind nicht nur Institutionen (Einrichtungen) im Sinne bürokratischer staatlicher Apparate und Handlungsweisen gemeint, sondern auch die eingerichtete Tradition gesellschaftlicher Rassismen (kleine, oft kaum spürbare Formen von Rassismus), die sich in alltäglichen gesellschaftlichen Praktiken wiederspiegeln. Beispiele für institutionalisierten Rassismus sind: · Gesetze, die Migrant/innen wesentliche Rechte vorenthalten die deutsche Staatsbürger/innen haben, · verminderte soziale Leistungen z.B. für Flüchtlinge, · Gesetzte die bestimmten Migrant/innen nicht erlauben, frei einen Arbeitsplatz zu wählen.
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Integration bezeichnet den Vorgang der Eingliederung von Menschen in ein gesellschaftliches System (z.B. Behinderte in eine Regelschule) oder in eine Gesellschaft (z.B. Menschen anderer Herkunft). Integration heißt gesellschaftliche, gleichberechtigte Teilhabe bei gleichzeitiger Wahrung der je eigenen Identität, Religion und kulturellen Äußerungen aller Beteiligten (gerade der jeweiligen Minderheit). Integration löst dabei das Aufeinanderzugehen aller Beteiligten aus. Wenn diese Leistung nur einseitig auf die Minderheit bezogen erwartet wird, sprechen wir von Assimilation (Angleichung/Unterordnung).
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Interkulturelles Lernen. Interkulturelles Lernen will die Bedingungen aufzeigen und die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion gemeinsam leben sowie miteinander und voneinander lernen können. 1. Einer der ersten Schritte interkulturellen Lernens zielt auf die Wahrnehmung anderer Kulturen und die Überprüfung des eigenen Standpunktes. Dabei können schon Unterschiede und Gemeinsamkeiten mit anderen Kulturen erkannt werden. 2. In einem zweiten Schritt wird Respekt (Achtung, Ehrerbietung) gegenüber anderen Kulturen und Religionen entwickelt. Es entsteht Akzeptanz (Verständnis und Annahme) für die Sinnhaftigkeit dieser Kulturen (auch Religionen) sowie das Ernstnehmen ihrer Lebenspraxis. Dieser Prozess erfordert die Bereitschaft aller Gesellschaftsmitglieder, die Geschichte, Entwicklung und Notwendigkeiten der jeweiligen Kultur und Religion zu akzeptieren und zu verstehen, auch und gerade dann, wenn deren Formen den eigenen Gewohnheiten, vielleicht sogar den Selbstverständlichkeiten der eigenen Kultur entgegenstehen. 3. In einem dritten Schritt wird es dazu kommen, dass die jeweils anderen Kulturen als gleichwertig akzeptiert werden. Zumindest in diesen ersten drei Schritten kann die manchmal als Bedrohung angesehene Erfahrung von Fremdheit, von Unberechenbarkeit bestehen bleiben, erreicht wird aber ein kritischer und nicht mehr von selbstverständlicher Abwertung begleiteter Umgang mit Anderem oder Fremden. 4. Erst in einem vierten Schritt kann erwartet werden, dass Elemente der anderen Kultur auch für die eigene Kultur als erstrebenswert gelten.
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Interkulturalismus ist das Bestreben, den eigenen Horizont zu erweitern, so dass wir andere Kulturen kennenlernen und erfahren, dass durch Begegnungen mit anderen Kulturen unsere Persönlichkeit reift. Menschen, die sich voneinander unterscheiden, sollten in der Lage sein, miteinander zu leben, auch wenn sie verschiedene kulturelle Hintergründe haben. Interkulturalismus bedeutet das Akzeptieren und Respektieren von Unterschieden. Menschen, die Interkulturalismus bejahen, sind überzeugt, dass sie durch Begegnungen mit anderen Kulturen lernen und gewinnen können.
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Internationalismus ist eine Sicht der Welt, die das menschliche Leben, die Menschenrechte und die Menschenwürde als wichtiger und bedeutender einstuft als die Staatsangehörigkeit. Internationalismus ist die Weigerung, grundlegende Unterschiede zwischen Menschen, welcher Staatsangehörigkeit auch immer, anzuerkennen. Als logische Folge engagieren sich Menschen, die Internationalismus bejahen, gegen Nationalismus, Rassismus, Faschismus, Sexismus, Antisemitismus, Homophobie und andere Formen von Menschenverachtung (siehe auch Nation).
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Interreligiöser Dialog bezieht sich auf den Kontakt, das Gespräch und die Verständigung zwischen den religiösen Glaubensgemeinschaften, um sich zu begegnen und über Wert- und Lebensvorstellungen in einen Austausch zu treten.
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Intoleranz ist der Mangel an Respekt gegenüber der Kultur, den Gebräuchen und den Glaubenseinstellungen anderer. Sie wird gezeigt, wenn jemand nicht bereit ist, andere Menschen auf ihre Art leben zu lassen oder andere Meinungen zuzulassen. Intoleranz kann dazu führen, dass Menschen wegen ihres Glaubens, ihrer Sexualität, sogar ihrer Kleidung oder ihrer Haartracht diskriminiert werden. Intoleranz akzeptiert keine Unterschiede. Sie bildet den Grundstock für Rassismus, Antisemitismus, Feindbilder und Diskriminierung im allgemeinen. Sie kann leicht zu Gewalt führen.
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Inuit heißt Mensch und ist die Selbstbezeichnung der "Eskimos". Der Begriff "Eskimo" stammt aus der indianischen Sprache, bedeutet Rohfleischesser/in und wird von den Inuits abgelehnt. Die etwa 100 000 Inuits leben heute in Grönland, Sibirien und im arktischen Teil Nordamerikas.
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Islam. Der Islam entstand im 7. Jahrhundert als jüngste Weltreligion nicht weit von dem Gebiet, in welchem auch andere Religionen, wie das Judentum und das Christentum, ihren Anfang hatten. Verkünder des Islam war Muhammad (auch Mohammed) (ca. 570 - 632 nach christl. Zeitrechnung). Muslime glauben, dass er die von allen Propheten vermittelte Botschaft Gottes, die nach muslimischem Verständnis immer wieder von den Menschen verfälscht worden ist, endgültig im wahren Sinne Gottes übermittelt hat.
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Jude
Jude ist nach jüdischer Definition 'wer von einer jüdischen Mutter stammt'. Allerdings ist das gar nicht so leicht festzustellen, wenn jemand nicht religiös ist. Denn da es keine Rassen gibt (siehe Rasse, Rassismus) gibt es auch keine jüdische Rasse. Juden gibt es in ganz Europa (aber auch in Nordafrika und in allen anderen Teilen der Welt), seit sie im Altertum von den Römern aus Israel vertrieben wurden. Im Mittelalter gab es in vielen europäischen Städten jüdische Familien, die oft (wie in arabischen Städten) in eigenen Stadtvierteln lebten, die nach dem ersten solcher Viertel in Venedig 'Ghetto' genannt wurden. Das Zusammenleben zwischen Juden und Christen (und in vielen Städten zwischen Juden, Christen und Muslimen) verlief meist friedlich; allerdings kam es auch immer wieder zu Judenverfolgungen, in denen jüdische Familien von ihren (meistens christlichen) Nachbarn ermordet wurden, wenn es in einer Stadt soziale Probleme gab, für die man die Juden als religiöse Minderheit zum "Sündenbock" machte oder wenn sich einflussreiche Leute das Vermögen der Juden aneignen wollten und den 'Volkszorn' anheizten. Im 19. Jahrhundert kam es besonders in Osteuropa zu mehreren Massenverfolgungen von Juden, die mit dem russischen Wort 'Pogrom' (Sturm) bezeichnet wurden. Aber auch in Deutschland und Österreich wurde der Antisemitismus in dieser Zeit von christlichen Geistlichen, Politiker/innen, Militärs, Zeitungen etc. geschürt. Diese Hetze hat auch Adolf Hitler stark beeinflusst. Zu Beginn des Nationalsozialismus (1933) gab es in Deutschland ca. 500.000 Juden (Menschen die sich nach Herkunft oder Religion selber so bezeichneten); sie wurden zunächst stark benachteiligt und bald verfolgt, später kam es an ihnen und der jüdischen Bevölkerung in den von Deutschland besetzten Gebieten zum größten Massenmord in der Geschichte (siehe Auschwitz, Holocaust und Shoa). 1994 gab es in Deutschland mit einer Gesamtbevölkerung von 80 Mio. nur ca. 40.000 Menschen jüdischen Glaubens.
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Kanaken, Kanaksprak, Kirchenasyl, Konzentrationslager, Kopftuch, Koran, Kultur
Kanaken nennen sich die Ureinwohner/innen Polynesiens und einiger Südseeinseln (das Wort bedeutet: 'Mensch'). Umgangssprachlich werden bei uns Angehörige von Minderheiten (insbesondere der türkischen Minderheit in Deutschland) oft als 'Kanaken' beschimpft. Einige Jugendinitiativen (z.B. die Ruhrkanaker aus dem Ruhrgebiet) und junge Deutsch-Türken (absurderweise in Deutschland mit einem türkischen Pass geboren, siehe Ausländer/innen) haben nun den Spieß umgedreht und bezeichnen sich selber stolz als 'Kanaken', um der deutschen Mehrheit das eigene Vorurteil vorzuhalten.
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Kanaksprak ist die Mischsprache von Migrantenjugendlichen, die Teile der Ursprungs- und der deutschen Sprache kreativ miteinander vernetzt.
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Kirchenasyl ist eine Form des öffentlichen, zivilen Ungehorsams, bei dem i.d.R. eine Kirchengemeinde einem von Abschiebung bedrohten Flüchtling (in der Kirche) Schutz gewährt. Das Kirchenasyl ist die allerletzte Möglichkeit, um Flüchtlinge vor einer voreiligen Abschiebung zu bewahren. Damit soll ein Zeitaufschub erreicht werden, der die Nutzung aller rechtlichen Möglichkeiten eröffnet.
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Konzentrationslager = KZ (siehe Auschwitz). Konzentrationslager werden gefängnisähnliche Einrichtungen zur massenhaften Gefangennahme von missliebigen Personen genannt. Konzentrationslager wurden erstmals um 1895 im revolutionären Kuba errichtet. Am bekanntesten sind jedoch die unter der Nazi-Herrschaft in Deutschland und Osteuropa errichteten Konzentrationslager, die vor allem als Vernichtungslager der planmäßigen Ermordung der Juden dienten.
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Kopftuch. Das Tragen eines Kopftuches ist keine ursprünglich islamische Vorschrift, sondern Ausdruck kultureller Verbundenheit. Je Region haben sich auch im Islam die kulturellen Besonderheiten unterschiedlich entwickelt. So ist z.B. in den islamischen Ländern Südostasiens, wie beispielsweise Indonesien, der Schleier fast unbekannt oder zumindest ungebräuchlich. Allein von daher verbietet es sich, Kopftuchtragen von vornherein herabzusetzen. Vielmehr geht es heute darum, für kulturelle Unterschiede und deren Ursachen zu sensibilisieren.
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Koran. Muslime glauben an Allah (Gott) und den Koran, den Allah an seinen Propheten Mohammed durch den Erzengel Gabriel offenbarte. Zum Weiterlesen siehe Muslime / Islam.
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Kultur sind alle geistigen, künstlerisch - schöpferischen, gesellschaftlichen und materiellen Lebensäußerungen eines Einzelnen oder einer Gemeinschaft, die zum Ziel haben, sich mit Menschen zu verständigen, um das friedliche Miteinander von Menschen und die Lust am Leben zu fördern. In diesem Prozess der Verständigung können sich Menschen ebenso wie Kulturen verändern.
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Links/Rechts
Links/Rechts. Die politischen Begriffe links und rechts beziehen sich ursprünglich auf die Sitzpositionen in der Nationalversammlung der ersten französischen Republik nach der französischen Revolution (1789). Mit der Zeit haben sie eine andere Bedeutung gewonnen und werden in Zukunft vielleicht noch ganz andere Bedeutungen erhalten. Gemeinhin bedeutet links soviel wie fortschrittlich, an die Möglichkeit einer Veränderung glaubend, der Idee der Gleichwertigkeit von Menschen anhängend und für den Schutz des/der Schwächeren eintretend. Rechts bedeutet dagegen eher bewahrend, an Bestehendes und Bewährtes glaubend, der Idee des Erfolgs des/der Tüchtigen anhängend und für eine starke Regierung weniger Auserlesener eintretend.
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Macht, Machtmissbrauch, Mauscheln, Menschenrechte, Migrant/in, Migrant/innen in der Sprache der Medien, Minderheit, Minderheitenschutz, Moffen, Multikulturalismus, Muselmann, Muslim/Muslima
Macht ist zuerst einmal weder gut noch schlecht. Sie ist immer fragwürdig und rechtfertigungsbedürftig und kann grundsätzlich verstanden werden, als die Fähigkeit zu verändern und zu handeln. Macht wird Menschen anvertraut; wenn dieses Vertrauen missbraucht wird, sprechen wir von Machtmissbrauch.
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Machtmissbrauch liegt immer dann vor, wenn Macht ausgeübt wird, um andere zu schädigen, geltendes Recht zu beugen oder andere zu unterdrücken.
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"Mauscheln" ist ein Wort aus der (jiddischen) Sprache der Juden in Deutschland. Mauschel ist das jiddische Wort für Mose und mauscheln heißt nichts anderes, als in der Sprache des Mose (also: hebräisch) zu sprechen. In die deutsche Umgangssprache wurde das Wort allerdings mit einer ganz anderen Bedeutung aufgenommen - es steht hier eher für betrügerisches, unehrliches, undurchsichtiges Verhalten. Dieser Sprachgebrauch basiert auf der Behauptung: Jiddisch sprechende Menschen betrügen. Der Ausdruck "mauscheln" beinhaltet und transportiert somit ein antisemitisches Vorurteil.
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Menschenrechte sind die Rechte, auf die jeder Mensch ohne Ausnahme und ohne Vorbedingung oder Vorleistung ein Anrecht hat. Diese Rechte haben ihren Ursprung in den Ideen der Philosophen des Zeitalters der Aufklärung im 18. Jahrhundert. Menschenrechte beinhalten soziale Rechte (wie z.B. das Recht auf Arbeit, Wohnung, Nahrung) und politische Rechte (wie z.B. das Recht der freien Meinungsäußerung, den Schutz vor Folter). Alle demokratischen Staaten in Europa haben die Europäische Erklärung der Menschenrechte oder die UN-Deklaration der Menschenrechte, (die am 10. Dezember 1948 (Tag der Menschenrechte) als Folge der massenhaften, rassistischen Unterdrückung und Übergriffe veröffentlicht wurden) unterzeichnet.
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Migrant/in. Ein Migrant oder eine Migrantin ist eine Person, die von ihrem Heimatort dauerhaft an einen anderen Ort umsiedelt. Wir unterscheiden Binnenmigration (innerhalb des Landes) von Außenmigration (von einem Land in ein anderes). Nach dem zweiten Weltkrieg wurden viele Deutsche zu Migrant/innen, weil sie auf Grund des von der deutschen Regierung begonnenen Krieges und seiner Folgen ihren Heimatort verlassen mußten. Viele Menschen anderer Herkunft waren, bevor sie nach Deutschland kamen, Binnenmigrant/innen, weil sie auf der Suche nach Arbeit z.B. ihre bäuerliche Herkunft gegen ein Leben in der Großstadt eingetauscht haben. Vor der drohenden Verslumung flohen sie oft weiter in ein anderes Land, um ein Leben in Würde (und mit Arbeit) leben zu können. Eine Zeitlang hat die Bundesrepublik Deutschland Menschen aus anderen Ländern als Arbeitskräfte angeworben. Man spricht deshalb auch von Arbeitsmigrant/innen (siehe Wanderung - Migration). In unserer heutigen Sprachregelung sind alle Flüchtlinge (auch jene die (noch) nicht anerkannt sind), alle Aussiedler und alle wegen Arbeit Angeworbenen: Migrant/innen.
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Migrant/innen in der Sprache der Medien: Fluten und Ströme - Menschen als Problem. Eine Spezialität der Darstellung von Einwander/innen in vielen Medien ist es, diese als eine Bedrohung zu beschreiben. Immer wieder werden Bilder von Naturkatastrophen herangezogen, die den Eindruck erwecken, durch Zuwanderung werde die Gesellschaft ausgerottet und überflutet: Da ist die Rede von "Asylantenströmen", von "Asylantenfluten", von "Eindämmung der Asylantenspringflut" und ähnlichem. Als eine negative Form, bei der Abhilfe nottut, wird die Anwesenheit von Nichtdeutschen auch durch Begriffe wie "Asylantenproblem" oder "Ausländerproblematik" gekennzeichnet. Damit werden Menschen künstlich zum Problem gemacht.
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Minderheit. Menschen können aus verschiedenen Gründen als Minderheit gelten: Weil sie einer anderen Religion angehören als die Mehrheit (Juden oder Muslime sind in Deutschland religiöse Minderheiten), weil sie eine andere sexuelle Orientierung entwickeln als die Mehrheit (ca. 10 % der Menschen zeigen eher homosexuelle als heterosexuelle Orientierung), oder weil sie aus einer anderen Volkszugehörigkeit (oft an sprachlichen, kulturellen oder religiösen Merkmalen deutlich) stammen als die Mehrheit (sog. 'ethnische Minderheiten'). Die demokratische Reife einer Gesellschaft zeigt sich immer auch an ihrem Umgang mit Minderheiten (auch mit Minderheitenmeinungen). Wer unter Demokratie nur die Regel 'Mehrheit entscheidet' versteht, der vergisst die Minderheiten und ihre Rechte, deren Berücksichtigung oft den 'fairen Kompromiss' erfordert. Dass dies in der Praxis meist nicht beachtet wird, zeigt ein Blick auf viele Gesellschaften, die sich 'demokratisch' nennen und nichts dabei finden, dass Angehörige ihrer Minderheiten deutlich unterprivilegiert sind, also weniger Macht, Einkommen, Rechte etc. als Mitglieder der Mehrheit haben.
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Minderheitenschutz. In der Europäischen Union gibt es Bestimmungen, welche die Rechte von Minderheiten gewährleisten sollen. Besonderen Schutz genießen dabei ethnische Minderheiten, denen die Mehrheitsbevölkerung eines Landes die Pflege ihrer besonderen Kultur, Sprache, evtl. Religion ermöglichen muss, auch wenn dies zu besonderen Kosten und zu einer (scheinbaren) Bevorzugung der Minderheit führt (schließlich hat die Minderheit es ja auch besonders schwer, ihre Kultur inmitten einer anderen Mehrheitskultur zu bewahren). Leider werden diese Bestimmungen nicht überall ausreichend beachtet, obwohl Minderheiten für eine Mehrheit immer eine Bereicherung bedeuten. Ziemlich vorbildlich ist z.B. die Regelung für die deutschsprachige Minderheit in Italien; die meisten 'Südtiroler' sind heute in der italienischen Kultur (und Sprache) genauso zu Hause wie in der (deutsch-)österreichischen und erfüllen damit eine wichtige Brückenfunktion zwischen zwei europäischen Kulturen. Übrigens gibt es auch in Deutschland ethnische Minderheiten, die den meisten von uns gar nicht bekannt sind. Z.B. dänische Deutsche in Schleswig-Holstein, friesische Deutsche auf Nordseeinseln, Deutsche, die sich als Wenden und Sorben bezeichnen (eine slawisch-sprachige Minderheit in der Lausitz), jüdische Deutsche und Deutsche, die sich Sinti nennen (deren Vorfahren vor Jahrhunderten nach Europa kamen und bei uns häufig immer noch als 'Zigeuner' diskriminiert werden, siehe 'Zigeuner') und natürlich Minderheiten, die erst in den letzten 50 Jahren zuwanderten, wie z.B. Kurd/innen und Türk/innen, von denen es den meisten sehr schwer gemacht wird Deutsche zu werden, obwohl die meisten seit mehr als 10 Jahren hier leben oder sogar in Deutschland geboren sind. Der Minderheitenschutz ist bei uns sehr unterschiedlich geregelt. Dass die Bestimmungen für die dänische Minderheit am besten, für die Roma, Sinti oder Kurd/innen aber am schlechtesten geregelt sind, hat mit Rassismus zu tun.
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"Moffen", siehe "Boches".
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Multikulturalismus bedeutet die Existenz und den Austausch verschiedener Kulturen mit- und nebeneinander in einem Land. Viele verwenden diesen Begriff ideell, wenn sie von einer sich gegenseitig bereichernden (antirassistischen) Zukunft reden. Multikulturalismus kann aber auch eine gegenseitige Isolierung von Kulturen bedeuten. Manche Rassist/innen glauben an eine Art Multikulturalismus ähnlich dem früheren 'Apartheid'-System in Südafrika, wo die verschiedenen Kulturen auf grausame und ungerechte Weise voneinander getrennt wurden. Wir schlagen vor, die multikulturelle Gesellschaft als eine Gesellschaft zu definieren, in der Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur mit- und nebeneinander leben lernen. Dazu gehört: Konflikte wahrnehmen und bearbeiten können und manchmal, Fremdes auch getrost fremd sein zu lassen. Die Idee einer 'multikulturellen' Gesellschaft geht davon aus, dass Kulturen lebendig sind, sich verändern und sich auch gegenseitig befruchten können. Dabei begegnen sich Mehrheit und Minderheiten in Respekt und Achtung und in der Bereitschaft voneinander zu lernen. Multikultur will 'Einheit in der Vielfalt', also eine kulturelle Buntheit auf der Basis von Gleichberechtigung, Respekt, Solidarität und Gerechtigkeit.
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Muselmann. Dieser Begriff für Muslime wurde aus dem Italienischen (Musulmano) und dem Türkischen (Musliman) entlehnt. Im Deutschen wurde der Begriff oft herabsetzend gebraucht (z.B. in dem Kinderlied "CAFFEE" mit dem Text: "...sei doch kein Muselmann, der das nicht lassen kann"). Weil der Begriff heute kaum noch gebräuchlich ist empfehlen wir, ganz auf ihn zu verzichten und von Muslimen zu reden.
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Muslim (männlich), Muslima (weiblich) bedeutet: "der/die sich Gott ergeben hat". Muslime glauben an Allah (Gott) und den Koran, den Allah an seinen Propheten Mohammed durch den Erzengel Gabriel offenbarte. Weder Inhalt noch Wortlaut des Koran stammen von Mohammed oder seinen Gefährten. Für Muslime stellt der Koran die letzte Offenbarung Gottes dar, die deshalb unverändert bleiben wird, weil sie nicht nur als Urtext niedergeschrieben, sondern in jeder Generation von Abertausenden auswendig gelernt wurde. Der Koran beinhaltet allgemeine Aussagen zu Moral und Ethik, Fundamente des Glaubens, Grundsätze der Gottesdienstlehre, der zwischenmenschlichen Beziehungen, des Erlaubten und Verbotenen sowie Geschichten der anderen Propheten und Religionsgemeinschaften. Da der Koran fast nur Grundsätze und allgemein gefasste Aussagen beinhaltet, bedarf er der Auslegung. Die Interpretation des Koran begann schon zu Lebzeiten des Propheten und musste sich immer wieder den veränderten Zeiten und Gegebenheiten anpassen. Dies ist nicht nur erlaubt und erforderlich, sondern auch islamisch vorgeschrieben. Alle Auslegungen können als islamisch akzeptiert werden, solange sie die Fundamente der Religion und die Grundsätze der Lehre beachten. Es gibt Übersetzungen des Koran in allen Sprachen. Im rituellen Gebet kann aber nur vom arabischen Urtext des Koran rezitiert (vorgetragen) werden.
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Nasen, Nation, Nationalismus, Nationalsozialismus, Nazis, Neger, Neonazis, Neue Rechte, Nikolaus, Notwehr
Nasen. Warum haben manche Menschen eine schmale und andere eine breite Nase? Verschiedenartige Nasen sind eine Anpassungsleistung des Menschen an seine Umwelt; schmale Nasen haben dort einen Sinn, wo die Luft sehr kalt ist, damit sie genug Zeit hat, sich auf dem Weg in die Lunge zu erwärmen; ist die Luft dagegen warm und feucht wie im Urwald, müssen Temperatur und Feuchtigkeit nicht durch den Filter der Nase reguliert werden; breite Nasenflügel sind hier sinnvoll. Vermutlich haben sich lange Nasen ursprünglich in staubigen Wüstenregionen ausgebildet. Die Nase hilft uns nicht nur, Atemluft zu wärmen oder abzukühlen, durch die Schleimhäute reinigt sie auch die Luft. Du weißt es selber, wenn Dein Finger in der Nase stecken geblieben ist, was Du dort gesucht hast. Menschen mit einem "ordentlichen Zinken" haben in staubiger Landschaft weniger Probleme mit staubiger Luft (in den Lungen).
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Nation. Eine Nation ist eine Gruppe von Menschen, die den Wunsch haben, als eine Gemeinschaft betrachtet zu werden. Sie bekennen sich i.d.R. zu gemeinsamen Vorfahren, einer gemeinsamen Geschichte und häufig auch zu einem gemeinsamen Siedlungsgebiet. Nationen sind keine organischen, biologischen oder natürlichen Einheiten. Sie existieren, weil bestimmte Menschen oder Gruppen es so wollen. Sie existieren in der Vorstellung. Die Vorstellung von der Existenz von Nationen ist recht neu; sie entstand im 19. Jahrhundert. Staaten, welche die Menschen auf ihrem Gebiet vereinen wollten, schufen die Idee der Nation mit einer Geschichte, einer Sprache und einem festumrissenen Staatsgebiet. Es gibt aber auch Nationen, die keine gemeinsame Sprache haben. In der Schweiz gibt es z.B. 4 offizielle Sprachen und tatsächlich kann sich mancher Schweizer mit einem anderen nur über eine 'Fremdsprache' verständigen; das gemeinsame Band der Schweizer ist ihre Geschichte und die 'Staatsidee'. Andere Nationen existieren nur aufgrund einer gemeinsamen Sprache, aber trotz unterschiedlicher Geschichte und Kultur/Religion; das galt z.B. für Jugoslawien vor 1991. Dieses Beispiel zeigt jedoch wie leicht solche Nationen zerstört werden können. Andere 'Nationen' sind künstliche, oft willkürliche Gebilde der europäischen Kolonialgeschichte. In Europa gab es seit Ende des 19. Jahrhunderts Menschen, welche die Idee der 'Nation' strikt ablehnten. Sie nannten sich Internationalist/innen: Das waren Menschen, die in der Idee der Nation ein Herrschaftsinstrument der Herrschenden (Militär, Großindustrie) sahen, um den Arbeiter/innen demokratische Rechte vorzuenthalten. Wenn sich z.B. französische, britische, deutsche Arbeiter/innen bei einem Streik (oder gar bei einer Revolution) gegenseitig unterstützten, so dachten sie, dann würde das ihre Kräfte gewaltig verstärken. Einige internationalistische Vorstellungen leben heute in der Idee von einem 'Europa ohne Grenzen' oder von einer Weltherrschaft der UN (Vereinten Nationen) fort.
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Nationalismus ist eine politische Ideologie (politisches System), die das Interesse einer "Nation" oder einer bestimmten nationalen Gruppe über die Interessen anderer und auch über alle anderen Bindungen, egal ob familiärer, freundschaftlicher, geschlechtsspezifischer Natur, stellt. Nationalismus macht einen Unterschied zwischen Menschen aufgrund einer Grenze, die oft nichts mit den Menschen, die in der Region leben, zu tun hat, sondern durch eine/n Herrscher/in oder eine Regierung mittels eines Federstrichs auf einer Karte gezogen wurde. Diese politische Bewegung beansprucht die Überlegenheit der Bürger/innen einer Nation über die einer anderen und ruft meistens Argwohn, Misstrauen und Feindschaft anderer Nationen hervor. Mit dem Nationalismus verbindet sich ein übersteigerter Anspruch auf Selbstbehauptung, eine arrogante Überheblichkeit und ein Überlegenheitsgefühl gegenüber anderen Nationen. Grundsätze der parlamentarischen Demokratie werden abgelehnt.
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Nationalsozialismus. Die nationalsozialistische Weltanschauung gründet vor allem auf zwei Texten: Hitlers "Mein Kampf" und A. Rosenbergs "Der Mythos des 20. Jahrhunderts". Der Nationalsozialismus ist eine Form des Faschismus. Er unterscheidet sich vom historischen Faschismus (Mussolinis, Italien) durch den Rassismus (den Wahn einer "arischen" Überlegenheit), den Antisemitismus und seine industrialisierte Mordpraxis. Er entspricht dem Faschismus in jeder anderen Hinsicht, besonders in seinem fanatischen Feindbild gegenüber z.B. Demokrat/innen und Andersdenkenden.
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Nazis (Neonazis). Wer heute immer noch oder schon wieder das politische System (Ideologie) und die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse des Nationalsozialismus für erstrebenswert, verteidigungswürdig und nachahmenswert hält bzw. sie in seinen Worten, Schriften und Taten verherrlicht, gleichviel ob als "Einzelkämpfer/in" oder als Organisation, der muss zur Gruppe der Neonazis gerechnet werden.
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"Neger". Der Ausdruck "Neger" entstand in den Zeiten von Kolonialismus und Sklavenhandel, und stammt aus dem spanischen "negro" = Schwarz. Damals wurde von Europäern die Vorstellung von einer unterentwickelten, primitiven und wilden Menschen-"Rasse", den "Negern" geprägt, die sich durch ihre schwarze Hautfarbe kennzeichnete. Im Gegensatz zu den Weißen galten schwarze Menschen als minderwertig - was sich bis in die heutige Zeit fortsetzt. Davon zeugen Redewendungen wie "Ich bin doch nicht dein Neger!" (will sagen: Ich bin doch nicht dein/e Handlanger/in, dein/e Diener/in bzw. dein/e Dumme/r). In anderen Zusammenhängen werden die angeblich unterentwickelten Menschen als niedlich und süß dargestellt: Als "Negerkuss" oder "Eisneger" können sie vernascht werden. Ernstgenommen oder als ebenbürtig akzeptiert werden sie auf diese Weise ebensowenig wie durch Bilder von Schwarzen, die diese zum exotischen Einsprengsel in Europa machen. Gleichzeitig dient die Farbe schwarz in der christlich-abendländischen 'Kultur' nach wie vor zur Bezeichnung des Bösen, Unheimlichen, Gefährlichen. In der Umgangssprache schlägt sich dies in Ausdrücken wie "schwarzfahren", "Schwarzhandel", "schwarze Magie" oder "schwarzsehen" nieder (siehe Farbige).
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Neonazis (siehe auch Nazis). Als Neonazis werden i.d.R. Leute und Organisationen bezeichnet, die sich in Anlehnung an den Nationalsozialismus, aber erst nach 1945 neu entwickelt haben. ‚Neo' im Sinne von ‚Neu' ist an den Neonazis eigentlich nichts, weil auch sie sich an den drei Hauptmerkmalen der Faschisten orientieren und zu erkennen geben (siehe Rechtsextremismus).
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"Neue Rechte". Als "Neue Rechte" bezeichnen sich selber jüngere rechtsextreme Gruppierungen, die vor allem an Oberschulen und Universitäten aktiv sind und sich selber als ‚intellektuelle Eliten' (gebildete Führungsschicht) bezeichnen. Sie lehnen die Gleichwertigkeit der Menschen ab und fordern eine elitäre, "natürlich-hierarchische" Ordnung (Hierarchie = Rangordnung), in der sie selber, wegen "besonderer geistiger Fähigkeiten", das Sagen haben. Neu an der "Neuen Rechten" ist, daß sie, wenn es ihren Interessen dient, auch auf Gedanken eher linker Vordenker/innen zurückgreifen und sich modernen gesellschaftlichen Strömungen und Erkenntnissen nicht unbedingt widersetzen. So sprechen sie z.B. nicht mehr von "Rassen", sondern von Kulturen, wenn sie z.B. Türk/innen auffordern, Deutschland zu verlassen, weil sonst ‚deren türkische Kultur' hier Schaden nehmen würde. "Neue Rechte" sind oft schwer zu enttarnen. Sie verstecken sich oft wie Wölfe im Schafspelz z.B. hinter Gedanken- und Meinungsfreiheit, ihrem Bildungsniveau und ihrer vermeintlichen Wissenschaftlichkeit, wenn sie mit ihrer elitären (auserlesen, dünkelhaft, eingebildet) Menschenverachtung Menschen für dumm verkaufen wollen. Ein übles Beispiel ist auch die aktuelle Kampagne der "Neuen Rechten" mit dem Titel "Dem HASS keine Chance" im Internet. Diese, 1989 von der Evangelischen Jugend gestartete Aktion wird von der "Neuen Rechten" mißbraucht und signalisiert nun die Botschaft: "Ausländer raus" damit der Hass keine Chance hat.
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Nikolaus. Byzantinischer Bischof von Myra aus dem vierten Jahrhundert, der sich sehr um die Armen und Kinder kümmerte. Myra heißt heute Demre und liegt an der Südküste der Türkei. Byzanz heißt heute Istanbul. Als Türke hätte der Nikolaus gegenwärtig kaum eine Chance, Kultfigur zu werden.
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Notwehr (§ 32 Strafgesetzbuch (StGB)) (1) Wer eine Tat begeht, die durch Notwehr geboten ist, handelt nicht rechtswidrig. (2) Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden. Erforderlich ist immer nur die Verteidigungsart, die im konkreten Fall nötig ist (also das mildeste Mittel ist), um den Angriff endgültig zu brechen und dabei den geringsten Schaden anrichtet. Welche Abwehr im konkreten Fall nötig ist, richtet sich nach der Stärke des Angriffs. Der/die in Notwehr Handelnde ist grundsätzlich zur Auswahl desjenigen Abwehrmittels befugt, das die Gewißheit einer sofortigen und endgültigen Beseitigung der Gefahr gewährt. Wenn mehrere geeignete Verteidigungsmittel zur Verfügung stehen, ist das den Angreifer am wenigsten beeinträchtigende zu wählen. Es müssen sich also Art und Maß der Verteidigung nach Art und Maß des Angriffs richten. Eine Verteidigung ist nicht erforderlich, wenn dem/der Angegriffenen ein Ausweichen zugemutet werden kann. Erlaubte Notwehr ist immer nur die erforderliche Verteidigung seiner selbst oder eines/einer anderen gegen einen aktuellen Angriff. Was zur Verteidigung nicht erforderlich ist, bleibt verboten oder sogar strafbar. In Fällen sogenannter "Absichtsprovokation" liegt kein Verteidigungswille vor, sodass die Handlung rechtswidrig ist.
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OI Musik, OI Neonazis
OI Musik ist eine eher männlich dominierte musikalische Stilrichtung mit sehr rauhen verbalen und körperlichen Umgangsformen (Pogo und Pöbel). OI Musik wurde in den achtziger Jahren sehr stark von rechtsextremistischen Gruppen vereinnahmt, heute wird OI sowohl von rechten wie linken Szenen gehört.
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OI Neonazis haben in den 80er Jahren begonnen, eine eigene Schreibweise einzuführen, die sich besonders in der von ihnen beeinflussten Musik, dem Rechts-Rock bzw. der OI-Musik durchgesetzt hat. Die Bands hießen dann auch 'Kraft durch Froide', 'Noie Werte' usw. Patriotismus bedeutet stolz zu sein auf die Mitgliedschaft in einem 'Vaterland' (modern ausgedrückt: In einer 'Nation'). Patriotismus wurzelt in einer gefühlsbetonten Haltung gegenüber der Staatsangehörigkeit und ihrer Kultur und Gesellschaft. Eine solche Haltung ermöglicht aber immer noch Freundschaft mit anderen Ländern und Menschen anderer Staatsangehörigkeit, sofern deren Rechte und Interessen respektiert werden. Auch wenn er sich vom Nationalismus unterscheidet, kann Patriotismus sich leicht zu einem Antrieb für intoleranten Nationalismus entwickeln. Weil 'Patriotismus' in den letzten 100 Jahren häufig missbraucht und von 'Internationalist/innen' kritisiert wurde, entwickelte man als positives Gegenstück den 'Verfassungspatriotismus', d.h. die Menschen sollten nicht mehr stolz sein, 'Deutsche zu sein' (oder einer anderen Nation anzugehören), sondern sie sollen stolz sein auf die Freiheiten und Menschenrechte, die ihnen ihre deutsche (oder französische oder amerikanische) Verfassung garantiert. Tatsächlich ist unsere Verfassung, das 'Grundgesetz' die beste Verfassung, die es jemals in Deutschland gab (es gab vorher nicht sehr viele). Manche Menschen beklagen, dass die Rechte unserer Verfassung ständig ausgehöhlt werden ('Notstandsgesetze', 'Asylkompromiss', 'Lauschangriff' etc.) oder dass wichtige Rechte ganz fehlen (Recht auf Arbeit, auf gesunde Umwelt, Bürgerrechte für hier Geborene).
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Pazifismus, Penner, Pervers, Pogrom, Pogromnacht, Politik, Punks, Pygmäen
Pazifismus versteht sich allgemein als die Absage an den Krieg, kennzeichnet jedoch insbesondere den Weg zur Befreiung von der Gewalt. Dabei wird davon ausgegangen, dass das Ziel mit dem Mittel, mit welchem es erreicht werden soll, identisch sein muss. Gewaltlosigkeit lässt sich folglich nicht mit Gewalt erreichen.
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"Penner", siehe Berber.
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Pervers bezeichnet sexuellen Lustgewinn durch die Zufügung von Schmerzen oder Verletzungen gegenüber anderen oder sich selber. Der Duden definiert pervers als: "[lat.(-fr.); "verdreht"]: andersartig veranlagt, empfindend; von der Norm abweichend, bes. in sexueller Hinsicht." Viele, vor allem jüngere Menschen benutzen diesen Begriff heute sinnentstellt in der Bedeutung von toll, schaurig, ungeheuerlich, faszinierend. Bedrohlich ist dabei, dass einerseits z.B. Autoaggressionen zuzunehmen scheinen und andererseits Begriffe, die diese Verhaltensweisen beim Namen nennen, verloren gehen.
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Pogrom. Das Wort Pogrom entstammt dem russischen und bedeutet etwa Sturm, Verwüstung, Unwetter. Heute steht dieser Begriff für staatlich gelenkte oder geduldete Ausschreitungen fanatisierter Gruppen gegen Minderheiten. 1881 fanden Pogrome in Russland statt, nachdem revolutionäre Anarchisten Zar Alexander II. ermordet hatten. Nach dem Scheitern der Revolution von 1905 kam es in etwa 600 russischen Dörfern und Städten zu Pogromen. Tausende von Juden wurden umgebracht, ihr Eigentum geplündert und vernichtet. Ein weiteres großes Pogrom, die sogenannte Pogromnacht, fand in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 im nationalsozialistischen Deutschland statt. Der Pogromnacht folgte die systematische Ermordung der Juden während der nationalsozialistischen Herrschaft. Ihr fielen etwa sechs Millionen Menschen zum Opfer.
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Pogromnacht. Die Ermordung des deutschen Botschaftsangehörigen in Paris‚ 'von Rath' nahmen die Nazis zum Anlass, mit einer reichsweiten Terroraktion am 9. 11. 1938 gegen die deutschen Juden vorzugehen. Dieses Pogrom wurde als "spontaner Ausbruch der Volkswut" ausgegeben, war aber das Werk der SA (Nazi-Sturmabteilung) und anderer Nazi-Gruppen. In dieser Nacht hatte die Polizei Befehl, nicht einzugreifen, die Feuerwehr sollte nur verhindern, daß die Brände nicht auf "deutsche Häuser" übergriffen. Etwa 7.500 jüdische Geschäfte wurden demoliert und zum Teil geplündert, etwa 30.000 Juden wurden festgenommen und in Konzentrationslager verschleppt, etwa 100 jüdische Menschen wurden in dieser Nacht ermordet.
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Politik; der Begriff entstammt dem griechischen ‚polis' und bedeutete soviel wie Stadt oder Stadtbürger. Heute bezeichnet dieser Begriff berechnendes, zielgerichtetes Verhalten und Vorgehen sowie die Durchsetzung bestimmter Ziele besonders im staatlichen Bereich. Dabei geht es um die Gestaltung des öffentlichen Lebens durch Regierungen, Parlamente, Parteien, Organisationen, Gruppen und Einzelne.
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Punks (= engl. für Schmutz / Müll) Jugendbewegung aus England. Junge Leute kleideten sich mit 'Müll', färbten sich die Haare möglichst schrill, behängten sich mit Ketten, schockten mit 'Piercing' und Nieten, um 'brave Bürger/innen' zu verschrecken und sich von geschniegelten jungen Krawattenträgern ('Yuppies') abzugrenzen. Punks verstehen sich z.T. als unpolitisch, z.T. als 'links' und minderheitenfreundlich. Für viele Neonazis und rechte Skins sind sie 'der Feind', ‚Zecken' weil sie 'undeutsch sind'. Rechte Skins fühlen sich dagegen 'ächt doitsch' (obwohl auch ihre Vorbilder aus England stammen, siehe Skin).
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Pygmäen. Warum sind eigentlich Pygmäen so klein? Alle Menschen, die schon lange im feuchten tropischen Klima leben, sind im allgemeinen kleinwüchsig. Dies gilt z. B. für Indonesien, die Philippinen, Neuguinea, die Mayas, die Bewohner der tropischen Wälder Brasiliens; die Pygmäen sind allerdings die Kleinsten von allen. Im Äquatorialwald herrscht ein besonderes Klima, an das sich die Menschen angepasst haben; es ist zwar nicht extrem heiß, aber die Luftfeuchtigkeit beträgt fast immer 100 Prozent. Um sich zu kühlen, kann der Mensch durch Schwitzen die Ableitung von Körperwärme erreichen. Durch die Verdunstung des Schweißes entsteht wie bei einem Kühlschrank Kälte. Um sich am Leben zu erhalten, muss der Mensch also schwitzen und aufpassen, dass die Körpertemperatur nicht über 37 Grad steigt bzw. die lebensbedrohenden 43 Grad übersteigt. Durch ihre Entwicklung und Anpassung an die Umwelt haben sich die Pygmäen deshalb durch Kleinwüchsigkeit vor "Überhitzung" geschützt. Kleine Menschen haben nämlich im Verhältnis zu ihrem Körpervolumen (Inhalt) sehr viel mehr Körperaußenfläche und können deshalb bei Hitze (verschärft bei hoher Luftfeuchtigkeit) viel besser Kühlung durch Schwitzen erzeugen als große Menschen. (Bitte überprüfe diese Überlegung mit Deiner/Deinem Mathematik- oder Physiklehrer/in. Nimm zwei verschieden große Würfel und berechne jeweils die Oberfläche im Verhältnis zum Volumen und staune. Die Formel dazu lautet: Wird das Volumen eines Körpers vergrößert, vermindert sich das Verhältnis zwischen Fläche und Volumen, oder: je kleiner das Volumen (Inhalt), um so größer die Außenfläche).
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Ramadan, Rassen, Rassismen, Rassismus, Rassistische Witze, Rechts, Rechtsextremismus, Reichskristallnacht, Respekt, Roma und Sinti
Ramadan. Der Fastenmonat Ramadan (türkisch: Ramazan) sowie das dreitägige Fest (Seker Bayrami = Zuckerfest) am Ende des Ramadans stellen einen Höhepunkt des islamischen Jahreskalenders (Mondkalender) dar. Der Ramadan geht auf eine Vorschrift des Korans zurück. Fasten nach islamischer Auffassung bedeutet, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nicht zu essen, zu trinken und zu rauchen und auch sexuelle Enthaltsamkeit zu üben. Nach Sonnenuntergang ist die Befriedigung dieser Bedürfnisse wieder erlaubt, aber Enthaltsamkeit sollte in der gesamten 30tägigen Fastenzeit geübt werden.
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Rassen. In der Geschichte und Biologie wurden Menschengruppen aufgrund unterschiedlicher körperlicher Merkmale wie z. B. Schädelform, Körperbau oder Hautfarbe in menschliche "Rassen" unterteilt. Diese Unterteilung der Menschen finden wir auch heute noch manchmal in Unterscheidungen wie schwarze, weiße, rote oder gelbe "Menschenrassen". Inzwischen werden solche oder ähnliche Unterscheidungskriterien in der Biologie nicht mehr benutzt, da sie sich als irreführend, nicht trennscharf und willkürlich herausgestellt haben. Eine aktuelle Methode der Unterscheidung ist heute die Häufigkeit, mit der bestimmte Genkombinationen in einer Bevölkerungsgruppe vorkommen. Dabei hat sich allerdings herausgestellt, dass es in einer genetisch gleich definierten Gruppe größere Unterschiede zwischen den Menschen geben kann, als zwischen den Menschen genetisch verschieden definierter Gruppen. Oder anders ausgedrückt: Ein Mensch aus Nordrhein-Westfalen kann unter Umständen mehr genetische Ähnlichkeit mit einem Aborigine aus Australien haben, als mit einer/einem "Landsfrau/mann" aus Bayern. Von daher wird heute der Begriff "Rasse" nicht mehr benützt, vor allem, weil er auf seinem sozial-historischen Hintergrund (z.B. Sklavenhandel, Kolonialzeit, Nationalsozialismus) immer dann eine Rolle spielte, wenn es darum ging, Machtmissbrauch und Herrschaft über Menschen zu begründen, Menschen eigenen Interessen unterzuordnen oder sie als Menschen minderen Wertes herabzuwürdigen, zu missbrauchen, auszubeuten oder zu ermorden.
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Rassismen sind kleine, oft kaum spürbare Anteile von Rassismus. Als Beispiel kann das Wort "dämlich" gelten, bei dem kaum noch jemand an ‚Dame' oder ‚damenhaft' denkt. Rassistisch (und sexistisch) ist dieser Begriff vor allem deswegen, weil es oft üblich ist, Negatives in weibliche Begriffe zu kleiden. So verwundert es auch kaum, dass aus dem entsprechenden Begriff ‚Herr'‚ "herrlich" geworden ist.
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Rassismus liegt immer dann vor, wenn bestimmte Merkmale von Menschen (z.B. Hautfarbe, Herkunft, Geschlecht usw.) mit bestimmten Eigenschaften gekoppelt werden (z.B. wenn von der Herkunft auf die geistige, sexuelle oder kriminelle Energie o.ä. geschlossen wird) und durch diese Konstruktion eine Abwertung praktiziert wird. Zum Beispiel wurde vor 100 Jahren (und manchmal soll es heute noch vorkommen) von vielen Männern behauptet, Frauen seien weniger intelligent als Männer, weil sie einen kleineren Kopf haben. Auf solch dummen Behauptungen wurde ein System von Benachteiligung von Frauen aufgebaut (siehe Sexismus), die man in 'moderner' Form auch heute noch in unserer Gesellschaft finden kann: Z.B. verdienen Frauen im Schnitt deutlich weniger als Männer und sind in wichtigen Positionen (z.B. Professor/innen) kaum vertreten. Wo Menschen diskriminiert werden, ist oft Rassismus im Spiel. Rassismus teilt Menschen anhand bestimmter Merkmale in höher- und minderwertige Gruppen ein und behauptet die Überlegenheit der eigenen Gruppe über die andere. Merkmale für diese Einteilung sind z.B.: Die Hautfarbe, die Nationalität oder Herkunft, Kultur oder Religion. Es geht hier also um viel mehr als um Vorurteile oder Unwissenheit: Rassismus "konstruiert", betreibt und rechtfertigt die Diskriminierung und Ausgrenzung von Schwarzen, EinwanderInnen, Flüchtlingen, Sinti und Roma und anderen Minderheiten. Die Wurzeln des Rassismus reichen weit in die Geschichte zurück. Noch in diesem Jahrhundert wurden pseudo-wissenschaftliche Theorien entwickelt, mit denen man versuchte, Menschen in Rassen einzuteilen und die Überlegenheit weißer Menschen zu beweisen. Rassentheorien lieferten so z.B. die ideologische Rechtfertigung für Sklaverei und die Verfolgung von Juden, sowie Roma und Sinti. Wissenschaftliche Erkenntnisse weisen dagegen nach, dass Menschen nicht in Rassen sortiert werden können. Menschen lassen sich nicht, weder biologisch noch politisch in Rassen einteilen. Rassist/innen tarnen sich manchmal als Umweltschützer/innen. Sie argumentieren dann etwa so: Wir alle wollen eine gesunde Umwelt. Deshalb müssen wir die Wälder und Seen, die Wiesen und Berge etc. schützen und zwar besonders vor dem Menschen. Weniger Menschen wären besser für die Natur, also...: "Ausländer raus". Eine andere Form des modernen Rassismus kommt übrigens ohne den Begriff Rasse aus: Er benutzt den Begriff 'Kultur' (siehe "Neue Rechte") zur Ausgrenzung und argumentiert etwa so: Wir Deutsche haben eine hohe Kultur; andere, die Türken z.B. haben ebenfalls eine Kultur. Jedes Volk hat ein Recht auf seine Kultur. Also müssen wir Deutsche unsere Kultur schützen und dürfen sie nicht vermischen lassen. Auch die Türk/innen müssen ihre Kultur bewahren. Das können sie aber in Deutschland gar nicht richtig, sondern nur in der Türkei. Also ...?? (siehe Multikulturalismus)
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Rassistische Witze "Was wir lachend lernen, lernen wir gut" - das ist die Erfahrung eines Lehrers, der begeistert davon berichtet, wie mühelos seine Schüler/innen mit Hilfe von Witzen lernen (vgl. Riepe 1995, S. 69). Was aber lernen wir von Witzen, in denen z.B. ein Missionar das Opfer von Kannibalen wird? Die Botschaft ist: Schwarze sind ohne Zivilisation, sind gefährlich, sind Bösewichte. Die Weißen jedenfalls müssen sich vor ihnen in acht nehmen. Doch werden die Fremden nicht nur als bedrohlich charakterisiert, sondern auch als lächerlich - als dumm und primitiv (einfach/zurückgeblieben). Andere Witz-Arten legen es nicht darauf an, solche stereotypen Vorstellungen zu erzeugen oder zu bestätigen, sie lassen der rassistischen Aggression freien Lauf. Sie verharmlosen die Gewalt gegen Andere, machen sich über die Opfer lustig. Nach Sigmund Freud (Begründer der Psychoanalyse) schaffen es Witz und Humor die moralische Kontrolle aggressiver Regungen außer Kraft zu setzen; die eigene, innere "Zensur" lustvoll-verbotener Antriebe wird durch einen Überraschungseffekt unterlaufen. Der Spaß am Witz erwächst aus der - plötzlich möglichen - Freisetzung unterdrückter Aggression, aus Triumph und Überlegenheitsgefühl gegenüber den Leidtragenden im Witz.
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Rechts, siehe Links.
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Rechtsextremismus liegt immer dann vor, wenn die beiden Grundelemente der Ungleichwertigkeit von Menschen und der Gewaltakzeptanz zusammenfließen. Ungleichwertigkeit findet sich in rechtsextremistischen Ideologien z.B. in folgenden Bereichen: Nationalistische bzw. "völkische" Selbstübersteigerung, Rassistische Sichtweisen, Unterscheidung von "lebenswertem" und "unwertem Leben", Behauptung natürlicher Hierarchien, Totalitäres "Norm"-Verständnis und Ausgrenzung des "Andersseins". Gewaltakzeptanz findet sich z.B. in folgenden Bereichen: Ablehnung rationaler Auseinandersetzungen, Betonung des "Kampfes ums Dasein", Ablehnung demokratischer Regelungsformen, Betonung autoritärer und militärischer Umgangsformen und Stile.
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"Reichskristallnacht" ist der von den Nazis eingeführte Begriff für die Pogromnacht am 9. November 1938. Mit diesem, eher Edleres andeutenden Begriff, sollte davon abgelenkt werden, daß die Nazis begonnen hatten, Juden planmäßig zu ermorden.
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Respekt bedeutet Beachtung, Achtung, Wertschätzung.
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Roma und Sinti werden noch oft "Zigeuner" genannt. Das Volk der Roma ist vor mehr als tausend Jahren von Indien nach Westen gewandert. Auf mehreren europäischen Kongressen haben Vertreter/innen der verschiedenen Gruppen, für die Gesamtgruppe den gemeinsamen Namen "ROM" gewählt. Sie teilen sich in Europa in drei große Gruppen: Die 'Cales' in Südwesteuropa (z.B. Spanien und Frankreich); (die französische Bezeichnung "Gitanos" leitet sich von dem früheren Wort "Egiptanos" ab und behauptet, das die Cales aus Ägypten gekommen sind, was so ganz falsch ja gar nicht ist). Die 'Sinti' (Einzahl Sinto), die z.T. schon seit ca. sechshundert Jahren bei uns in Mitteleuropa und Deutschland zu Hause sind und in ihrer Sprache viele deutsche Worte aufgenommen haben. Die 'Roma' in Südosteuropa (z.B. Rumänien). 'Romanes' ist die Sprache der Rom ('Rom' = 'Mensch'). In Mittel- und Südosteuropa sind Roma und Sinti immer wieder Verfolgungen ausgesetzt gewesen. Von den Nazis wurden sie wie die Juden verfolgt. 500.000 Roma und Sinti wurden ermordet. Als Minderheit ist diese Volksgruppe in Deutschland bis heute nicht anerkannt. Die "Zigeuner" genannt werden, haben sich diesen Namen nicht selbst gegeben. Der Begriff hat zudem eine ungeklärte Herkunft: sein sprachlicher Ursprung wie seine ehemalige Bedeutung ist zweifelhaft. Er wird mit einer fabelhaften indischen Landschaft Czigania ebenso in Verbindung gebracht, wie mit einer verbürgten Sekte der ‚Athinganoi'. Der deutsche Sprachgebrauch hat ihn im Verlauf der Geschichte gleich doppelt diskriminierend besetzt. Zunächst hat er dem Wort "Zigeuner" die Bedeutung "ziehende Gauner" untergeschoben. Er dient nicht zuletzt dazu, der grossen Zahl von Menschen, die in der frühen Neuzeit mit Gewalt enteignet und auf die Straße geworfen wurden, zu unterstellen, sie seien faule Müßiggänger/innen, wollten nicht arbeiten und lebten auf Kosten anderer. Später wurde diese Behauptung ethnisiert. "Zigeuner" galten nun nicht länger als mutwillige Vagabunden, sondern als geborene Nomaden. Ihnen wurde ein Wandertrieb unterstellt, der sie für zivilisiertes Leben ungeeignet mache. In dieser Form, als rassistisches Zigeunerstereotyp, wurde der Begriff schließlich genutzt, um die Verfolgung von Sinti und Roma bis hin zum Genozid zu rechtfertigen. Noch heute verstehen zahlreiche Wörterbücher unter "Zigeunern" "Angehörige eines Wandervolks" oder "wanderlustige, unordentlich lebende Menschen". Sinti, Roma und Cales haben mit diesem Stereotyp nichts zu tun. Dass sie nicht "Zigeuner" genannt werden wollen und die Bezeichnung als diskriminierend zurückweisen, ist mehr als verständlich.
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Schmarotzer, Schwarze, schwarzfahren, Semiten, Sexismus, Shoa, Skin = Skinhead, Solidarität, Sozial, Soziale Ausgrenzung, Stereotypen, Staatsbürgerschaftsrecht, Stolz
"Schmarotzer" oder Parasiten werden Lebewesen in der Tierwelt genannt, die auf Kosten anderer in oder auf ihnen leben, diese zwar nicht töten aber durch Nahrungsentzug, Ausscheidungen und Krankheiten schädigen. Ähnlich wie die Begriffe "Zecken" und "Ratten" werden so häufig politische Gegner/innen oder abwertend Menschen bezeichnet. Diese diskriminierenden Begriffe lehnen sich an die nationalistische Rassenlehre an, die Menschen eingeredet hat, dass "bestimmte Menschen" gar keine sind, und deshalb ungestraft "ausgerottet" oder getötet werden dürfen und müssen (siehe Antisemitismus und "Asylant/in").
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Schwarze (siehe Farbige). Haben Schwarze Rhythmus im Blut? Manche Rassist/innen behaupten dies und sogar, dass Deutsche besonders gut denken könnten und dass es "Deutsches Blut" geben soll. Das alles ist der größte Blödsinn und hat eigentlich nur den Zweck, Menschen mit bestimmten Merkmalen (z. B. Hautfarbe, Geschlecht, Pass, Religion usw.) heimlich zu diskriminieren. Wenn verallgemeinernd "Schwarzen" z. B. zugesprochen wird, besonders musikalisch* zu sein, wird heimlich die Absicht mitbegründet, dass sie deshalb in anderen Bereichen nicht so gut entwickelt sind und deshalb z. B. als Politiker/innen, Industrielle usw. nicht erfolgreich sein können. Aus diesen heimlichen Diskriminierungen hat sich in der Vergangenheit immer ein Teufelskreis gebildet, der bestimmten Menschen bestimmte Eigenschaften zu- oder abgesprochen hat, um damit heimlich oder offen Macht über sie ausüben zu können. (*Es stimmt, dass viele Schwarze musikalisch sind, aber eben nicht alle; und vor allem nicht deshalb, weil sie schwarz sind (siehe Stereotypen)).
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"schwarzfahren". In der christlich-abendländischen Kultur sind die Farben schwarz und weiß Metaphern (bildhafte Übertragungen) für Gut und Böse, Erfreuliches und Negatives. Schwarz ist beispielsweise der Teufel, weiß sind die Engel. Schwarze Menschen werden auf diese Weise dämonisiert und in ihrem Menschsein abgewertet. Das geschieht auch durch zahlreiche Ausdrücke aus der Umgangssprache "schwarzsehen", "Schwarzhandel", "schwarzfahren" usw.
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Semiten. Der Begriff (enthalten in dem Begriff Antisemitismus) geht zurück auf den ältesten Sohn Noahs (Arche Noah) im Alten Testament. Heute nennen sich so Gruppen und Völker im Nahen Osten und in Nordafrika, die sich in ihrer sprachlichen oder geschichtlichen Herkunft auf Sem berufen. So sind Arabisch und Hebräisch z.B. semitische Sprachen. Der Begriff Antisemitismus wurde 1879 von dem nationalistischen Journalisten Wilhelm Marr erfunden, der in seiner Schrift "Der Sieg des Judentums über das Germanentum" beweisen wollte, dass Germanen und Juden unterschiedliches Blut haben.
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Sexismus kennzeichnet sich durch "Verhaltensweisen, die einen Menschen aufgrund seines Geschlechtes benachteiligen. Mit Sexismus kennzeichnet insbesondere die Frauenbewegung das diskriminierende Verhalten von Männern gegenüber Frauen in Politik, Arbeitswelt und Gesellschaft. Sexismus beruht auf dem Vorurteil, dass die Frau aufgrund ihrer biologischen Geschlechtszugehörigkeit dem Mann körperlich und intellektuell unterlegen sei. Sexismus wird überall dort deutlich, wo Frauen zuerst als Geschlechtswesen und erst dann als Menschen betrachtet und behandelt werden."(aus: "Aktuell-Lexikon", Chronik Verlag). Sexismus ist der Glaube an die Höherwertigkeit des männlichen und die Minderwertigkeit des weiblichen Geschlechts. Er bezieht sich nicht nur auf individuelle Vorurteile, sondern auch auf institutionalisierte Diskriminierung. Sexismus zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte und die alltäglichen Lebensbereiche von Frauen. Die verharmlosende Begriffserklärung "Benachteiligung der Frau" ist bei weitem nicht ausreichend für eine von Männern beherrschte Kultur, die andauernd Herrschaft und Gewalt gegen Frauen ausübt.
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Shoa ist die hebräische Bezeichnung für das Leiden der jüdischen Bevölkerung in Vertreibung und Krieg. Heute wird dieser Begriff für die Ermordung der Juden in der Zeit des Nationalsozialismus verwendet. Siehe auch Auschwitz.
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Skin = Skinhead nach der 'Frisur': engl. 'Kahlkopf'. Die Skinheadbewegung kommt aus England und war ursprünglich eine Protestbewegung junger Arbeiter gegen die langhaarigen Hippies, die meist Student/innen waren. Kennzeichen der Skins: Glatze und Arbeitsschuhe mit Stahlkappe ('Docs'), dazu 'Spaß' am Saufen und Prügeln in der Gruppe. Englischen Rechtsextremisten gelang es, größere Teile dieser (zunächst unpolitischen) Jugendszene zu beeinflussen, indem sie ihnen einen Sündenbock für die wachsende Arbeitslosigkeit nannte: das Feindbild waren die jungen farbigen Einwanderer/innen aus den ehemaligen Kolonien. Als die Skin-Bewegung Ende der 70er Jahre die westdeutschen Großstädte erreichte, bemühten sich sofort westdeutsche Neonazis um Einfluß auf diese Gruppen. Trotzdem wäre es falsch 'die Skins' als Neonazis zu bezeichnen. Es gibt nämlich nicht 'die Skins', sondern ganz verschiedene Gruppen von Skins, obwohl es den Neonazis immer wieder gelingt größere Skingruppen zum 'Türkenklatschen' oder zum 'Zeckenaufmischen' zu bringen. Neben diesen gibt es auch Skins, die sich selber als unpolitisch verstehen und sogar solche die sich als antifaschistisch und antirassistisch bezeichnen, sog. 'Red-Skins' oder 'Sharps' (Skinheads against racial prejudice = Skins gegen rassistische Vorurteile). Manchmal kann man sie an unterschiedlichen Merkmalen wie Schuhbändern auseinanderhalten.
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Solidarität erklärt sich als Sinn für Gemeinschaft, als eine Art von Für- und Miteinander (Sympathie, moralische Unterstützung, materielle Hilfe, Zusammenarbeit) von Staaten, Nationen, Gruppen oder Einzelpersonen. Solidarität kann sich in passiver (Sympathie) und aktiver (materielle Hilfe, Zusammenarbeit) Form ausdrücken. Im Kern geht es stets darum, einzelne nicht ihren individuellen Schicksalen zu überlassen, sondern Belastungen auf zahlreiche Schultern zu verteilen. Solidarität wird auch die 'Zärtlichkeit der Völker' genannt. Damit soll ausgedrückt werden, dass nur die gegenseitige Hilfe der Menschen als Solidarität bezeichnet werden kann und nicht etwa die Zusammenarbeit von zwei Diktatoren zum Schaden der Menschen.
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Sozial bedeutet: Die Gesellschaft betreffend, gesellig, gesellschaftsfähig zu sein. Gesellschaftliches (soziales) Zusammenleben ist nur möglich, wenn wir uns auf bestimmte Formen des Umgangs miteinander einigen. Es ist daher notwendig, sich miteinander zu verständigen, um Regeln zu entwickeln, die für alle gelten können und sollen und deshalb wirksam werden. Dazu gehört der Streit ebenso wie der vertraute Umgang miteinander. Asozial bedeutet: Nicht gesellschaftsfähig zu sein. Als asozial gilt, wenn der o.g. Verständigungsprozess nicht beschritten und soziales Verhalten nicht gelernt wurde. Als unsozial gilt, wenn soziales Verhalten zwar gelernt wurde, aber vereinbarte Regeln nicht eingehalten werden. Das bei einigen Jugendlichen z.Z. gebräuchliche Schimpfwort Asi entstammt dem Begriff asozial, wird in der Regel falsch angewendet, und erniedrigt Menschen.
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Soziale Ausgrenzung (Segregation) ist das Gegenteil von sozialer Integration. Sie wird gewöhnlich als das Ergebnis von Rechtsungleichheit und Diskriminierung aufgrund des kulturellen Hintergrundes, der ethnischen Herkunft, Behinderungen oder sexuellen Neigungen angesehen. Häufige Folgen sind Armut, Feindschaften zwischen Gruppen und Ausschluss von lebenswichtigen Einrichtungen in unserer Gesellschaft wie Erziehungs-, Gesundheits- oder Sozialwesen. Ein solcher Ausschluss erfolgt nicht immer auf der Grundlage von Gesetzen (obwohl das häufig der Fall ist), sondern aufgrund von Einstellungen und Verhaltensweisen: So werden manche Richtlinien so hoch angesetzt, dass gewisse Gruppen sie nicht erreichen können, oder es wird eine Kleidungsvorschrift erlassen, die einzuhalten einer bestimmten Gruppe unmöglich ist. Ein Beispiel für eine ausgrenzende Kleidungsvorschrift wäre das Verbot des Kopftuchtragens einer Muslima, die in einem Krankenhaus arbeiten will.
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Stereotypen und Vorurteile. Menschen werden oft in Gruppen eingeteilt: Aufgrund ihrer Kultur, ihres Glaubens, ihrer Herkunft oder an Hand äußerlicher Merkmale wie Hautfarbe, Körpergröße, Haartracht oder Kleidung. Oft geht diese Gruppeneinteilung mit der Zuschreibung bestimmter Eigenschaften einher, die jeweiligen Gruppen werden mit bestimmten Bildern verbunden. Wenn diese Bilder so übertrieben sind, daß sie kaum noch etwas mit der Wirklichkeit zu tun haben, sprechen wir von Stereotypen. Stereotypen findet man z.B. noch häufig in Büchern (sogar Schulbüchern), Comics, in der Werbung oder in Filmen. Bestimmt hast Du auch schon mal irgendwo Beispiele dafür gesehen. Nämlich: Afrikaner/innen in Baströckchen, mit Knochen in der Nase und wulstigen Lippen, gefährliche Araber mit Messern bewaffnet, verschleierte türkische Frauen, Bayern in Lederhosen oder Dirndl und alte Frauen, die im Schaukelstuhl sitzen und stricken. Wenn ein Mensch oder eine Gruppe anhand von Stereotypen und nicht mehr nach ihrer oder seiner Person beurteilt wird, dann handelt es sich um ein Vorurteil. Man hat eine Meinung über jemanden oder über eine Gruppe, ohne diese/n eigentlich zu kennen. Solche Bilder und Vorstellungen stimmen meistens nicht mit der Wirklichkeit überein und wirken sich oft negativ aus. Es gibt aber auch positive Stereotypen. Wenn beispielsweise von schwarzen Menschen behauptet wird, dass sie schneller laufen können, kann man das als ein positives Stereotyp bezeichnen. Vielleicht denkst Du jetzt: "Was ist denn daran falsch?". Aber auch in diesem Fall werden Menschen - zu Unrecht - über einen Kamm geschoren. Überlege mal: Stimmt es wirklich, daß alle schwarzen Menschen schnell laufen können? Rassistisch wirken solche Stereotypen, wenn z.B. behauptet (und realisiert) wird, daß Schwarze "Rhythmus im Blut" haben, deswegen als Musiker/innen zwar sehr gut geeignet sind und aus diesem Grund z.B. als Politiker/in oder Firmenchef/in nicht tauglich sind und deshalb dort keine Chance haben. Hast Du schon mal gehört, daß "Frauen ihren natürlichen Platz" im Haus haben und wie charmant Chauvis dies oft zu begründen versuchen? Also, Vorsicht bitte.
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Staatsbürgerschaftsrecht. Unser deutsches Staatsbürgerschaftsrecht beruht auf dem Abstammungsprinzip (jus sanguinis - Deutsche/r ist, wer von Deutschen abstammt), und nicht auf dem Territorialprinzip (jus soli - Staatsbürger ist, wer hier geboren ist). Die meisten Länder kennen eine Mischung aus beiden Prinzipien; in Frankreich gilt z.B. weitgehend das Territorialprinzip, weshalb es mehrere Millionen (z.B. moslemischer) Franzosen/Französinnen nordafrikanischer Herkunft gibt. Ähnliches gilt für Großbritannien mit Millionen Bürger/innen, deren Vorfahren aus Indien, Pakistan etc. eingewandert sind. In Amerika gilt ausschließlich das Territorialprinzip. Bei uns dagegen werden jedes Jahr ca. 100.000 Kinder geboren - und sind automatisch 'Ausländer/in'. Weil unser Staatsbürgerschaftsrecht auf das "Blutsrecht" zurückgeht (Deutsch ist wer deutsches Blut hat) wird es dringend Zeit, dieses Recht zu verändern und unserer veränderten Lebenswelt und Lebenssituation anzupassen. Ein Ziel könnte es sein, allen Menschen, die in Deutschland ihren dauerhaften Lebensmittelpunkt gefunden haben, den deutschen Pass zu geben (z.B. nach 5 oder 8 Jahren Aufenthalt).
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Stolz. Von seinem Ursprung her deutet dieser Begriff ‚hochtrabendes' oder ‚törichtes' Verhalten an. In einem altdeutschen Sprichwort heißt es: "Dummheit und Stolz wachsen auf gleichem Holz". Stolz ist auch deshalb ein schwieriger Begriff, weil sehr häufig Neonazis ihn gebrauchen. Das Problem liegt hier vor allem in der Verallgemeinerung, wenn Neonazis z.B. behaupten: "Stolz auf Deutschland zu sein". Diese Behauptung ist deshalb erlogen, weil sie eben nicht stolz auf unsere Demokratie, unser Parlament, unsere Parteienvielfalt, das Zusammenleben mit Migrant/innen und Flüchtlingen usw. sind, sondern viel eher auf die Angst und den Schrecken den sie um sich verbreiten und den Deutsche schon mehrfach in dieser Welt verbreitet haben. Stolz im Sinne von z.B. "froh über etwas sein", "etwas Tolles gemacht oder erreicht zu haben", "etwas wertschätzen" erscheint dagegen eher unproblematisch zu sein.
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Toleranz, Totalitär
Toleranz bedeutet eigentlich "Duldung" und wird heute vor allem verstanden als Respektierung, Anerkennung und Wertschätzung der reichen Vielfalt unserer Kulturen, unserer Ausdrucksformen und unseres Menschseins. Sie wird gefördert durch Wissen, Offenheit, Kommunikation sowie Gewissens-, Gedanken- und Glaubensfreiheit. Toleranz bedeutet, andere sie selbst sein zu lassen, ohne dass ihr Anderssein Dir aufgezwungen wird. Toleranz bedeutet nicht Nachgeben oder Aufgeben, sondern eine aktive Grundhaltung, die durch das Akzeptieren der weltweit geltenden Menschenrechte und der Freiheit des anderen erworben wird. Die Ausübung von Toleranz bedeutet nicht die Hinnahme sozialer Ungerechtigkeit oder die Aufgabe oder Schwächung der eigenen Überzeugung. Ursprünglich wurde Toleranz nicht immer nur positiv verstanden. Die traditionelle Bedeutung des Wortes (Toleranz = Duldung) beinhaltet weder Respekt noch Anerkennung.
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Totalitär werden in der Regel solche Staaten genannt, die Menschen mit allem, was sie sind und besitzen, beanspruchen und beherrschen. Im Totalitarismus wird der Mensch den Interessen des Staates (bzw. der Staatsführung) völlig unterworfen: Der Mensch gilt nichts, der Staat ist alles.
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Vergasen, Vorurteile
"Vergasen" ist ein von den Nazis entwickelter Begriff mit dem Ziel, zu verharmlosen und zu leugnen, dass es sich bei der planmäßigen Ermordung von Menschen, um Mord und um Menschen handelt (siehe Konzentrationslager). Aus diesem Grund haben sie in ihrer Rassenlehre Menschen zu Untermenschen und Unmenschen erklärt. Die Unmenschen haben sie dann (z.B. Menschen jüdischen Glaubens und Herkunft oder Sinti und Roma) sogar als Schmarotzer bezeichnet. Weil Schmarotzer auch als Seuche bezeichnet wurden, behaupteten die Nazis dann, die Pflicht zu haben diese Seuche ausrotten zu müssen. Offensichtlich haben viele Menschen damals den Nazis geglaubt, und damit den Holocaust erst ermöglicht. Wenn heute wieder Leute leichtfertig, "nur so aus Spaß" oder ernsthaft von "vergasen" reden, wird es höchste Zeit, sie mit der Würde von Menschen und den Ursachen und Wirkungen der mörderischen Nazis zu konfrontieren.
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Vorurteile sind Vorstellungen, die ohne Prüfung auf deren Richtigkeit übernommen werden. Wenn diese Vorstellungen dauerhafte Form annehmen, werden sie Stereotype genannt. Wenn jemand voreingenommen ist, neigt er/sie dazu, nur die Dinge zu sehen, die seine/ihre Vorstellungen bestätigen, er/sie sieht nur noch das, was er/sie sehen will und seine/ihre Vorurteile oder Stereotypen bestätigt. Vorurteile sind verletzend. Vor allem, wenn sie dazu gebraucht werden, um jemanden ungerecht zu behandeln. Vorurteile nehmen anderen Menschen die Möglichkeit zu zeigen, wer sie sind und was sie können. Zum Beispiel der Unternehmer, der keine Schwedinnen einstellen will, weil er gehört hat, daß "sie" immer zu spät kommen. Manche Menschen halten hartnäckig an Vorurteilen und Stammtischgeschwätz fest, obwohl sie selber überhaupt niemanden kennen, auf den oder die diese negativen Bilder zutreffen. Vorurteile sind hartnäckig und daher schwer zu bekämpfen. Aber es gibt Hoffnung: Niemand wird mit Vorurteilen geboren. Sie sind angelernt und können deswegen auch wieder verlernt werden. Bevor Du über jemanden urteilst, kannst Du ihn oder sie besser fragen, warum er oder sie sich so oder so verhält. Denk daran, dass es Dir bestimmt auch nicht gefallen würde, wenn Du von anderen ständig über Deinen Kopf hinweg beurteilt würdest.
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Wanderung - Migration
Wanderung - Migration. Das Wort "migrare" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet wandern. Immigration ist Einwanderung, Emigration bedeutet Auswanderung. Früher wanderten die Menschen aus ihrer Heimat vor allem wegen Naturkatastrophen, Hunger, Kriegen und willkürlichen Gewaltherrscher/innen. Mit der Entstehung des Kapitalismus ist zusätzlich die Arbeitsmigration entstanden; Menschen wandern dorthin, wo es Arbeit gibt. Heute gibt es außerdem noch Wohlstands-Migration von eher reichen Menschen, die sich mit ihrem Geld in anderen Ländern ein schönes Leben machen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Manche wandern aus, um in einem anderen Land weniger Steuern zu bezahlen, andere tun dies um ihr Geld zu verstecken, und wieder andere wollen sich mit ihrem ersparten Geld z.B. auf Mallorca zur Ruhe setzen.
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Xenophobie
Xenophobie. Wörtlich genommen bedeutet Xenophobie "krankhafte Angst vor Fremden". Der Begriff wird verwendet, um eine ablehnende Haltung gegenüber Menschen zu beschreiben, die aus anderen Ländern kommen oder anderen ethnischen Gruppen angehören. Dabei werden z.B. andere Traditionen, Kulturen oder Religionen als furchteinflößend empfunden und als bedrohlich bewertet.
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Zigeuner, Zivilcourage, Ziviler Ungehorsam
"Zigeuner", siehe Roma und Sinti.
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Zivilcourage wird im Duden beschrieben als: "mutiges Verhalten, mit dem jemand seinen Unmut über etwas ohne Rücksicht auf mögliche Nachteile gegenüber Obrigkeiten, Vorgesetzten o. ä. zum Ausdruck bringt. Courage [kurasche; lat.-fr.] die;-: Beherztheit, Schneid, Mut (in bezug auf eine nur ungern vorgenommene Handlung). zivil [ziwil; lat.(-fr.)]: 1. bürgerlich; Ggs. militärisch (1). 2. anständig, annehmbar". Zivilcourage entsteht aus der Achtung des Menschen vor sich selber. In unserer Gesellschaft hat dieser Begriff seine Wurzeln in der französischen Revolution und in dem Kategorischen Imperativ (keinen Widerspruch duldendes Gebot):
"Handle so, daß Du die Menschheit, sowohl in Deiner Person, als in der Person eines jeden anderen, jederzeit zugleich als Zweck, niemals nur als Mittel brauchtest." (Immanuel Kant, 1785)
Damit beschreibt der Kategorische Imperativ eine verinnerlichte, selbsterkannte und an der Menschenwürde orientierte Haltung oder Pflicht, menschlich zu handeln. Dies setzt die Achtung des Menschen vor sich selber, die Achtung des anderen Menschen voraus, oder einfacher gesagt: Nur wenn Du andere ernst nehmen und respektieren kannst, kannst Du auch Dich selber ernst nehmen und respektieren. Werden Menschen durch Ordnungssysteme, körperliche, psychische und strukturelle Gewalt, Rassismus, Gesetze, Prinzipien usw. geschädigt und wird dagegen Widerstand angemeldet und praktiziert, beginnt Zivilcourage. Um in Konflikten einzugreifen, benötigen wir Sachverstand und "Durchblick" ebenso wie persönlichen Mut und "innere Stärke". Innere Stärke deshalb, weil Zivilcourage auch mit Ungehorsam, Regelverstoß oder Gesetzesübertritt verbunden sein kann und dies i.d.R. Nachteile mit sich bringt. Die Inkaufnahme von möglichen persönlichen Nachteilen, zum Schutz eines anderen, zur Wahrung von Menschenwürde, ist das wesentliche Merkmal von Zivilcourage.
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Ziviler Ungehorsam ist ein gewaltloser und öffentlich begründeter Akt und Appell, der im Widerspruch zum Gesetz, aber im Einklang mit dem Gewissen begangen wird, wenn alle legalen Mittel ausgeschöpft sind. Ziviler Ungehorsam ist an den Gerechtigkeitssinn der Bevölkerung gerichtet, um diese dazu zu bringen, von neuem über die Maßnahmen nachzudenken, gegen die protestiert wird. Ziviler Ungehorsam zielt ab auf den Erhalt oder die Wiederherstellung von Menschenwürde und nimmt bewusst eigene mögliche Nachteile oder Bestrafung in Kauf.
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Beratung, Hilfe und Informationen in der Anti-Rassismusarbeit geben folgende Initiativen:
AG gegen internationale sexuelle und rassistische Ausbeutung (agisra) Niederichstr. 6, 50668 Köln, Tel.: 0221 - 124019
Aktion Courage - SOS Rassismus Postfach 2644, 53016 Bonn, Tel.: 0228 - 213061, Fax.: 0228 - 262978
Amt für Multikulturelle Angelegenheiten Walter-Kolb-Str. 9-11, 60594 Frankfurt, Tel.: 069 - 21238765, Fax.: -21237946
AntidiskriminierungsBüro Aachen Mariahilf Str. 16, 52062 Aachen, Tel.: 0241 - 49003, Fax.: -49004
AntidiskriminierungsBüro Berlin Haus der Demokratie Friedrichstr. 165, 10117 Berlin, Tel. und Fax.: 030 - 2042511
AntidiskriminierungsBüro Bielefeld Teutoburger Str. 106, 33607 Bielefeld, Tel.: 0521 - 64094, Fax.: 0521 - 170121
AntidiskriminierungsBüro Detmold Elisabethstr. 8, 32756 Detmold, Tel.: 05231 - 38811
AntidiskriminierungsBüro Düsseldorf & Antidiskriminierungsrat NRW Himmelgeisterstr. 107a, 40225 Düsseldorf, Tel:0211 - 3180318, Fax:- 3179660
AntidiskriminierungsBüro Esslingen Maille 5-9, 73728 Esslingen/Neckar, Tel.: 0711 - 354871, Fax.: 0711 - 350205
AntidiskriminierungsBüro Herford Münsterkirchplatz 1, 32052 Herford, Tel.: 05221 - 590540
AntidiskriminierungsBüro Hilden Schulstr. 42, 40721 Hilden
AntidiskriminierungsBüro Köln c/o Öffentlichkeit gegen Gewalt Antwerpener Str. 19-29, 50672 Köln, Tel.: 0221-5101847, Fax.:- 9521126
AntidiskriminierungsBüro Siegen Sandstr. 12, 57072 Siegen, Tel.: 0271 - 336083, Fax.: 0271 - 501774
AntidiskriminierungsBüro Stuttgart Hausmann Str. 6, 70188 Stuttgart, Tel.: 0711-2155-320, Fax.: 0711 - 2155330
AntidiskriminierungsBüro Wiesbaden Blücherstr. 12-14 (2. Hof), 65195 Wiesbaden, Tel.: 0611 - 495315
Antifaschistisches Pressearchiv und Bildungszentrum Falckensteinstr. 46, 10997 Berlin, Tel. und Fax.: 030 - 6116249
Anti-Rassismus-Büro Bremen Sielwall 38, 28203 Bremen, Tel.: 0421 - 706444,
Anti-Rassismus-Forum Dortmund c/o Jugendring Dortmund Friedhofstr. 6-8, 44135 Dortmund, Tel.: 0231 - 524073
Anti-Rassismus Informations-Centrum (ARIC-Berlin) Schumannstr. 5, 10117 Berlin, Tel.: 030 - 2807590
Anti-Rassismus Informations-Centrum (ARIC-NRW) Niederstr. 5, 47051 Duisburg, Tel. und Fax.: 0203 - 284873
Antirassismus-Plenum Göttingen c/o Buchladen Rote Straße Nikolaikirchhof 7, 37073 Göttingen
Anti-Rassismus-Telefon Essen Friedrich-Ebert-Str. 37, 45127 Essen, Tel.: 0201 - 232060
Antirassistische Initiative (ARI) Mannheim c/o Bücherladen Neckarstadt Kobelstr. 17, 68167 Mannheim, Tel.: 0621 - 377729
Antirassistische Initiative (ARI) Yorckstr. 59 HH, 10965 Berlin, Tel.: 030 - 7857281, Fax.: 030 - 7869984
Antirassistisches Aktionsbündnis Rhein-Neckar (AARN) c/o Infoladen Moskito Alte Bergheimerstr. 7a, 69115 Heidelberg
Antirassistisches Infobüro - Antirassistisches Telefon Aachen Tel.: 0241 - 38468
Antirassistisches Notruftelefon Gießen Tel.: 0641 - 791264
Antirassistisches Notruftelefon Mannheim Tel.: 0621 - 1564141
Antirassistisches Telefon (Berlin) Tel.: 030 - 7857281
Antirassistisches Telefon (Ost-Berlin) Tel.: 030 - 4426174
Antirassistisches Telefon Bonn Tel.: 0228 - 636151
Antirassistisches Telefon Hamburg Tel.: 040 - 431587
Antirassistisches Telefon München Tel.: 089 - 5439612
Arbeitsgruppe SOS-Rassismus - Haus Villigst 58239 Schwerte, Tel.: 02304 - 755190, Fax.: 02304 - 755248
Arbeitskreis Antifaschismus c/o Blaue Welt Archiv Uhlandstr. 8, 39108 Magdeburg, Tel. und Fax.: 0391 - 7348642
Ausländerbeauftragte der Bundesregierung Postfach 140280, 53107 Bonn, Tel.: 0228 - 5272973, Fax.: 0228 - 5272760
Ausländerbeauftragte des Senats für Berlin - Arbeitsgruppe Antidiskriminierung und Gewaltprävention Potsdamerstr. 65, 10785 Berlin, Tel.: 030 - 2654-2351
Ausländerbeauftragte in Hamburg - Antidiskriminierungsstelle Saarlandstr. 22, 22083 Hamburg, Tel.: 040 - 2706881
Ausländerbeauftragter der Stadt Leipzig - Referat Antidiskriminierung Postfach 780, 04007 Leipzig, Tel.: 0341- 1232690, Fax.: 1232695
Büro der antirassistischen Initiativen Kassel (BARI) Tel.: 0561 - 713458
Büro für Chancengleichheit gegen Diskriminierungen Paulstr. 4, 45889 Gelsenkirchen, Tel.: 0209 - 873701, Fax.: 0209 - 873784
Büro für Einwanderer, Flüchtlinge und ausländische Arbeitnehmer des Landes Hessen Dostojewskistr. 4, 65187 Wiesbaden, Tel.: 0611 - 8173613
Büro gegen ethnische Diskriminierung in Berlin und Brandenburg Hohenstauffen Str. 7, 10781 Berlin, Tel:030-2168884/2167930
Darmstädter Bündnis gegen Rassismus - Antirassist. Tel.: 06151 - 20480
DGB - Bundesvorstand, Referat Migration, Hans-Böckler-Str. 39, 40476 Düsseldorf
Dritte-Welt-Haus c/o IGA, Westerbachstr. 47HH, 60489 Frankfurt, Tel.: 069 - 7894846
Düsseldorfer Appell Ringelsweide 9, 40599 Düsseldorf, Tel.: 0211 - 9920000,
Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS) Realschulstr. 5, 47051 Duisburg, Tel.: 0203 - 20249, Fax.: 0203 - 287881
eye to eye (Brown-Eyed/ Blue-Eyed-Workshops) Postfach 1221, 35002 Marburg, Tel.: 06421- 37793, Fax.: 06421 - 37794
Forschungsgesellschaft Flucht und Migration Gneisenaustr. 2a, 10961 Berlin
Forum Interkulturelles Zusammenleben c/o Arbeitsgruppe gegen Fremdenhaß des DGB Bismarckring 27, 65183 Wiesbaden, Tel.: 0611 - 401052, Fax.: 0611 - 400171
Hamburger Institut für Sozialforschung Mittelweg 36, 20148 Hamburg
Infobüro gegen Rassismus - Antirassistisches Telefon Erlangen Tel.: 09131 - 202268
Informations-, Dokumentations- und Aktionszentrum gegen Ausländerfeindlichkeit für eine multikulturelle Zukunft (IDA) Friedrichstr. 61a, 40217 Düsseldorf, Tel.: 0211 - 371026, Fax.: 0211 - 382188
Informationszentrum für Rassismusforschung (D.I.R.) Postfach 1221, 35002 Marburg, Tel.: 06421 - 37722, Fax.: 06421 - 37794
Initiative Antirassistisches Büro Lübeck Fleischhauerstr. 32, 32552 Lübeck, Tel.: 0451 - 75532
Institut für Migrations- und Rassismusforschung Rutschbahn 38, 20146 Hamburg, Tel. und Fax.: 040 - 452162
Interkulturelles Büro zur Gleichstellung von Ausländern und Deutschen Postfach 3820, 55028 Mainz, Tel.: 06131 - 123337
Internationale Liga für Menschenrechte - Ausschuß zur Beobachtung rassistischer Übergriffe der Polizei Oldenburger Str. 33, 10551 Berlin, Tel.: 030- 3962122
Internationaler Menschenrechtsverein, Kornstr. 1, 28201 Bremen, Tel.: 0421 - 5577093
Kölner Appell Körnerstr. 77 - 79, 50823 Köln, Tel.: 0221 - 9521199, Fax.: 0221 - 9521197
Landeszentrum für Zuwanderung Nordrhein-Westfalen Kelderstr. 6, 42687 Solingen, Tel.: 0212 - 232390,Fax.: 0212 - 2323918
Lübecker Bündnis gegen Rassismus c/o Alternative Willi-Brandt-Allee 9, 23554 Lübeck, Tel. und Fax.: 0451- 7020748
Multikulturelles Zentrum Gervasiusstr. 2, 54290 Trier, Tel.: 0651 - 48497
Nottelefon gegen Rassismus - Düsseldorf Tel.: 0211 - 9920000
Prisma - Arbeitsgruppe Ethnologiestudierender an der Universität Tübingen c/o Institut für Ethnologie, Schloß 72070 Tübingen
Projekt Koservatismus und Wissenschaft Postfach 1911, 35008 Marburg
Projekt 20: Flucht und Migration im neuen Europa Uni Oldenburg, Uhlhornsweg 49-55, 26129 Oldenburg,Tel.: 0441 - 7982312
SOS-Rassismus Berlin, Rosa-Luxemburg-Str. 19, 10178 Berlin, Tel./Fax.: 030 - 2477263
SOS-Rassismus Frankfurt, Wielandstr. 55, 60381 Frankfurt
Verband binationaler Familien und Partnerschaften (IAF) Kasselerstr. 1a, 60468 Frankfurt, Tel.: 069 - 7075087
Verband der Initiativen der Ausländerarbeit (VIA) Hochemmericherstr. 71, 47226 Duisburg, Tel.: 02065 - 53346, Fax.: 02065 - 53561
Villigster Deeskalationsteam Gewalt und Rassismus c/o Arbeitsgruppe SOS-Rassismus NRW, Haus Villigst, 58239 Schwerte Tel: 02304-755190, Fax: -755248, e-mail: sos-rassismus-nrw@wtal.de
Zentrum demokratische Kultur Schumannstr. 5, 10117 Berlin, Tel.: 030 - 2829627
Die Arbeitsgruppe SOS-Rassismus-NRW ist eine Initiative von ca. 20 Profis in der Anti-Rassismus-Arbeit mit ca. 250 Partnergruppen in NRW. SOS-Rassismus-NRW begleitet, berät, unterstützt und fördert Jugendcliquen, Kirchengemeinden, Schulen, Jugendzentren, Jugendverbände, Jugend-Initiativen, Menschenrechtsgruppen und die Aktion Courage SOS-Rassismus, um gemeinsam mit ihnen dem heimlichen und offenen Rassismus das Wasser abzugraben. SOS-Rassismus-NRW realisiert Ideen und Projekte zur Anti-Rassismus-Arbeit und engagiert sich insbesondere in Gewalt- und Rassismus-Deeskalationstrainings zur zivilen Konfliktbearbeitung.
Wir Ruhrkanaker sind eine türkisch-finnisch-tamilisch-belgisch-bosnisch-jugoslawisch-marokkanisch-rheinisch-westfälische Jugendclique aus dem Ruhrgebiet. Wir nennen uns Ruhrkanaker weil "Kanaker" Mensch bedeutet und weil wir keine Lust mehr haben, uns als Kanaker beschimpfen zu lassen. Immer wenn jemand von uns (ca. 26 Leuten) eine scharfe Idee hat, sucht sie oder er sich einige Leute (von uns oder andere neue) zusammen und dann ziehen wir die Aktion durch oder machen ein Projekt oder Theater oder ein Buch oder fahren weg.
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